To lose – lost – lost

Die Weihnachtsfeier fiel flach, stattdessen gingen wir mittags eine Runde Kegeln. Wir, das waren die drei männlichen und die drei weiblichen Mitarbeiter unseres kleinen, teilweise ambitionierten Design-Instituts im alten Hauptbahnhof.

Als wir die Bahn im Keller des jugoslawischen Restaurants betraten, fühlte ich mich für einen Moment, als wäre die Zeit stehen geblieben, ungefähr 1975. Da waren die gleichen schlammfarbenen Schiebetüren, der gleiche Nippes und Klimbim in den blinden Glasvitrinen wie auf der Kegelbahn im Vereinsheim des RSV, für den ich in den Siebzigern gekickt hatte. Selbst der Silberpokal für Platz 4 beim Kegel-Turnier in Schaffhausen kam mir irgendwie bekannt vor. Ich nahm ihn in die Hand, blies den Staub fort und untersuchte ihn näher. Dann stellte ich ihn zurück.

„Dich behalte ich im Auge“, nahm ich mir vor.

Auch ein gerahmtes Familienfoto aus verblichenen Tagen tat es mir an. Es zeigte die Eltern des jetzigen Inhabers, die aus Dubrovnik nach Deutschland eingewandert waren und noch voller Hoffnung und Fleiß und Naivität in die Zukunft blickten. Ich sah mich um. Was war aus dem Traum geworden. Eine Kegelbahn. Eine Bruchbude. Cevapcici.

“Was darf ich schon mal zu trinken bringen?”

Der Wirt, gleichzeitig auch Chef-Koch der Spelunke, ein bißchen dick, ein bißchen schmuddelig, ein bißchen unhöflich, (“mir sind Stammgäste lieber”, so sein abweisender Blick), baute sich vor uns auf, den Stift in der Hand. Während die Kollegen schon bestellten, schwankte ich noch zwischen Cola und Kaffee, jedenfalls keinen Alkohol. Alkohol depremierte mich nur noch.

„Komm, ein Bierchen trinkst du mit“, versuchte mich unser Maschinenbauer zu überreden, doch was wusste der schon.

Grundsätzlich tendierte ich zum Kaffee um diese Uhrzeit, doch ich erinnerte mich dunkel an die Brühe, die im Vereinslokal des RSV im Bedarfsfall aus versteckten Thermoskannen ausgeschenkt wurde. Sicherheitshalber erkundigte ich mich beim Wirt, welchen Kaffee er führte. Die Anfrage brachte ihn aus dem Konzept, der Stift in seiner Hand zappelte hin und her wie ein nervöses Kasperle.

“Ich hab äh Capuccino, ich hab.. Latte Macchiato, ich hab Cafe.. Latte, ich hab Espresso, ich.. hab..”

Ich winkte ab. Das wollte ich alles gar nicht wissen. Ich hatte nur Schiss vor deutschem Pulverkaffee. Das war alles.

“Na schön. Ich hätt gern italienischen Kaffee”, sag ich, “aber ohne so cremigen Schaum obendrauf.”

“Ohne so cremigen.. Schaum..?”

Nicht nur der Wirt schien verblüfft, auch unser Geschäftsführer, ein sportlicher und eher verbindlicher Typ, der keinerlei Zwist vertrug, mischte sich ein.

“Italienischer Kaffee hat doch immer Schaum obenauf..”

“Quatsch, aber nicht bei uns zu Hause“, sagte ich, und fügte für die Allgemeinheit an: „Wir trinken zuhause nur Espresso.”

“Espresso?” Der Wirt war wieder im Spiel. “Ich kann Ihnen einen Espresso bringen, einen zweifachen, einen dreifachen, wie Sie mögen.. Wir haben das perfekte Aufschäumsystem von De Longhi.”

“Schön”, sagte ich. “Dann Espresso. Aber ohne Automaten-Schaum.”

“Ohne Automaten-Schaum?”

Das Gesicht des Geschäftsführers, er saß mir schräg gegenüber, verzog sich gefährlich, und damit ich nicht wie ein Korinthenkacker dastand, ging ich ins Detail.

“Zuhause machen wir den Espresso in den Edelstahlkännchen, die man einfach auf der Herdplatte stellt und aufkochen lässt. Sie wissen schon, Espressokocher, der Design-Klassiker.. aus Italien.”

“Natürlich”, beeilte sich der Geschäftsführer, „die.. Edelstahlkännchen.“

Das Wort Design-Klassiker verunsicherte ihn. Ich hatte ihn einmal ungewollt bloßgestellt, als ich in einer erweiterten Runde den Klassiker von Afri-Cola erwähnte, die in der Mitte eingedellte Pfandflasche, von der er, wie sich herausstellte, keine Ahnung hatte. Seither war er auf der Hut, wenn ich Design-Klassiker ansprach. Als hätte ich nichts besseres zu tun gehabt, als ihn in die Pfanne zu hauen.

“Aber hat der Kaffee denn bei den.. Design-Kännchen keinen Schaum obenauf..?”

“Nee, eben nicht“, sagte ich.“ Keine Schaumkrone.”

Der Wirt stand immer noch da, den Block in der Hand, verwirrt und genervt, bis unser Maschinenbauer, ein hellwacher Kollege mit ordentlicher Plauze, der zum 31. 12. gekündigt hatte, die Situation erfasste und mich aus der selbstgestellten Falle befreite.

“Wissen Sie was? Bringen Sie dem Mann hier den Kaffee so, wie er ihn zuhause trinkt!”

“Danke”, sagte ich erschöpft. „Und ein Bier.“

„Kölsch oder Alt?“

„Nein. War nur Spaß. Kein Bier.“

Ich bekam einen dreistöckigen Espresso, und der schmeckte sogar richtig gut. Stark, schwarz, aromatisch. Heiss. Vierstöckig fast.

Wir begannen mit dem Kegeln. Wir spielten Fuchsjagd, Tag & Nacht, In die Vollen und zwischendurch eine Runde Abräumen. Beatrix, die diplomierte Designerin, eine große und sehr schlanke Person, die vor kurzem ein Projekt für einen namhaften Düsseldorfer Waschmittelhersteller abgeschlossen und dem Institut ordentlich Kohle in die Kassen gespült hatte, rief jedes Mal fröhlich “KACK-STUHL!”, wenn jemand fünf Kegel umwarf und das Bild auf der elektronischen Anzeigetafel einem WC-Sitz ähnelte.

„KACK-STUHL, KACK-STUHL!“

„Wie im Kindergarten“, flüsterte die Hofmann, unsere Sekretärin, und ich sagte, „Ja, wieso, ist doch gut im Kindergarten. Oder nicht?“

Unsere Praktikantin, eine eher unscheinbares Mädel, fiel auch beim Kegeln nicht weiter auf. Als der Wirt später die Essensbestellung aufnahm, entschied sie sich für ein Schnitzel Jutta. Ihre Ausbildung zur Veranstaltungskauffrau, und somit auch ihr Praktikum, endete zum 31. Dezember. Das Schnitzel Jutta wurde mit Ananas gereicht. Sie hatte einen Freund, der sie regelmäßig mit dem Moped vom Institut abholte und frech hupte.

„Kackfrech sogar“, präzisierte Beatrix, unsere Top-Designerin.

Ich saß zwischen dem Maschinenbauer, einem Dipl .Ing. mi Plauze, und unserer Sekretärin Frau Hofmann, die zum 2. Januar eine neue Stelle antrat. Da sie nicht nur eine große Klappe hatte, sondern auch eine chronische Sehnenscheidentzündung, kegelte sie aus beiden Händen. Sie lief einige Schritte geradeaus und liess die Kugel einfach auf den Boden plumpsen, in der Hoffnung, das sie schon irgendwie ins Rollen kam. Das ganze sah aus, als würde eine ungelenke Antilope im Stehen gebären. Merkwürdigerweise klappte das ganz gut, die Kugel polterte schwerfällig über die Bahn und sie räumte mehrfach alle Neune ab.

Unser Geschäftsführer hatte genau wie ich trotz ausdrücklicher Aufforderung seitens der Hofmann keine Turnschuhe mitgebracht, und da das Kegeln in Straßenschuhen strengstens untersagt war, schlüpfte er jedes Mal lässig aus seinen Lederslippern, wenn er an der Reihe war.

„So, jetzt ist Papa dran.“

Er nahm auf Sommersöckchen Anlauf wie für einen Schmetterschlag beim Volleyball, stoppte kurz vor der Bahn ab und setzte die Kugel schwungvoll in die Gosse. Auf diese Weise schaffte er es tatsächlich, acht Pudel hintereinander zu werfen. Er lernte einfach nicht dazu, er nahm keine Korrekturen vor, weder beim Schwung noch an der Körperhaltung, aber er bekam rote Bäckchen von der sauerstoffarmen Kellerluft und gewann somit wieder. Etwas Mitgefühl.

“Sieht ja richtig kess aus!” sprang ihm die Hofmann schadenfroh zur Seite.

Eine widersprüchliche Person. Kaum fünf Minuten an der Luft bekam ihre Haut diesen knackbraunen Teint. Doch sie vermied Sonnenlicht, wo sie nur konnte. Mit kuriosem Ergebnis, besonders im Hochsommer: das Gesicht Mallorca, die Beine Helsinki. Spanisch-finnische Freundschaftswochen, das war die Hofmann. Und eine verdammt große Fresse.

Links neben mir, ich erwähnte es, saß unser Maschinenbauer mit Plauze. Er war schon eine Stunde vor uns auf der Bahn eingetroffen, um sich einzuwerfen und Bier zu trinken. Trotz seines stattlichen Bauches war er gelenkig und ehrgeizig. Der typische deutsche Amateur-Meister. Er wollte gewinnen, immerzu, egal wobei. Aber das ging in Ordnung. Damit konnte ich umgehen. Ausserdem kitzelte es meinen Ehrgeiz, einen kommenden deutschen Meister zu schlagen, und das möglichst kurz und klein, auf dass er es nie wieder vergessen sollte.

Was mich betraf, den Bibliothekar des Instituts, so sollte mein zweiter Jahresvertrag sechs Wochen später enden, am 31. Januar. Eine weitere Vertragsverlängerung war ausgeschlossen. Mein Projekt, die Archivierung und Katalogisierung von über zehntausend Fachbüchern und Zeitschriften, der Schenkung eines emerierten Wuppertaler Design-Professors, der soviel Pfeife rauchte, dass in dem ganzen Qualm nur seine Umrisse zu erkennen waren, war abgeschlossen. Ich lungerte meist am Rechner herum und schrieb für meinen Internet-Blog.

Wir spielten Abräumen. Abräumen war die einfachste Variante, sie löste die beste Stimmung aus. Mit einem letzten guten Wurf konnte ich die Runde für mich entscheiden. Beatrix, die hochgewachsene schlanke Diplom-Designerin, sprang von ihrem Stuhl hoch und rief: “HERR GLUMM SOLL DER LOSER SEIN!” Sie wollte mich nervös machen, damit ich einen Pudel warf.

HERR GLUMM SOLL DER LOSER SEIN! kam im Kollegenkreis so gut an, dass sich ein spontaner Betriebs-Chor bildete. “HERR GLUMM SOLL DER LOSER SEIN!” schallte es über die Holzbahn, “HERR GLUMM SOLL DER LOSER SEIN!”, so laut, dass der Wirt nachschauen kam, ob alles in Ordnung war. Ich sang bravourös eine Strophe des Refrains mit und warf eine lausige “4″, worauf ich das Abräumen auf den letzten Drücker verlor. Das kriegte aber kaum jemand mit, da in diesem Augenblick das Essen serviert wurde.

Ich war nicht besonders hungrig und begnügte mich, glücklicherweise, mit einer hausgemachten Gulaschsuppe. Glücklicherweise, weil hausgemacht vermutlich bedeutete, dass die Gulaschsuppe einem Chemie-Haushalt entstammte, das Fleisch schmeckte verdächtig nach Brom, und es sah auch so aus. Auch wenn niemand mit Bestimmtheit sagen konnte, wie Brom schmeckte oder aussah. Nicht wie Brombeere vermutlich, wieherte unser Dipl. Ing. mit vollem Mund. Hier, nimm einen Schluck Bier.

Hau ab.

Jedenfalls war meine Portion überschaubar. Die Kollegen hatten nicht so viel Massel. Sie waren hungrig und hatten stattliche Teller auf dem Tisch, die abgearbeitet werden wollten. Während des Essens war nicht ein einziges Mal ein kleines “miam” oder “lecker” oder wenigstens ein anerkennendes Grunzen zu hören, nichts, gar nichts. Nur genervtes Kauen und leises Gespucke.

Selbst die Hofmann, die den Jugo an der Stadtgrenze wärmstens empfohlen hatte, (Grundlage waren die angeblich hausgemachten Kroketten, die einfach großartig sein sollten, meisterhaft geradezu), schob den dreiviertel vollen Teller schweigend von sich weg. So weit weg wie möglich. Der Tisch konnte kaum groß genug sein. Noch ein Stück, und es hätte gescheppert.

Der Chef hatte Rehgulasch genommen, doch so wie ich ihn verstand schmeckte es, als wäre der Jäger mit dem Hosenlatz im Drahtzaun hängengeblieben. Die Nase richtig voll vom Fraß hatte unsere Beatrix, die lustlos im Vegetarischen Lady-Teller mit verschiedenen Gemüsen herumstocherte. Mit der Gabel zog sie ein undefinierbares lappiges Etwas in die Höhe.

“Also, was das hier Schönes sein soll.. weiß ich beim besten Willen nicht. Und der Spinat..”, sie fuhr die Augenbraue hoch, “ist aufgewärmt und bitter.”

Einzig die Erbsen und Möhrchen fanden noch ihre Gnade.

“Aber die sind auch aus der Dose. Da kann man ja gar nichts falsch machen.”

Sie war es schliesslich auch, die mir gegen Ende der dreistündigen Veranstaltung einen Bierdeckel herüberschob, damit ich den Spruch des Tages nicht vergaß und in meine nächste Story einarbeiten konnte.

Herr Glumm, stand da in Schönschrift, soll der Looser sein.

“Och, guck mal, Loser mit zwei o”, sagte ich mit einem schnellen Blick auf den Bierdeckel.

Die Hofmann sah mich an, als hätte ich sie nicht mehr alle. “Na, das schreibt man ja auch mit zwei o! Das stimmt ja auch!”

“Quatsch. Loser schreibt man mit einem o.”

Die Sekretärin war sofort auf 180. Das war so ihre Art. Immer auf Sturm, ihr Barometer. Ich mochte sie trotzdem gern. Sie machte keine Mördergrube, wie man so schön sagt, aus ihrem Herzen.

Du willst mir erzählen”, rief sie aufgebracht, “wie man Loser schreibt?!”

Sie spielte auf ihre Jugend im englischsprachigen Nigeria an, wohin es ihren Vater in den 60er Jahren berufsbedingt verschlagen hatte. Seither fühlte sie sich als eine Native Speakerin, der man nichts vormachen konnte.

„Speakerin, ja, mag schon sein“, sagte ich, „doch ich weiß nun mal, wie man Loser schreibt. Kann ich auch nichts dafür. Es gibt ein to loose mit doppel o, stimmt, das bedeutet aber etwas anderes als to lose mit einem o..”

“Nämlich??”

“Weiß nicht. Komm ich jetzt nicht drauf.”

“Quatsch!” Die Sekretärin giftete, und sie speite. Sie hatte ihre Betriebstemperatur erreicht. Es gärte und kloakte in ihr. Sie konnte großkotzig sein wie ein überladenes Containerschiff. “Looser schreibt man so, wie es hier auf dem Bierdeckel steht! Mit doppel o!! Und nicht anders! Blödmann!”

foto.looser

Beatrix dagegen, die mir den Bierdeckel rübergereicht hatte, war sich nicht mehr sicher.

“Ich hab Looser zwar mit doppel-o geschrieben, aber irgendwie guckt es mich komisch an.. Also, ich weiß nicht genau. Vielleicht wird Loser auch mit einem o geschrieben..”

Die Praktikantin, von der plötzlichen Vehemenz der Auseinandersetzung aufgeschreckt, erhob sich, lief umher, setzte sich wieder, knabberte an den Fingernägeln. Sie war die Einzige, die Glück gehabt hatte, mit ihrem Schnitzel Jutta.

“Ich glaube, to lose schreibt man mit einem o, aber Looser mit zwei o”, meinte sie leise, doch niemand hörte hin.

Der Geschäftsführer hielt sich überraschenderweise ganz raus. Auch der Maschinenbauer links neben mir bildete sich keine Meinung, rief aber “IST DOCH EGAL! HAUPTSACHE, HERR GLUMM SOLL DER LOSER SEIN, OB MIT EINEM ODER ZWEI O!” Das ganze verband er mit einem kollegialen Klaps auf meine Schulter. In zwei Jahren Zusammenarbeit hatten wir einen Riesenhaufen Zigaretten verqualmt, im Hof vor der Bibliothek. Das verband uns. Schnalzend forderte er die Hofmann auf, die Sache mit mir im Ring zu klären, mit einer Runde Schlammcatchen.

Was wiederum die Hofmann aufmüpfig werden liess.

“Loser mit einem o, so ein.. Blödsinn! So was Stumpfsinniges! Könnt ihr ja im Internet nachgucken. Ich bin mir hundertprozentig sicher! Mit doppel o!”

“Man soll sich niemals zu sicher sein”, antwortete ich mit eiskalter Entschiedenheit, die mich für einen Moment selbst unsicher werden liess, wie gewisse Dinge geschrieben werden.

“Mir reicht’s!”

Beatrix, unsere Top-Designerin, schnappte sich ihr Handy und stapfte die Treppe hinauf Richtung Gastraum. Sie gab kund, irgendwo anrufen zu wollen. Die Sache zu klären. Im Internet. Und unten auf der Kegelbahn bekam sie kein Netz. Als sie kurz darauf zurückkehrte, wurde sie mit Klopfen und ansteigendem Kegelbahnblöken empfangen.

“TA! TA!” gurrte sie feierlich und bildete mit Mittelfinger und Daumen ein kleines o.

“Loser schreibt man definitiv mit einem o. Herr Glumm hat recht.”

“Sag ich doch“, sagte ich doch.

“Glaub ich trotzdem nicht!”

Die Hofmann bemühte sich, weder kleinlaut noch trotzig zu klingen. Das klappte aber nicht. Der Trotz stand ihr vorm Mund, als hätte sie auf eine Zyankalikapsel gebissen. Wir warteten auf ihr Hinscheiden. Das klappte aber nicht.

Die Hofmann war es auch gewesen, die eines schönen Tages das gleichzeitige DU und HERR im Institut eingeführt hatte, eine doppelbödige Anrede, die nur für mich galt. Du, Herr Glumm, sagte sie immer. Ich mochte sie ja. Sie war in Ordnung. Manchmal musste ich über sie lachen. „Ich häng so viel im Büro rum, wenn ich Schnupfen hab klingt das schon wie Papierstau im Drucker.“

Ich wollte ihr also gar nichts. Und ich war  auch nicht sonderlich rechthaberisch. Was die Belegschaft aber nicht wusste – vermutlich war ich in der instituteigenen Hierarchie zu weit abgeschlagen, um genug Interesse auf mich zu ziehen: ich war weder Loser noch Looser, ich war ein Loner. A poor lonesome cowboy and a short way from home. Das war ich. Der Mann mit dem n in der Mitte.

Gestatten, Glumm. Loner.

6 Gedanken zu „To lose – lost – lost

  1. Pingback: Lesestoff • Ausgabe #1 | Neon|Wilderness

Hätte ich doch besser die Fresse gehalten

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