Ein paar Dinge im Leben gibt es, die gefallen mir ganz und gar nicht. Dass man zum Beispiel niemals das Leben eines anderen Menschen führen kann, nur so zwischendurch mal, für einen Tag vielleicht. Ist nicht vorgesehen. Wie eine dämliche DIN-Vorschrift, die uns diktiert, dass Menschen grundsätzlich im eigenen Körper auszuharren haben bis zu ihrem Ableben. Selbst im Lastwagen wechseln sich Fernfahrer ab, auf langen Touren. Und wenn ein Menschenleben keine lange Tour ist, ja, was dann?
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Hand aufs Herz: träumen wir nicht alle davon, früh am Tag die Haustüre zu öffnen und der Rubel rollt zur Stube hinein bis 14 Tage später alle Zimmer pikkepakkevoll sind und wir mit ersaufender, aber glücklicher Stimme nölen, “ist gut, Sergej, lass gut sein..”
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“EON und RWE, die ganzen Stromkonzerne, die haben doch keine natürlichen Feinde mehr, seit es die RAF nicht mehr gibt!” schimpft die Gräfin, als die Nachrichten melden, dass die Strompreise mal wieder angehoben werden. “Kann man das nicht langsam mal nicht wieder einführen!?”
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“Das Leben eskaliert zunehmend zum 24stündigen Deeskalationstraining. Man möchte die ganze Zeit zurückschlagen, rund um die Uhr, gegen alles und jeden, darf es aber nicht, weil man diesen Kurs belegt hat, der einfach kein Ende findet.”
(aus Zuletzt auf 500beine)
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Nichts ist trauriger als mit seinem Witz allein gelassen zu werden. Da sitze ich mit der Gräfin am Frühstückstisch und reiße spontan einen Gag, mache richtig auf Witzkerl, und dann hört sie überhaupt nicht richtig hin! Ist mit ihren Gedanken ganz woanders und krümelt den Teller voll! Ja, wofür ackere ich denn hier?!
Im übrigen unterstreicht sie mit diesem Verhalten nur eine handschriftliche Bemerkung unter ihrem Zeugnis, zweite Klasse, zweites Halbjahr.
“Die kleine S. ist intelligent, doch unaufmerksam”, schrieb ihre Klassenlehrerin, die blonde Frau Schäfer mit den stämmigen Beinen. “Statt dem Unterricht zu folgen, guckt sie lieber aus dem Fenster und beobachtet die Vögel, wie sie auf dem Schulhof landen und singen.”
Daran hat sich bis heute nichts geändert. Dabei hatte der Witz durchaus normale Chefqualität.
„Wusstest du, dass dein Körper auch selbst Opiate produziert, zum Beispiel beim Marathonlauf?“
Ich glotze sie an.
„Aber nicht mein Körper. Das hat der nicht nötig. Ich nehm meine Drogen immer noch selbst!!
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“Komisch, beim Westerwelle muss ich immer daran denken, dass er in den Arsch gefickt wird. Beim Wowereit nicht.”
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Eigentlich müsste man ja annehmen, dass sich ein Mann, der schreibt, irgendwie aufmerksamer durchs Leben bewegt als jemand, der einer profaneren Tätigkeit nachgeht, wie etwa Geld verdienen, oder Schuhe bauen. Aber denkste Puppe. Jedenfalls in meinem Fall ist davon nichts zu spüren. Es ist nur so, dass der Herrgott es so eingerichtet hat, dass ich jeden meiner Wege ungefähr zehntausend Mal zurücklege, bis mir gar nichts mehr anderes übrigbleibt, als gewisse Dinge wahrzunehmen.
Die Gräfin meinte mal, es würde reichen, um die Dinge einen kleinen rechteckigen TV-Bildschirm zu ziehen, “schon guckst du dir darin automatisch alles an.”
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“Frauen, die in ihrer Ehe oder Partnerschaft ein Arrangement eingehen, das sie nicht wirklich zufriedenstellt, werden seifig, oder fett.”
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Wenn mir früher Leute begegneten, die zwischen 40 und 50 Jahre alt waren, dachte ich, Junge, wie zum Teufel kann man so lange existieren ohne durchzudrehen? Mittlerweile weiß ich, es ist tatsächlich nicht so einfach. Jedenfalls kein Selbstläufer. Man muss sich schon ordentlich anstemmen gegen das schleichende Blödwerden. Die Angriffe kommen von überall: frontal und wuchtig von vorn, link und hinterhältig von hinten. Aber am schlimmsten sind diese melancholischen Knackgeräusche von der Seite.
Chefbild
Schlagwörter: Deutschland, Glumm


7. September 2010 um 20:57 |
Muss Dich mal loben, Glumm – oder besser Euch: Glumm und Gräfin!
Bild und Text konvenieren prächtig. Ganz prächtig.
8. September 2010 um 12:00 |
Hey, wo ist das Chefbild?
8. September 2010 um 12:58 |
abgetaucht – und wieder da.
8. September 2010 um 13:37 |
Puuh – bin ich aber froh !
8. September 2010 um 13:39 |
ach, ist doch gar kein teema.
8. September 2010 um 14:56 |
weiberklamotten stehn dir nich..-
pack den bademantel aus ,tu pursche tu…
20. September 2010 um 23:01 |
Das mit dem Westerwelle geht mir genauso *g* Wirkt jetzt irgendwie homophob, bin ich aber garnicht…der guckt halt so verkniffen…