Eisenköche in der Nacht

Nachts, ich lieg wach bei offenem Fenster, weit offen, erdgeschossoffen, wie eine Einladung, sollen sie doch kommen, reinkommen, alle eindringen, das Gesindel, die Sommergeräusche des Bautrupps, der monströse Schubladen aufzieht, der Kästen gusseisern übereinanderstapelt als wärs Luftschokolade, die gut zu tun hat.

Unter Flutlicht schütten Malocher in Warnfarben einen Bahndamm auf, sie unterfüttern, verlegen, elektrifizieren ihn, sie rühren im Schotter wie Eisenköche in der Nacht,

IST DAS EIN LÄRM!! ein Radau!

als würden Torpedopfannenwagen um die Ecke kreischen und die Ladung (monströse Balken) zu Boden stürzen und aufplatzen,

es ist ein ständiges

Kegeln

Kacheln Klinkern

Trillern Pfeifen

Zer- und Zuschlagen,

und das seit Tagen

kaum 2 Kilometer entfernt:

schwenken Arbeiter die große Kelle, backt der Bautrupp unter speziellen Flutstrahlern die Gleise zurecht, wird die Nachtruhe der Anwohner einkassiert, Anwohner, die nicht schlafen, nicht träumen, bloß hastige Bilder produzieren, wie Schnellköche,

WEIL MAN DEM KRACH NICHT ENTFLIEHEN KANN!

DEM KRAWALL!

nicht in der Nacht, im Bett, wo ich auf dem Ellbogen aufgestützt eine Nachtzigarette rauche, die letzte, die leis‘ ihr Papier in meine Lunge brennt.

®

500beinegrafik

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Der Berliner Literaturagent war begeistert

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2 Gedanken zu „Eisenköche in der Nacht

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