Pflegegruppe 32

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So erlag er beinahe den Anstrengungen des Krieges gegen sich selbst und den erhaltenen Wunden in hiesiger Stadt.

*

Auf der Intensivstation wird morgens eine große Waschschüssel mit lauwarmen Wasser ans Bett gebracht, inklusive Seife und einer Zahnbürste-to-go. Aufstehen kann ich ja mittlerweile, mich aber nur im Radius der Schläuche und Kabel bewegen, die mich anketten, ein Meter ums Bett herum. Gepinkelt wird in die Urinflasche. Ich mach eine Pulle nach der anderen voll und klingle.

„Ist voll, Schwester.“

Eine der ständig wechselnden Pflegerinnen meint es gut mit mir und stellt zur Morgentoilette eine Dose 8×4 dabei, für eine besonders frische feminine Note. Sie bleibt so lange am Bett stehen, bis ich mir tatsächlich einen Hub unter die linke Achsel sprühe, und so kommt es, dass mir bis in den Nachmittag hinein Blümchenscheiße um die Nase weht, wenn ich meinen Kopf ein Stück nach links drehe und aus dem Fenster schaue

Am Abend wird  meine Lunge geröntgt, mit Hilfe eines mobilen Röntgenwagens. Ich sitze aufrecht im Bett, Röntgenschürze am Sack, Platte vorm Bauch.

„Morgen früh werden Sie auf die Kardiologie verlegt“, sagt die Röntgenassistentin und drückt den Buzzer, wie in der Game-Show.

So. Ist die Röntgenaufnahme auch im Kasten.

*

Ich trage weiße Thrombosestrümpfe. Jeden Abend gibts eine Thrombosespritze in den Bauch. Man kann sie sich auch ins Bein jagen lassen. Ich bleibe beim Bauch.

Wieviel Herzinfarkte gibt es in Solingen jeden Tag, Schwester?

Hm. Das ist verschieden.

Na, so ungefähr.

Manchmal zehn, manchmal gar keiner. Warum?

Na, nur so.

Bei anhaltend schwülem Wetter häuft es sich, und im Winter, wenn die Leute frühmorgens Schnee schippen wie die Bekloppten. Dann ist Alarm hier auf Station.

War ich vorgestern der einzige mit Herzinfarkt?

Hier in Solingen?

Ja.

In Solingen schon, ja.

*

Die Bildschirme werfen Tag und Nacht ihr Licht ins Zimmer, wie eine Wachmannschaft auf Dauerpatrouille. Die Geräte messen die Sauerstoffsättigung im Blut, der Puls wird kontrolliert, steriles Wasser läuft in meinen Arm, in der Nase steckt eine Sonde.

Als ich eingeschlafen bin, muss jemand die Blutdruckmanschette neu eingestellt haben, statt alle zwanzig Minuten wird der Blutdruck plötzlich alle Naselang gemessen. Ständig bläst sich die Manschette auf und wird so hart, dass ich denke, mir knallen die Oberarme durch. Unangenehm. Das nervt. Ich nehm die Manschette ab, lasse sie vorm Bett runterbaumeln. Es dauert keine Viertelstunde, steht die Schwester am Bett.

Ist abgegangen, sag ich.

*

Da die Enzymwerte im Blut noch zu hoch sind, kann ich die Intensivstation noch nicht verlassen, sagt der Kardiologe. Vielleicht morgen.

Ist nicht schlimm, es gefällt mir auf der Intensiv. Pflegerinnen und Pfleger haben Zeit für einen, und es ist schön ruhig hier, kein Geschrei auf den Gängen. Das sage ich auch der Schwester, als sie nach mir schaut.

Schön ruhig, ja. Das hat auch seinen Grund, sagt sie, dass es so ruhig ist, ruhiger noch als sonst. Heut Nacht ist hier jemand gestorben, und das schlägt allen aufs Gemüt. Eine Frau ist gestorben, die sehr lange auf der Intensiv gelegen hat.

Später karrt Schwester Simone ungefragt den einzigen tragbaren TV-Apparat der Station an, damit ich das Pokalfinale sehen kann. Als das Spiel läuft, gucke ich kaum hin. Hauptsache es steht ein Apparat am Bett, der nicht irgendeine Körperfunktion misst.

*

Heute wurde ich Zeuge des stillsten Verwandschaftsbesuchs aller Zeiten. Meine dem Tod entgegendämmernde Zimmergenossin bekommt Besuch von ihrer Tochter und ihrer Enkelin. Punkt 15 Uhr, zu Beginn der offiziellen Besuchszeit, öffnet sich die Tür, die beiden Frauen betreten das Zimmer. Mit bangem Blick, und ohne mich auch nur im geringsten wahrzunehmen. Nur zögerlich nähern sie sich dem Krankenbett, und verschwinden aus meinem Blickfeld, hinter dem weissen Rollvorhang. Ab und zu verlässt die Enkelin, die Augen voll Tränen, die Todeszone und nimmt Platz auf einem Besucherstuhl. Es fällt kein Ton. Kein Hallo Mama, kein Hallo Oma. Ich höre nur das übliche Auf und Ab des Beatmungsschlauches. Nach zehn Minuten verlassen die beiden Angehörigen das Zimmer. Klageweiber in der Vorbereitung. Man trägt noch nicht schwarz, aber das Gemüt ist schon eingemeindet.

*

Ich weiss gar nicht, in welcher Etage des Klinikums ich mich aufhalte, wo die Intensivstation liegt. Ich schätze, es ist der fünfte oder sechste Stock. (Später erfahre ich, es ist das Erdgeschoss.) Wenn ich aus dem Fenster schaue, seh ich in einigen hundert Metern die Müllverbrennungsanlage. Wie eine alte Dampfmaschine mit riesigem Schornstein steht sie da, in der Morgensonne glitzern die silbern ummantelten Rohrleitungen. Niedlich wird es in der Nacht, wenn die MVA beleuchtet ist, dann erscheint sie als schlafende Raketenabschussrampe, in der Version der Augsburger Puppenkiste. Ich schaue aus dem Fenster, kann nicht schlafen und warte auf das Monster.

*

Sonntagmorgen, neun Uhr, Visite. Zwei Ärztinnen und der kleine polnisch aussehende Doktor treten an mein Bett.

“Sie dürfen die heiligen Hallen heute wahrscheinlich verlassen und werden rauf auf die Kardiologie verlegt”, sagt er, “wenn die Werte in Ordnung sind.”

Eine Ärztin nickt.

“Ja, die Werte sind wahrscheinlich in Ordnung.”

Gestern hieß es zwar noch, ich werde runter auf die Kardiologie verlegt, heute rauf – doch was soll’s. Wenn die hier über Nacht nichts besseres zu tun haben als Stationen umzusiedeln, kann es ja so schlecht nicht bestellt sein ums Klinikum. Ich bin immer für einen kleinen Gag zu haben.

Nach dem Aufwachen heut Morgen wurde mir sofort Blut abgezapft, zum xten Male. Meine Arme sind stellenweise blau wie Pflaumenmus.

“Der Infarkt sollte noch einige Tage ausheilen, und dann müssen Sie noch mal in den Katheterraum. Der dritte Stent muss noch gesetzt werden.”

*

Erinnerungsfetzen: Im Rettungswagen vor der Kirche, ich liege auf der Bahre, ruft von draussen ein Sanitäter: “Unter der Telefonnummer ist niemand zu erreichen.”

“Ist aber die richtige Nummer”, flüstere ich und wiederhole die Zahlenfolge, langsam wegsackend. Es ist die Nummer von Sannes Mutter. Sanne ist bei ihr zu Besuch. Sanne soll Bescheid wissen,  was los ist, und sie muß den Hund abholen. Der Wagen fährt an, ich nehme das metallische Zuschlagen der Schiebetür wahr, eine gewisse Kühle streift meinen Körper. Eine erregte Männerstimme: “Die Fußgängerzone ist blockiert!”

Von da an halte ich die Augen geschlossen, es rappelt und rumpelt während der Fahrt, eine Infusion wird gelegt.

“Einmal Diazepam läuft durch.”

Ich öffne die Augen erst wieder, als ich im Klinikum in den Herzkatheterraum gerollt werde und mir auf dem OP-Tisch in Nullkommanichts Strümpfe, Hose und Hemd runtergezogen werden. Ich bin ein Fisch, der in Windeseile skelletiert wird.

“Ruhig bleiben, Herr Glumm. Ruhig.. Wir retten Sie jetzt.”

*

Pflegegruppe 32. Zimmer 13.

„Auf einmal geht das KLATSCH! und dann rappelt es und ich lieg wieder da“, erzählt Günter, der neue Bettnachbar. „Wegen dem Zucker“, fügt er frohgemut hinzu.

Günter ist einundsiebzig und ein Veteran, was Krankenhausaufenthalte anbelangt. Vor Jahren, so erzählt er, hatte er Wasser in der Lunge, und da drückte ihm im Besucherzimmer eine russische Handarbeitslehrerin, („ich weiß gar nicht, zu wem die gehörte, die war wie ein Engel aufgetaucht“), ein Schwämmchen unters Herz. Er demonstriert es umständlich.

„Hier, so. Und dann hat das Schwämmchen da innnerhalb von vierundzwanzig Stunden peu a peu sämtliches Wasser abgesaugt.“

Jedenfalls verstehe ich das so. Sicher bin ich mir nicht. Günter erzählt viel, quasi ununterbrochen, und der Tag hat gerade erst begonnen. Weil er mich aber mit riesengroßen, nach Bestätigung heischenden Froschaugen ansieht, hebe ich den Daumen zum internationalen Gut gemacht-Zeichen: Allerhand, das mit der russischen Handarbeitslehrerin, wirklich, allerhand. Sämtliches Herzwasser, alles weg, hui. Leck mich am Arsch.

Günter ist ausserdem ein grosser Jerry Cotton-Fan, und er nimmt gern Filme auf DVD auf. Das ist sein grösstes Hobby, Filme aus dem Fernsehen aufzeichnen und später angucken. Er hat daheim ein üppiges Archiv aufgebaut.

„Meistens guckt meine Frau oben einen Liebesfilm und ich guck unten bei mir Krimis, aber manchmal gucken wir uns oben zusammen was an und dann schneide ich unten alles auf DVD mit, ist doch kein Thema.“

Dann erzählt er lang und bräsig von irgendeiner Tatort-Folge, die er gesehen hat, ich höre nach einer Weile kaum noch hin. Erst, als ich denke, so, jetzt musst du langsam mal den Kopf heben und nicken, damit er nicht denkt, du hörst gar nicht zu, erst da seh ich, dass er ein Handy am Ohr hat und mit seiner Frau telefoniert.

*

„Hast du gestern Tatort geguckt?“ höre ich ihre schrille Stimme aus dem Handy.

„Ja klar hab ich Tatort geguckt „, sagt Günter.

„Gut. Hab ich für dich aufgenommen. Kann ich dann löschen, oder?“

„Tatort?“

„Ja. Tatort. Hast du doch schon gesehen.“

„Ja, hab ich gesehen. Kannst du löschen. Aber danach bei Inspektor Lewis, da bin ich eingeschlafen. Hast du aufgenommen?“

„Inspektor Lewis hab ich auch aufgenommen. Soll ich nicht löschen?“

„Nee, Lewis nicht löschen! Bin ich gestern Abend nach fünf Minuten eingenickt. Guck ich mir in acht Tagen an.“

„Gut.“

Kommunikation unter Ehegatten ist alles.

*

Der andere Bettnachbar, ein Maschinenbau-Ingenieur namens Raschke, er stammt ursprünglich vom Chiemsee, geht im Juli in Rente, nach einem Jahr Arbeitslosigkeit und einer fürstlichen Abfindung seines langjährigen Arbeitgebers.

„Meine Frau und ich sind unter die Mobilisten gegangen“, erzählt er und es dauert einen Moment, bis ich kapiere, dass Mobilisten Leute sind, die im Wohnmobil durch die Gegend gondeln.

„Früher sind wir noch um die ganze Welt geflogen..“, sagt der Mann, dessen bratwürstelrote Gesichtsfarbe den Herzkranken verrät. „Der Raschke hat eine künstliche Herzklappe, die klappert nachts so laut“, so Günter, „als wär er wieder am Kühlschrank.“

„Heutzutage sind wir froh, wenn wir morgens aufbrechen, sagen wir in Holland, ein paar Meilen fahren und stehen bleiben, sobald wir meinen, dass es das Richtige ist. Dafür muss man nicht um die Welt fliegen.“

Wieder einmal blickt jemand beifallheischend in meine Richtung. Wieso blicken die Leute alle in meine Richtung, wenn sie Bestätigung suchen? Bin ich der Bestätiger? The Big Bestätiger? Ohne mich. Ich lasse ihn auflaufen. Ich nicke nicht, ich bestätige nichts, ich starre einfach zurück. Wäre Zimmer 13 eine Wiese, zwei Kühe stünden sich gegenüber. Die Verunsicherung ist mit Händen zu greifen.

„Obwohl, ab und zu im Winter eine kleine Fernreise, ich meine.. dagegen ist ja nichts einzuwenden, oder..?“

Ich nicke. „Nee.“

*

So modern die Intensivstation eingerichtet ist, hier unten auf der Pflegegruppe scheinen die Krankenzimmer auf dem Stand der Sechzigerjahre eingefroren zu sein, mit ihrer zerschundenen Möblierung. Als ich das Nachtschränkchen neben meinem Bett genauer in Augenschein nehme, fühle ich mich an eine DDR-Musiktruhe aus dem Jahre 1958 erinnert, designmäßig auf Ostblock-Linie getrimmt. Besonders ansprechend die vielen silbrigen Knöpfe, die sich ohne Ende ins Nichts drehen lassen, die eingebauten toten kleinen Lautsprecher und die Buchsen für den Anschluss moderner Tonbandmaschinen.

*

„Ja, selbstverschnittlauch!“ tönt Günter jedes Mal, wenn er in der Früh wach wird und die Augen aufschlägt. Gerne auch: „Guten Morgen, Kameraden zur See!“

Er ist zucker- und schwer herzkrank und wird morgen operiert. Er bekommt einen Defilibrator eingesetzt. Eine grosse Operation von mindestens drei Stunden Länge. Es ist seine insgesamte siebzehnte OP. Ein Profi durch und durch. Entsprechend weiss er auch, worauf es ankommt: „Man muss vorher noch mal richtig kacken.“ Diesen Rat hat er in der ersten Nacht, die ich auf der Kardiologie verbringe, ordentlich beherzigt.

„Wer weiss, wann ich dafür wieder Gelegenheit habe“, schnauft er um halb fünf in der Früh, als die ersten Vögel singen und er zum dritten Mal hintereinander den Pott aufsucht. Jede Sitzung, jeden noch so kleinen Klecks Stuhl leitet Günter mit einem ausgelassen knatternden Furz ein. Da kennt er nichts. Nichts ist ihm peinlich. Sollen die Nachtschwestern auf dem Flur ruhig Bescheid wissen, dass Günter auf dem Töpfchen sitzt, früh um halb fünf. Ein echter Spitalprofi. Nicht mal als ihm Pfleger Daniel, 32, drei Stunden später einen Blasenkatheter anlegt, zeigt Günter Zeichen von Nervosität.

„Wenn meine Frau anruft, sag ihr, wir gucken nächste Woche Inspektor Lewis. Kennst du Inspektor Lewis, Daniel? Ist Klasse. Musst du gucken, Daniel. Kannst mich ja mal besuchen. Ich hab zweitausend Krimis zu Hause, auf Video und auf DVD.“

*

Sanne ruft an.

„Lass uns ein paar Tage an die See fahren, wenn du aus dem Krankenhaus kommst und etwas Zeit vergangen ist.“

Sie träumt von Abenteuern in den Dünen, von Wandern mit dem Hund, von Orten, wo uns niemand erreicht, wo keine Sondermeldung hinkommt, wo der Wind alles erzählt, was man wissen muss.

„Aber erstmal koche ich uns ne schöne Hühnersuppe, wenn du draussen bist.“

„Ja selbstverschnittlauch“, sag ich.

Da freut sich auch der Hund. Bleiben immer ein paar schöne spitze Knochen übrig, bei Hühnersuppe, und wir haben jedes Mal Schiss, dass er sich die Kehle aufschlitzt. Um so schöner, wenn alles gut geht.

*

Mittags steht die Oberärztin vor meinem Bett.

„Also, Herr Glumm, wie ich sehe haben unsere Ärzte Sie wieder von der Strasse weggeschnappt“, scherzt sie mit Blick auf mein Patientenblatt. „Sie sind ja zum ersten Mal im Krankenhaus, und das in Ihrem Alter, Respekt.“

Sie klebt einige Elektroden auf meine Brust und ein Maschinchen, das ein 24-Stunden-EKG durchführen soll. Auf dem dazugehörigen Merkblatt lese ich zwar was von empfindlichen Hochleistunggeräten, der Anblick des handygroßen Dings erinnert jedoch eher an Raumschiff Orion und die Untertassen. Auch Günter hatte nur „Mann, sieht das scheisse aus!“ gerufen, als er das Gerät tags zuvor am Körper tragen musste.

Die Oberärztin informiert mich über die Risiken der zweiten Herzkatheteruntersuchung, die einige Tage später, am Mittwoch, stattfinden soll, und erklärt den Eingriff anhand einiger Schaubilder. Ein Ballon wird durch die Arterie eingeführt und im Herzen aufgeblasen, um die von Kalk verstopften Gefäße zu öffnen. Dann wird ein Stent, ein kleines Gittergerüst eingesetzt, um das Gefäß auf Dauer geöffnet zu halten. Ich erfahre, dass es dabei, im Ausnahmefall, auch zum Schlaganfall kommen könne. Oder es stellt sich heraus, dass die Arterien so dicht sind, dass kein Stent mehr gesetzt werden kann. Dann wird der Eingriff abgebrochen, „.. und Sie werden über einen Zeitraum von einem Jahr medikamentös weiterbehandelt.“

Das lässt mich aufhorchen. Ich bin schliesslich alles andere als scharf darauf, noch mal in den OP zu müssen.

„Kann man das nicht gleich mit Medikamenten weiterbehandeln? Brauche ich unbedingt noch einen dritten Stent?“

„Ja natürlich“, sagt sie einigermaßen fassungslos, und schickt mich runter auf U1 zur Echo-Untersuchung. Da treffe ich zufällig den Oberarzt wieder, Doktor Dierks, der den Eingriff durchführte, gleich nach dem Infarkt.

„Sie hatten relativ schlechte Karten an dem Tag, als es passierte. Gut, dass Sie so schnell auf unserem Tisch gelandet sind“, sagt er und führt noch einmal aus, wie chronisch kaputt mein Herz schon war.

„Erinnern Sie sich überhaupt noch an mich?“ fragt er zum Schluss.

„Nicht wirklich. Nur der Klang Ihrer Stimme kommt mir bekannt vor.“

„Ja, ich musste laut werden, weil Sie einfach nicht still liegenbleiben wollten.“

Ein groß gewachsener Mann, der Oberarzt, kurzes blondes Haar, eher sym- als unsympathisch.

„Bis Mittwoch“, sagt er. „Und keine Angst. Das machen wir schon.“

*

15 Gedanken zu „Pflegegruppe 32

  1. Mensch Glumm,
    ich bin verdammt froh, dass Du das alles noch erzählen kannst, für mich sind das schöne Einblicke, habe ich doch jahrelang auf der anderen Seite gearbeitet – hatte Schwester Simone eigentlich rote Haare und Locken? Wenn ja, ne nette Ex-Kollegin…
    Wie auch immer: Sieh zu, dass Du dem Sensenmann weiter fern bleibst, der hat Dich noch nicht verdient!

  2. Hach, herrlich, das ist schon wieder ganz der alte Glumm, wie ich ihn schätze. Ihr könnt dem jetzt die Stents wieder rausnehmen, der Mann ist ein für allemal geheilt. Und gebt ihm seine Kippen zurück und was er sonst noch an Drogen will. Ja, selbstverschnittlauch!

  3. ja mich haben huer auch viele passagen belustigt
    nur mir war nich so
    die sprache hat der nich verloren
    und urlaub an der nordsee kann ich nur empfehlen..

  4. Natürlich nur, dass Du wieder schreibst: supergut und vor mit Humor, dass Du operiert werden musst ist natürlich blöd. Ich drück Euch die Daumen, dass Du bald wieder bei Deiner Gräfin bist.

  5. nu habich thomas klin g vor mir lign (ok, ich hörschonauf),
    der ist JA RICHTIG GUT IST DER.

    Nur als Eremit war er mir zu teuer. Bleibt er halt nur lieb.

    (Sie Erstausgabenprotzer, Sie)

  6. Lieber Andreas Glumm,
    die gravierendste Veränderung seit dem Infarkt ist wohl, dass sie die (kluge) Gräfin jetzt Sanne nennen. Die Träne, die sie glitzern sah, haben sie hoffentlich schon geweint.
    Es ist schön, die Auseinandersetzung mit der Situation mitzuerleben, auch im wechselnden Header…
    Alles Gute!
    Mika (Jahrelang begeisterte Leserin)

  7. Der erste Satz („So erlag er beinahe …“) klingt übrigens wie ein Klassikerzitat. Habe es aber nicht finden können. Also ein echter Glumm, was? Überrascht mich dann auch nicht.Weiter gute Besserung!

  8. wenn die dicht ind sie
    die esotherien um des bleid wegschnitts der zornifen falten in aspik
    der bescher von und mit
    der letzte kromel gekaut
    ja
    ich geh nach penny meim freund

Hätte ich doch besser die Fresse gehalten

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