Homo Bohei, Glück, Airen I

By glumm

Am Anfang war nicht das Wort, sondern das Bild, das wir uns von dem Anderen machen.

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Wenn wir mit unserem wuscheligen Familienhund eine große Runde über die Felder drehen, wundern sich andere Hundebesitzer, „das ist aber ein seltener Mischling. Was ist denn da alles drin?“
„Blut, Muskeln, Knochen, ein Herz.“

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„Alles grabschen, was geht, die Plünderermentalität ist längst im Volk angekommen. Von wegen, die SPD ist nicht mehr sozial. Wir sind nicht mehr sozial. Das Volk ist nicht mehr sozial.“

(Die Gräfin zum Untergang des deutschen Volkes und der SPD)

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Den Hörer heutzutage mit Pop-Musik noch zu überraschen ist schwer. Man wartet ja förmlich darauf, dass einem der Song endlich irgendwie bekannt vorkommt. Damit dann sagen kann: „KENN ICH! KLINGT WIE! WAR KLAR!“

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Ein Schriftsteller, der tief in der Tinte sitzt, kann hernach überglücklich mit dem Hintern schreiben.

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Vor einer Million Jahren breitete sich der Homo Erectus von Afrika über die Welt aus und ich liege mittwochfrüh im Bett und guck mir eine TV-Reportage darüber an.

Unsere Stufe der Menschwerdung wird eines Tages als Homo Bohei in die Geschichte eingehen, denke ich.

Und steh auf.

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„Du kannst von Glück reden, dass du mich hast.“
„Da rede ich auch von Glück.“

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Schon mal einem Knoten beim langsamen Platzen zugeschaut? Das d-a-u-e-r-t vielleicht.

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„Magst du meine DNS etwa nicht mehr?“ fragt sie spitz, als ich ein langes Haar von ihr aus dem Dessert fische.
„Doch, doch“, beeile ich mich, „ist lecker.“

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Ich werde darüber noch auf 500beine berichten, aber es soll schon mal erwähnt werden: Einer der besten deutschsprachigen Blogger, Tarnname: AIREN, hat ein Buch veröffentlicht: STROBO.

Ein maskulines Buch. Er ist ständig erregt und auf dem Posten.
S.84: „Jetzt bin ich wirklich drauf wie ein Schnitzel.“
Seine Trumpfkarte ist der unerhörte Exzeß, 170 Seiten lang, im Drogen-und Techno-Jargon.

50 Jahre nachdem Bill Haley mit Rock around the clock das Teenagertum, Rockkonzerte, Krawall und Drogen erfunden hat, zieht Airen, Student, Mitte 20, im Feiertaumel des frühen 21. Jahrhunderts in seinen Trompetenhosen durch die Berliner Techno-Clubs (besonders das Berghain) und schreibt alles mit – es ist der Technosound, der diesem Buch zugrunde liegt, Stroboskoplicht, mit cooler Fresse in der Ecke stehen, die nächste Nase Speed auf dem Klo.

S.128: „Ich muss mich damit abfinden, dass Sex ein zutiefst animalisches Vergnügen ist. Das mit Liebe nichts zu tun hat. Letztens stand ich in einer Kabine im Berghain, leicht gebückt wie eine Uhr, die zehn vor sechs anzeigt, und ließ mir von einem anonymen Typen den Arsch auslecken. Das letzte, was mir in dieser Situation in den Kopf gekommen wäre, ist der Satz: Ich liebe dich.“
Tolles Buch. Kaufen. Klauen. Egal.

Blog: AIREN

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Volkssport. Ill.: Susanne Eggert

Der neue (alte) Volkssport. Ill.: Susanne Eggert

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