Die 50 besten Pop-Platten der Welt (2): Das Model, Kraftwerk

Ja natürlich war Da Da Da von Trio der Treffer der Neuen Deutschen Welle..

natürlich hatten Fred vom Jupiter von Andreas Dorau und Wissenswertes über Erlangen von Foyer des Arts grandiose Momente..

natürlich waren Ideal und Spliff handwerklich gute Bands..

natürlich kam Falcos Kommissar so spannend rüber, dass man sich unweigerlich verfolgt fühlte und nach ihm umdrehte..

natürlich war 14 Tage sind zu kurz um alles zu erleben von Fehlfarben keine Neue Deutsche Welle, sondern die beste Zigarre nach dem Essen..

(und, wo wir schon mal dabei sind: Was ist eigentlich mit dem fast vergessenen 1991er Nachzügler Mein Freund hat mit mir Schluss gemacht von den Lassie Singers, was machen wir damit?)..

doch wirklich neu und revolutionär war Das Model von Kraftwerk. Das Model war die Wachablösung. Das Model war die Antwort des aufziehenden Computerzeitalters auf den Untergang des Rock’n Roll, des Punk, der internationalen Diskothekenmusik. Das Model war ein Messer mit eleganter Klinge, und wenn man zustach, kam kein Blut, es kamen lauter Einser und Nullen zum Vorschein.

Jedes Mal, wenn der Song irgendwo erklang, egal ob nachts auf der Autobahn oder Donnerstags bei Freunden, prompt ging das Fenster auf und das Universum sprang herein mit seinem ganzen unendlichen

SPACE.

Das Model war ein pechschwarzes Notenheft unterm Elektronenmikroskop, Das Model war das Date mit einem unverschämt gut aussehenden Alien, und die Roboter standen weinend Spalier und warfen Rosen. Das Model war 1980 in der Kneipe stehen, die in meiner Erinnerung jeden Abend brechend voll war, (man rückte dem Tresen grundsätzlich in strammen 3er-Reihen auf den Pelz)..

und wenn der Zapfer, der in Personalunion auch für die Musik zuständig war, Das Model auflegte, sank der Geräuschpegel für einen Moment, weil wir uns für die Zukunft wappneten, für den verdammten Sternenstaub. Es hieß Alles raus aus den Schuhen! jetzt kommt airforcemäßiges Silbertreten Größe 59! jetzt kommt

Kraftwerk!

Ein Song, der noch heute, knapp 35 Jahre nach seiner Aufnahme, so frisch und elastisch daherschwingt wie die Hosenträger des guten alten Raumschiffs Düsseldorf.

Hätte ich doch besser die Fresse gehalten

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