Verdammte Transportarbeiter

Sein Portmonee war weg. Verschwunden, nicht mehr aufzutreiben. Pfleger und Pflegerinnen hatten das Zimmer auf den Kopf gestellt, sie hatten in der Wäscherei angerufen, sie waren unten beim Pförtner gewesen, nichts zu machen.

Für meinen Vater war ohnehin klar, wer dahintersteckte.

„Verdammte Transportarbeiter“, wetterte er, als ich um halb elf im Altenheim ankam. Er saß an seinem Stammplatz im Essensraum, die Sonne im Nacken, eine kalt gewordene Tasse Kaffee vor sich. „Das sind doch alles Verbrecher, die sind aus der Ostzone, die sind raffiniert, die Brüder.“

Im Altenheim bestohlen zu werden, war für ihn nur eine Frage der Zeit. Wo viele Menschen zusammenkommen, so seine These, sind auch viele schlechte Gedanken, und die setzen sich eines Tages durch gegen die guten Gedanken. Die Option, dass er die Brieftasche vielleicht verlegt oder verloren haben könnte, schied für ihn kategorisch aus.

„Dass hätte ich doch gemerkt.“

Nein, die Transportarbeiter hatten ihn bestohlen. Dunkle Gestalten, die mit dunklen Fingern die Essenswagen zwischen Küche und Stationen hin und her kutschierten und sich gut auskannten in den Räumlichkeiten – wenn auch im Städtischen Klinikum und nicht im Altenheim, wo er seit zwei Monaten untergebracht war und wo es überhaupt gar keine Transportarbeiter gab. Aber was sollte ich das meinem Vater groß auseinander legen. Kaum hatte ich es ihm erklärt, hatte er es schon wieder vergessen. Da konnte ich es auch gleich lassen. Kam auf das gleiche raus.

„Die warten nur auf eine Gelegenheit, die Burschen von drüben, und bums! ist das Portmonee weg. Die sind schwer auf Zack, die Brüder.“

„Zum Glück waren nur ein paar Euro drin“, sagte ich zu einer Pflegerin. Erst am Abend, als ich mit meiner Schwester telefonierte, hörte, dass es immerhin 50 Euro gewesen waren, die sie Tags zuvor in Vaters Brieftasche gesteckt hatte. Scheisse, sagte ich zu ihr am Telefon. und es war nicht das erste Mal, dass ich Scheiße sagte an diesem Tag.

Unser alter Vater war so durch den Wind, dass die Mitarbeiter im Altenheim richtig konsterniert waren. So desolat hatten sie ihn noch nicht erlebt. Bis dahin war er für sie mehr ein humorvoller, etwas tüdeliger alter Herr, der sich nicht gern an Gemeinschaftsaktivitäten beteiligte.

„Manchmal ist er wie von Sinnen. Dann schiebt er den Rolli über die Gänge wie der Schumacher, und er fliegt hinterher“, übertrieb Marcel, ein jüngerer Pfleger Mitte Zwanzig, der mich an irgendwen erinnerte, aber ich kam nicht drauf, an wen. Vielleicht hatte ich ihn aber auch bei unserer ersten Begegnung nicht richtig wahrgenommen und glaubte seither jedes Mal, wenn ich ihn sah, den kennst du doch, den hast du doch irgendwo schon mal gesehen..

„Ihr Vater scheint dann überhaupt nicht zu wissen, wo er sich aufhält und warum..“

Ja, so ist das mit den Glumms. Und mit den Wos und mit den Warums.

Und auch wenn der Pfleger etwas übertrieben haben mochte, im Kern lag er sicher richtig: Vater hatte wieder mal einen schwächenden Zwischenstopp eingelegt, im tiefen Tal der Demenz.

Am Tag zuvor, so meine Schwester am Telefon, hatte er in seinem Zimmer am Fenster gesessen, untenrum pudelnackt. Er hatte sich gerade den Katheter aus dem Pimmel gezogen, als meine Schwester anklopfte und eintrat. Und gleich wieder kehrtmachte, um einen vom Pflegeteam zu holen.

„Es ist immer dasselbe mit unserem alten Vater“, klärte ich Marcel auf, den jungen Pfleger, „seit er nach einem Herzinfarkt ein Trauma davongetragen hat. Ein Durchgangssyndrom, eine beginnende Demenz. Und wenn sein Körper nun eine neue Störung erfährt, wiederholt sich das Trauma.“

„Aber irgendwann legt sich das wieder..?“ fragte der Pfleger besorgt.

„Bis jetzt schon, ja. Sobald die Sache ausgestanden ist, wird er wieder normal..“

Dieses Mal war es die Prostata. Sie hatte sich auf eine solche Größe ausgedehnt, dass sie schon auf die Harnleiter drückte und er kein Wasser mehr lassen konnte. Eine schmerzhafte Angelegenheit, die ihn nachts nicht schlafen ließ, weil es so weh tat und er ständig das Gefühl hatte, aufs Klo zu müssen. Tags drauf wurde er zur Untersuchung ins Krankenhaus gebracht, da kein niedergelassener Urologe bereit war, im Altenheim einen Hausbesuch abzustatten.

„Gibt zu wenig Geld für die Ärzte, ist zu umständlich“, erklärte Marcel.

„Kann ja sein, aber das Krankenhaus ist für meinen Vater immer ganz schlecht“, wiederholte ich mich, „und selbst, wenn es nur für eine Stunde ist. Krankenhaus ist immer Katastrophe.“

Er bekam einen Katheter gelegt und man holte den Urin aus der Blase, der sich bereits angesammelt hatte, einen ganzen Liter. Seit diesem Tag trug er einen Urinbeutel und bekam Medikamente gegen die Prostatavergrößerung. Dass er zum Pinkeln eine Weile nicht aufs Klo musste, war ihm nur schwer zu vermitteln.

„Du kannst einfach laufen lassen..“, wiederholte ich. „Du brauchst keine Angst zu haben, dass du in die Hose machst..“

„Ich mach in die Hose?“

„Nee, eben nicht. Du bist an einen Beutel angeschlossen, der hängt da unten, siehst du, hier, da läuft alles rein, von ganz allein..“

„Ja, da sagst du was..“, sagte Vater leise und nickte mir zu, als hätte er endlich begriffen, wie der Hase läuft.

Doch keine zwei Minuten später hörte ich ihn wimmern und jammern.

„Ich muss pinkeln..“

Meine Schwester meinte dazu, es wäre bei ihm mittlerweile ähnlich wie in dem Film Und täglich grüßt das Murmeltier.

„Wenn er das Gefühl hat, aufs Klo zu müssen, steht er jedes Mal vor einer neuen Situation, egal, was man ihm zuvor erklärt hat. Er ist alle zwei Minuten mit einer neuen Situation konfrontiert, für die er keinen Abgleich im Gehirn findet.“

Weil er um Elf einen Termin hatte, begleite ich ihn zum Urologen. Die Stationsleitung hatte bereits ein Taxi gerufen. Nun war aber dummerweise sein Portmonee weg mit den 55 Euro, die unter anderem für die Taxifahrt gedacht waren, und ich hatte kaum Geld dabei. Also musste ich rasch runter zum Empfang, wo Taschengeld für Vater hinterlegt war.

„Ja, die Frau Berend ist da“, verwies mich der Mann an der Pforte an die Mitarbeiterin im Hinterzimmer. Die gute Frau schaute kaum auf, als ich mit meiner Bitte an sie herantrat, sie kam mit dem Computer nicht klar.

„Wieso komm ich da nicht da rein?!“

Im ganzen Raum duftete es nach frisch gepresstem Angstschweiß.

„Hallo“, grüßte ich, doch sie würgte mich ab.

„Ja, ich hab schon gehört, Sie wollen Geld für Ihren Vater abholen. Ich versuche ja schon, in das Programm zu kommen..“

Frau Berend mochte es nicht, bei einer Arbeit beobachtet zu werden, die sie nicht auf die Reihe kriegte – niemand mag so etwas. Aber ich hatte es eilig. Mein Vater saß bereits im Taxi, samt eingeklapptem Rollator, und die Uhr lief im Stand by-Modus.

Frau Berends Haar war schon so grau, dass ich vermutete, sie wäre eine Heiminsassin, die sich im Büro etwas nebenher verdiente, um die horrend hohen Unterbringungskosten stemmen zu können. Wie auch immer, den Exelkurs hatte sie vermutlich nur mit reichlich Nachsicht seitens des Kursleiters trotzdem nicht bestanden, und so wühlte sie sich nun Pi mal Daumen durch das Programm, in dem die Barauszahlungen an Heimbewohner verwaltet wurden.

„Ich komm da einfach nicht rein.. Das gibts doch nicht!“

Ja, es war zum Mäusemelken. Doch gerade, als ich böse werden wollte, (ich suchte noch nach altenheimadäquaten Formulierungen), hatte sie es geschafft, sie war drin. Das Geräusch, das aus ihrer Richtung kam, erinnerte frappierend an das Geräusch im Supermarkt, wenn man am Leergutautomaten steht und 20 Flaschen hintereinander in die Maschine schmeißt: Glückwunsch. Sie haben Ihre Arbeit im Griff, Frau. Aber ich war ungerecht. Ich machte mich auf Kosten kleiner Leute lustig. Ich sollte mich lustig machen auf Kosten der großen Tiere, dachte ich, aber die kriegte man nicht zu Gesicht. Die musste man schon erlegen, mit dem langen Zielfernrohr.

Frau Berend zahlte mir, stellvertretend für Vater, 50 Euro aus.

„Da bist du ja“, empfing mich Vater im Taxi. Er hatte es sich auf dem Beifahrersitz bequem gemacht und hielt den Fahrer für den Doktor.

„Das ist nicht der Doktor“, sagte ich, „da fahren wir jetzt erst hin. Das ist der Taxifahrer neben dir.“

Mein Vater schaute verstohlen nach links. Der Taxifahrer kam mir bekannt vor. Er hatte einen graumelierten, exakt gestutzten Backenbart und sah aus wie eine Art deutscher Maler-Star. Ein Künstler, der wie ein Künstler aussieht.

Schlimme Sache.

„Sagen Sie, sind Sie nicht der Chef von dem Taxiunternehmen hier?“

„Ja genau.“ Er drehte sich um zu mir. „Woher kennen Sie mich?“

„Meine Freundin ist vor Jahren für Sie gefahren.“

„Ach ja? Wer denn?“

Ich nannte den Namen, und er war überrascht.

„Ja, natürlich.. An sie erinnere ich mich. Was macht sie denn noch?“

Na, was macht sie wohl, dachte ich. Atmen, scheißen. Ich erinnerte mich daran, dass die Gräfin mir damals erzählt hatte, dass er ihr nachgestiegen war. Na ja, auch egal. Mein Vater erkundigte sich zum dritten Mal, wohin die Reise geht.

„Zum Doktor“, sagte ich.

„Ja?“

„Ja.“

Pause.

„Wo ist der denn?“

„Am Neumarkt.“

„Der Doktor..?“

„Ja, der Doktor.“

Pause.

„Und wohin fährt der Mann? Der fährt doch Umwege!“

„Nee, Papa, du vertust dich. Der fährt den direkten Weg zum Doktor. Der Doktor am Neumarkt.“

Pause.

„Zum Neumarkt? Was will er denn da?“

„Dich zum Urologen bringen.“

„Zum Urologen??“

„Ja. Das ist auch ein Arzt.“

„Weiß ich. Für Pimmel.“

Als wir am Ärztehaus ausstiegen, polterte auf dem Gehweg eine Gruppe Grundschülerinnen vorüber, allesamt das Handy am Ohr und einen schicken Roll-Schulranzen hinter sich herziehend. Sie wirkten, als kämen sie direkt vom Flughafen, zurück von einem kleinen Städte-Trip nach Barcelona, für Zweitklässlerinnen.

„Ich pack es nicht mehr“, meinte Vater und hatte Schwierigkeiten mit der Fortbewegung, trotz des Rollators.

Die Praxis war brechend voll, kein Stuhl frei im Wartezimmer. Doch, einer. Ein Stuhl war frei. Ein einziger Stuhl, mittendrin in der Stuhlreihe.

„Da kann mein Vater nicht sitzen, das ist zu eng für ihn. Er ist 87 Jahre alt“, sagte ich zu den vier blonden Grazien hinter der Rezeption, wo es so geschäftig zuging wie in einer proppenvollen Voliere. Blonde Papageienvögel allesamt, bis auf einen, der nicht. Der hatte dunkles Gefieder. Den nahm ich.

„Mein Vater ist leicht dement, er kann nicht so lange warten. Das geht nicht.“

„Schon klar. Nehmen Sie gleich hier vorn Platz, wir nehmen Ihren Vater ran, sobald es geht.“

Leicht dement ist gut, dachte ich. Die Sache mit der entzündeten Prostata und dem Katheterbeutel hatte sein Trauma so angefüttert, ich musste ihm jeden einzelnen Meter erklären, den es zurückzulegen galt, so sehr verwirrte ihn die Situation in der Praxis.

„Am besten, Sie und Ihr Vater nehmen direkt hier vorn Platz“, sagte eine der Damen.

Für mich war kein Platz, aber für Vater. Er saß neben einem Sportstudent, cremefarbene Segeltuchschuhe, Ralph Laurent-Pulli, darunter ein weißes Polo-Hemd mit hochgestelltem Kragen; Schlackegehalt im Harn: niedrig.

„Ich muss aufs Klo“, sagte mein Vater.

„Nein, das denkst du nur“, entgegnete ich geduldig, „du hast da unten einen Beutel, du kannst einfach..“

„Nein. Ich muss groß.“

Ach so. Ich führte ihn zum WC. Es roch schon ein bisschen in seiner Nähe.

„Ruf mich, wenn irgendwas ist“, sagte ich, als er in der Kabine drin war.

„Was soll denn sein?“

„Na, wenn du.. nicht weiterkommst.. Keine Ahnung.  Ruf einfach.“

Ich blieb draußen vor der Türe stehen. Man hörte ihn so laut stöhnen und furzen, die Damen vom Uro-Grill kicherten, auch eine Patientin hatte Spaß.

„Alles klar da drin, Papa!??“

„WAS??“

„OB ALLES KLAR IST!“

„WER IST DENN DA?“

„NA, WER WOHL!“

Ich ging ins WC, nachschauen, was los war. Ich hörte hinter der Kabinentür ein Mauscheln und Geschimpfe.

„Verdammt, ich krieg das nicht.. Es geht nicht zu.“

„Was geht nicht zu?“

„Die Helpen!“

Die Helpen sind Hosenträger auf Platt.

„Moment, ich helf dir!“

Was gar nicht so einfach war. Dummerweise hatte Vater die Kabinentür von innen abgeschlossen, und als ich ihn bat, die Türe von innen zu öffnen, damit ich ihm in die Helpen helfen könne, kriegte er die Tür nicht auf.

„Ist zu“, klagte er.

„Ja klar ist die Tür zu. Die hast du ja auch zugemacht. Du musst sie einfach aufmachen. Da unten ist ein Riegel, den musst du umlegen..“

„WAS?“

„DA UNTEN IST EIN RIEGEL, DER MUSS.. UMGEDREHT WERDEN!“

Ich hörte ihn fluchen.

„KLAPPT NICHT!“

Okay. Auch nicht schlimm. Ich stieg in der Nachbarkabine auf den heruntergeklappten Klodeckel und meldete mich von oben.

„Huhu!“ rief ich.

Er drehte sich langsam im Kreis, in der engen Kabine. Drehte sich, weil nirgends jemand war, der nach ihm rief.

„Ich bin hier oben, Papa!“

„Wo…?“

„NA, HIER OBEN!“

Ich tippte ihm von oben auf die Schulter, wie Gott. Wenn der sich ausnahmsweise mal einmischt. Vater wusste überhaupt nicht mehr, was los war, er verlor völlig den Überblick. Da war eine Stimme, die er nicht lokalisieren konnte, und jetzt tippte ihn jemand an, der war auch nicht zu sehen. Das war zu viel für ihn. Demenzkranke haben Probleme mit der Orientierung. Auch im Altenheim, wenn bald Essenszeit war und wir in seinem Zimmer saßen, sagte er jedes Mal, „ich muss gleich runter in den Essensraum“, obwohl der Essensraum auf derselben Etage war.

„PAPA..! HIER OBEN!“

Ich tippte ihm auf den Kopf, auf die quer über den Schädel gekämmte weiße Dirigentenmatte. Endlich schaute er hoch.

„Och.. was machst du denn da oben?“

„Dir helfen.“

„Wobei?“

„Na, dass du aus dem Klo kommst. Dass du die Helpen ankriegst.“

Er blickte mir belustigt in die Augen.

„Du siehst aus wie Dschingis Khan.“

„Warum?“

„Na, warum weiß ich doch nicht..“

„Hörmal, du musst den Riegel an der Tür nach links drehen.“

Er probierte es, drehte aber in die falsche Richtung.

„Nee, so nicht. Du musst den Riegel nach links…“

„So?“

„Nein, zur anderen Seite..“

Es dauerte und dauerte, und als ich ungeduldig wurde, geriet er in Panik.

„ICH KOMM HIER NICHT RAUS!“

„Papa, bleib cool, so schwer kann das doch nicht sein.. Einfach den Riegel nach links drehen..“

„HIER?“

„Ja!“

Endlich entriegelte er die Tür. Ich stieg vom Klo der Nachbarkabine und empfing ihn am Waschtisch.

„Hat sich aber gelohnt, wa?“ sagte ich.

„Was hat sich gelohnt?“

„Die Sitzung.“

„Ja, hat sich gelohnt“, strahlte er. „Ich muss nur schnell noch die Hände waschen.“

Als wir das WC verließen, empfingen uns die Arzthelferinnen mit Beifall. Dass wir so laut waren und die Leute die ganze Zeit mithören konnten, daran hatte ich nicht gedacht. Überall war nun lächelndes Publikum.

„Gehen Sie schon mal in Raum 1, der Doktor kommt sofort.“

Tatsächlich dauerte es keine fünf Minuten, und der Arzt war da. Er bat meinen Vater, mit dem Rücken zu ihm vor der Behandlungsliege Aufstellung zu nehmen und sich zu bücken, mit heruntergelassener Hose. Er wollte die Prostata abtasten. Als er den von einem Fingerhandschuh bewehrten Finger in Vaters Hintern schob und Papa wirklich allen Grund gehabt hätte, zu wimmern und zu wehklagen, blieb er erstaunlich gelassen.

„Was ist denn da hinten los..?“ fragte er nur, trocken wie in einem Karl Valentin-Sketch.

Auf der Rückfahrt ins Altenheim, mit dem gleichen Taxi-Unternehmen wie bei der Hinfahrt, aber einem anderen Fahrer, jammerte Vater, wie sehr ihn der Pittermann quält, er müsse dringend mal pinkeln.

Beim Aussteigen erst bemerkte ich, wie voll der Katheterbeutel war – er hing ihm unten auf den Fußknöcheln, lugte vorwitzig unterm Hosenbein hervor. Vater trug eine dunkelblaue Busfahrerhose mit gebügelter Goldkante, ein Kleidungsstück, das ich an ihm noch nie gesehen hatte.

Es wurde Zeit, dass die Pfleger mal einen Blick darauf warfen.

*

500beinegrafik

Während die USA die Mondlandung hatten, Andy Warhol und Campbells Dosensuppen, hatte Deutschland Sonnen Bassermann und Angst.

aus:

http://500beine.myblog.de/500beine/art/8000725/A-wop-bop-a-loo-bop-a-lop-bam-boom

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6 Gedanken zu „Verdammte Transportarbeiter

  1. Pingback: Gelähmt sein, in die Hose machen, Pflegeleben | Wildgans's Weblog

  2. Pingback: Können wir noch zwei Kaffee haben? | Glumm

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