Natürlich, es gibt im Alltag magischere Momente als den Moment spät am Abend, wo ich den Fernseher anknipse und die Uhr auf dem Bildschirm springt exakt! jetzt von 23:59:59 auf 00:00:00 um, allerdings fällt mir im Moment keiner ein.
Archiv für Mai 2008
It’s magic – und ich merk nix..
19. Mai 2008Klo und Kirsche
17. Mai 2008Manchmal sitz ich eine dreiviertel Stunde auf dem Klo, die Hände aufs Knie aufgestützt, und denke nach. Was das alles soll. Die Sonne und der Mond. Und warum es hier plötzlich wie beim Zuckerbäcker duftet. Nicht, dass ich was Süßes unter mit gelassen hätte, bewahre, nein. Ich bin ja nicht zum Äppeln hier, ich denke nach. Einfach mal sitzen und denken, verdammt. Und der Geruch? Der kommt von draussen. Es ist Samstagnachmittag, die Nachbarn bauen den Grill auf. Grillen die Kirsch-Marmelade?
„Was machst du?“ ruft die Gräfin.
„Nix.“
„Wie, nix?!“
„Na, nix!“
„Dafür muß man nicht aufs Klo gehn.“
„Ich schon.“
„Aber ne Stunde?“
„Ne Stunde?“
„Ja. Du sitzt jetzt schon ne Stunde auf dem Klo. So viel gibts doch gar nicht zum Denken.“
Hm, ne Stunde. Das ist lang. Und es riecht auch plötzlich anders. Nach Nebel und nach Feuerschein.
„Ich bin fertig!“
Landläufig eine graue Maus
12. Mai 20081
Ein Phänomen, nicht nur in der westlichen Welt: Kacken, der Akt der Befreiung an sich, wird zunehmend von einem Gefühl des Verlassenswerden dominiert.
„Ja. Ich wollte das Kindchen noch eine Weile behalten..“
-Betroffener (47)-
Einem Furz hingegen trauert auch weiterhin niemand hinterher.
2
Sie war Ende Dreißig, Mutter zweier heranwachsender Töchter und etwas pummelig, aber nicht unansehlich, und sie war es gewohnt, Dinge zu wiederholen, weil die Kollegen beim ersten Mal nicht richtig hingehört hatten.
Wenn sie morgens den Sozialraum aufschloss, setzte sie erst einmal Kaffee auf, für die gesamte Belegschaft. Das hatte sie an dem Tag getan, als sie die neue Stelle antrat, und seither hielt das jedermann für selbstverständlich.
Der Sozialraum lag gleich neben dem Zimmer, in dem ich meinen Schreibtisch hatte.
Einmal ging ich hinein und flötete laut vor mich hin, und weil ich mir sicher war, alleine zu sein, liess ich einen kräftigen Knoblauchsoßen-Furz vom Vortag, ihr wisst, was ich meine: Als ob man einem Stinkkäse die Hose aufmacht.
Ich ging zur Spüle, wo Thermoskannen mit frisch gekochtem Kaffee aufgereiht waren, und genau in dem Moment, als ich mir die Luft vom Hintern wegwedelte, sah ich sie: Im fahlen Februarlicht saß sie am Tisch, ganz still.
“Oh..!” machte ich.
Sie lächelte.
“Ich dachte..”, setzte ich an.
“Ja”, sagte sie belustigt, “das denken alle. Dass sie alleine sind, wenn ich im Raum bin.”
Ich kann es natürlich nicht belegen, doch von nun an stand jedes Mal ein kleiner Furz in der Luft, wenn ich ihr begegnete.
Jedenfalls, sie lächelte so.