Spekulationen zu einem Herointod

3. Februar 2014. Wie The Daily Beast unter Berufung auf New Yorker Polizeikreise meldet, wurde Schauspieler Philip Seymour Hoffman (46)  Sonntagvormittag in einem als Büro genutzten Appartement in Manhattan tot aufgefunden. Er lag im Badezimmer, bekleidet mit Unterhose und T-Shirt, die Pumpe noch im Arm. Es wurden Briefumschläge gefunden, zum Teil versehen mit der Aufschrift „Ace of Spades“, einer Heroinsorte, die angeblich seit 2008 in New York nicht mehr im Umlauf ist. In Interviews hatte Hoffman wiederholt frühere Drogenprobleme eingeräumt, hinterliess aber den Eindruck, mittlerweile clean zu sein. 2013 liess er sich nach einem Rückfall für 10 Tage in eine Entzugsklinik einweisen.

Das Problem bei Leuten, die einmal auf H waren: Die Erinnerung an die totale, unvergleichlich tiefe Entspannung, die Heroin nun mal bietet, (solange man halbwegs gutes Material bezieht), wird man kaum je wieder los. Heroinsucht bleibt ein Riesenmöbel in der süchtigen Seele, sperrig und flauschig zugleich. Du kannst im Leben noch so einen Lauf haben, noch so zufrieden sein, ein Ex-Junkie ist niemals davor gefeit, dem kleinen Teufel nachzugeben, der dir auflauert und einflüstert, he, mein Freund, du weisst doch, es könnte noch besser sein, noch viel schöner, noch viel viel schöner. Erinnere dich an den krönenden Kick, der alles in den Schatten stellte.. erinnere dich, als dir der Stoff den Rücken hochkroch wie eine warme freundliche Schlange.

Weisst du nicht mehr, wie es war, wenn dir nach dem Kick der Sabber aus den Mundwinkeln lief, war es nicht die reine und unschuldige Wollust? Der Höhepunkt einer Existenz? Mach es noch mal, Phil. Mach es noch einmal..

Und dann macht man es noch einmal.

Er war ein großartiger Schauspieler.

„In Mission Impossible 3 spielte Hoffman den fiesesten Edel-Schurken aller Zeiten“, meint die Gräfin. Mein Lieblingsfilm ist eher Before the devil knows you’re dead aus dem Jahr 2007 (unsäglicher deutscher Titel Tödliche Entscheidung). Ethan Hawke und Hoffman spielen ein Brüderpaar, das einen Raub auf das Juweliergeschäft der Eltern verübt. Natürlich geht alles schief und endet im Desaster.

Ich hab den Film sechsmal gesehen.

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3 Gedanken zu „Spekulationen zu einem Herointod

  1. Pingback: Too much information - Papierkorb - Lesezeichen vom 3. Februar 2014

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