When Autumn comes to town

Mit dem Hund zum Bäcker, Brötchen holen. Der Himmel hat eine Farbe, als habe der Herrgott Heidelbeereis anrühren wollen und wäre dabei gestört worden. “Jochem..! Telefoon!!”

Auf dem Rückweg spazieren wir durch den Coppel-Park, Herbstlaub sticht durch die Schuhsohlen wie Pepperoni. Alles klafft auf, blättert ab- der Herbst ist in der Stadt.

Ein Tag mit Vehemenz und Laub.

Egal, wo man sich im späten September aufhält, das Licht kommt von hinten und kräftigt den Steiss. Eicheln klackern zu Boden, Raben schicken ihre Kundschafter aus. Und: Diese feuerrote Mini-Sekunde Kindheit, wenn man im Rinnstein eine Rolle Knallplättchen entdeckt, komplett abgeknallt. Per Aushang am Baum wird ein entlaufener Silberpudel gesucht. Er ist sehr scheu. Braucht dringend seine Medikamente. HOHE BELOHNUNG.

“Den holen wir uns!” sag ich zu meinem Hund, aber der will lieber nach Hause, frühstücken. Klar, der muss ja auch kein Geld verdienen. Der muss nur kacken und fressen. “Kacken und fressen, kacken und fressen, auf der ganzen Erde wird nur gekackt und gefressen! Von wegen grüner Planet! Das ist ein bisschen blauäugig von uns!” (Die Gräfin)

Als wir in die Küche kommen, sitzt sie am Küchentisch und blickt traurig in den Garten, wo noch die Relikte des Sommers lagern, als Zeugen von warmen, luftigeren Tagen: der Gartentisch, die Campingstühle, die vom Hund kaputtgebissenen Fußbälle.

“Bayer Leverkusen versinkt im Mittelmaß”, lese ich aus der mitgebrachten Zeitung vor. Bayer ist unser Klub. “Warum soll es Leverkusen auch anders gehen als uns”, murmelt die Gräfin. Ihr Rezept gegen die zunehmende Herbstkühle: heißes Wasser vor den Bauch binden und mollige Damen zeichnen.

Gleich gibts Pflaumenkuchen.

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