Die 50 besten Songs (13) – Alles von Jonathan Richman

„He sings with a tear in his voice“

Mein Lieblingslied aller Lieblingslieder, Twilight in Boston, Jonathan Richman, 1992

Man ist schnell dabei, einen Song für den allerbesten zu halten, nur weil man ihn gerade auf dem Kopfhörer hat und sich in dieser Stimmung befindet, die ihn so einzigartig schimmern lässt, als wäre er nicht zu toppen, und doch kann schon einen Track weiter der nächste allerbeste Song ever auf dem Kopfhörer daherkommen. Es ist also nicht wirklich Ernst zu nehmen, wenn jemand von dem besten Pop-Song aller Zeiten spricht.

Einen Song aber gibt es, der ungeachtet jeder Tagesform alles bereithält, was ein Song haben muss, um meinen persönlichen Rang 1 zu besetzen, meinen Thron, mit gestreckter Faust – dabei ist es doch nur ein sparsames kleines Liedchen:

Twilight in Boston von Jonathan Richman.

Eine 4minütige Ballade, wach und wehmütig, aufgenommen ’92 für das Album I, Jonathan in einem Kellerstudio in Kalifornien. Es braucht nicht viel für einen Klassiker. Eine Akustikgitarre, einen Two Notes Bass und eine batteriebetriebene E-Gitarre, die über Nacht nicht ausgestöpselt wurde und nun auf leicht verzerrendem Reststrom läuft, so, und nicht anders, betritt Jonathan die Public Gardens seiner Heimatstadt Boston

When it’s Twilight in Boston
that’s something I know about
because I’ve spent many walks
lonely walks in the twilight
all through Boston and those Suburbs.

Das kurze Gitarrensolo (Yeah, time for adventure now) ist sein Vermächtnis. Jonathan zupft es wie an einem gewittrigen Sommertag, wenn sich die Sonne frech und abgerissen am Himmel herumdrückt.

Er hechelt, der Atem geht schwer im Takt.

..by the Victory Gardens, one of my favourite parts of town, and it’s getting darker..  mosquitos are coming up now..

Twilight in Boston ist mehr eine Landschaft als ein Song von vier Minuten, 8 Sekunden.

Now we’re walking up Beacon Street
through the back bay there
a few clouds, heading for Kenmore Square
when it’s Twilight in Boston

Ein Gedanke zu „Die 50 besten Songs (13) – Alles von Jonathan Richman

Hätte ich doch besser die Fresse gehalten

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