Blau

Treiben lassen, treiben, egal wohin, ritzte ich abends in dieser fremden blauen Küche in den Tisch, wichtig ist allein das Wegkommen,

ritzte ich und blickte an mir runter, sah die Schuhe blau, die Schnürsenkel und die Hose blau, alles blau – blau, selbst das Mädel an meiner Seite war blau, und nett, aber nicht hübsch, und wäre es hübsch, wäre es nicht nett gewesen, bloß blau,

bloß

treiben lassen, treiben, egal wohin, wichtig war allein das Wegkommen

aus dem Messingbett der kleinen Blondine, die klagte immerzu, „Oje!“ klagte sie, „die Welt ist blöd“, das gefiel mir, das fand ich gut, aber ihr Po war flach, das gefiel mir nicht, das waren Tarnfarben, zumal ihr Haar war blond, nicht blau, oje,

weg hier, weiter, schnell weiter, tiefer in die Nacht,

Richtung Alte Fabrik, auf die große Samstagnachtparty, da stand ein Fass, davon trank ich, da war eine Fläche, darauf tanzte ich, da waren Ohren, die bat ich zum Diktat bis die Lichter angingen und die rote Sitzgarnitur mich rief, mein Zuhause,

da saß ich früh am Morgen, nachglühend, in Vibration, etwas im Bauch, das raus musste, brauchte ich doch den Gassenhauer, den dicken Fisch, die Goldmarie,

wolln doch mal sehn, dachte ich, wieviel Munition son kleines Herz hergibt, wa, wenn es über sich hinauswächst,

da ging das Telefon:

„ich bin so unglücklich“, sagte sie, „ich halt das nicht aus, ich hab furchtbar geträumt“, sagte ich: „okay, komm vorbei“, sagte sie: „hab kein Auto“, sagte ich: „ah so“, fragte, was sie geträumt habe,

erzählte sie:

„Lag im Keller auf einer Pritsche, konnt nicht schlafen, starrte auf die Wand gegenüber, da war ein Loch, da kroch ein Tier heraus, von weitem ganz niedlich kam es langsam näher auf mein Kopfkissen, wurde größer und größer bis es zubiss mit langen spitzen Zähnen in meinen Hals, da rannte ich die Treppe hoch, sah dich mit einer Anderen im Bett, mit der Nase hat sie es dir besorgt, und als es dir kam, fragte ich, wie es gewesen sei, schwärmtest du, wunderbar, was für Geniesser! Da hab ich auf dich eingetreten, wie eine Verrückte, in den Unterleib, richtig blau waren deine Eier und jetzt, jetzt bin ich wach“, sagte ich: „komm vorbei“, sagte sie: „hab immer noch kein Auto“, sagte ich: „gut, dann hole ich dich ab, zu Fuß, in meine Arme“,

und so geschah es.

Da lagst du nun bis in den Sonntagmittag, der Himmel blau, die Sonne brav, und ich begleitete dich heim, Hand in Hand klauten wir Zigaretten in der Bäckerei, die Luft war zärtlich bis zur nächsten Strassenbiegung, da schauten wir einander nach, legten beschwörend die Finger auf die Lippen, und so haben wir stillschweigend Stillschweigen vereinbart, dass ich hiermit breche,

blau, blau wie ich bin.

*

Ich mag Hunde.

Advertisements

2 Gedanken zu „Blau

  1. ohgottverdammte… glumm!
    wie hast du das nun wieder hingeschrieben?
    endlich bin ich versöhnt.
    und das sogar mit mir selbst!
    ganz alleine.
    blau wie ich bin!

    sagmallalda , kannste auch kaffeesatz? 😉
    oder die cholik einer angesagten schote?

    -egal. sei es wie es sein soll!
    dieser mann hat die dicksten eier
    in der ganzen bloggerwelt!

    gruss&kuss XO

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s