Klo und Kirsche

Manchmal sitz ich eine dreiviertel Stunde auf dem Klo, die Hände aufs Knie aufgestützt, und denke nach. Was das alles soll. Die Sonne und der Mond. Und warum es hier plötzlich wie beim Zuckerbäcker duftet. Nicht, dass ich was Süßes unter mit gelassen hätte, bewahre, nein. Ich bin ja nicht zum Äppeln hier, ich denke nach. Einfach mal sitzen und denken, verdammt. Und der Geruch? Der kommt von draussen. Es ist Samstagnachmittag, die Nachbarn bauen den Grill auf. Grillen die Kirsch-Marmelade?

“Was machst du?” ruft die Gräfin.
“Nix.”
“Wie, nix?!”
“Na, nix!”
“Dafür muß man nicht aufs Klo gehn.”
“Ich schon.”
“Aber ne Stunde?”
“Ne Stunde?”
“Ja. Du sitzt jetzt schon ne Stunde auf dem Klo. So viel gibts doch gar nicht zum Denken.”

Hm, ne Stunde. Das ist lang. Und es riecht auch plötzlich anders. Nach Nebel und nach Feuerschein.

“Ich bin fertig!”

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