Eine kleine, eine dolle Sache

Die Kollegen A und B stehen sich auf dem Gang gegenüber, man plaudert, es ist Frühstückspause. Alles in Ordnung soweit, bis A bei B Essensreste am Mundwinkel entdeckt. Brötchenkrümel vielleicht, oder getrocknete Salbe, es lässt sich nicht genau festmachen. Und obwohl es winzig ist, irritiert es A so sehr, dass er nicht die Augen davon lassen kann. Er stiert unablässig auf den Mundwinkel seines Gegenüber, was B wiederum verunsichert und ein bisschen zornig werden lässt: warum zum Henker glotzt der mir so aufs Maul?! Klebt da  was vom Puddingteilchen, das ich auf dem Weg ins Büro gefuttert hab? (Hoffentlich hat das Schwein keinen Herpes, denkt A. Das fehlte noch. Dem geb ich nicht mehr die Hand.) Und so flitzen vier Augen nervös hin und her, als wären Krumen am Mundwinkel ein Vergehen, das mit sozialem Gefängnis und nicht unter zehn eiskalten Blicken bestraft wird – dolle Sache!

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