44. Todestag Jim Morrison

Der echte Tod ist der Tod auf dem Lokus. Auf dem Lokus kommt es zur Sache, da spricht der Körper Tacheles, da ist er es gewohnt, Tacheles zu reden. Da lässt der Körper jede Vorsicht fahren und reisst alle Vorhänge nieder. Der Lokus ist der ehrlichste Ort im Leben eines Menschen.

Wer auf dem Lokus stirbt, stirbt den Heldentod.

– Die Gräfin –

*

Jim Morrison, am 3. Juli 1971 angeblich in einer Hotel-Badewanne in Paris an Herzversagen gestorben, hat es in Wahrheit auf dem Lokus erwischt, in einer Pariser Discothek, mit zuviel Schnaps und Schore im Blut.

Schon Tage zuvor rumort und arbeitet das Datum in mir. 3. Juli 1971, Todestag von Doors-Sänger Jim Morrison. Ich kann nichts dagegen tun, der Tag pirscht sich heran und elektrisiert mich Jahr für Jahr aufs neue, auch wenn ich mich ansonsten weitgehend von der Rockmusik und ihren Fallstricken und Legenden verabschiedet hab. Zwar begegnen mir auch heute noch Bands, die mir gefallen, die ich klasse finde, doch im Gegensatz zu früher bin ich nicht mehr scharf darauf, sie zu besitzen, sie mein eigen zu machen, um sie immer dann hören zu können, wann mir danach ist. Ist nicht mehr nötig. Dankesehr. Ich hab schon. Genug. Musik.

Gehört.

Ist vorbei, und ehrlich gesagt, auch wenn man seinen Musikgeschmack nicht groß verändert, nur weil man das vierzigste oder fünfzigste Lebensjahr erreicht: Nichts ist peinlicher als Rockkonzerte, wo es um einen herum kreischt, pfeift und klatscht wie unter zehntausend Teenagern, die sich gegenseitig anknabbern und ins Höschen greifen, und am Ende des Konzerts geht das Hallenlicht an und die Teenies entpuppen sich als kugelbäuchige Mittdreißiger mit ausgeleiertem Hintern, die noch mal einen draufmachen wollen.

Was wollt ich sagen.

Jim Morrison, Frontmann der Doors, ist am 3. Juli 2015 vierundvierzig Jahre tot.

*

„The whole thing started with Rock’n Roll – now it’s out of control“

Ray Manzarek

*

“Ich wollte einen Sound, der einem den Zahnbelag entfernt”, erklärte der 2013 verstorbene Ray Manzarek, Keyboarder der Doors und hauptverantwortlich für den unverwechselbar warmen und dunklen Sound der Band. Auch wenn Jim Morrison unser erklärter Gott war, der heimliche Held war Ray Manzarek. Wir, das waren Karlos und ich, und auch wenn es eine Menge Leute um uns herum gab, die auf die Doors standen, der harte Kern, die Durchgedrehten, die total Kaputten, das waren Karlos und ich.

Wir stromerten ganze Nachmittage durch die Landschaft und zitierten aus den Doors-Dokumentationen, die wir aus Paris kannten. Im 11. Arrondissement gab es zwei Spezial-Kinos, deren Programm ausnahmslos aus Dokus rund um Jimi Hendrix und den Doors bestand.

In einem dieser Streifen, technisch hundsmiserabel, amateurhaft geschnitten, steigen die Doors auf einem Flughafen die Gangway runter, einer nach dem Anderen, brav wie die Entchen, aber Entchen mit langem Haar und bösen Blick. Die Szene muss Anfang 1967 gefilmt worden sein, als sie noch relativ unbekannt waren, denn nacheinander stellen sich die Bandmitglieder namentlich vor. Als letzter ist Manzarek an der Reihe.

“Raymond Daniel Manzarek”, erklärt er mit diesem herrisch-tiefen Timbre, importiert aus Osteuropa und in Los Angeles geschärft und zur Blüte gebracht, “born two twelve thirty-nine, Musician, Organist..”

Das kam so obercool Westcoast rüber, Karlos und ich konnten nicht genug davon kriegen. Während wir mit einem kräftigen Haschisch-Tee im Blut durch die Gärten unserer Heimatstadt strolchten, trat abwechselnd einer von uns beiden vors imaginäre Mikrofon und verkündete das Wort: “Raymond Daniel Manzarek, born two twelve thirty-nine”, und der andere grummelte seine Zustimmung, „Musician, Organist..“

(Als ich mir den Filmausschnitt im Internet noch mal anschaue, mit all der Abgeklärtheit eines 50jährigen, stelle ich fest, dass Manzareks Stimme, sonst von tiefem Bass dominiert, hier eher dünn rüberkommt. Wie von einem Entchen.)

*

Meine Vernarrtheit in Jim Morrison & the Doors begann im Sommer ’71. Ich war keine elf Jahre alt und hörte Riders on the storm im Radio, Single-Auskopplung aus dem Album L.A. Woman. Ein Song mit Gewitter und Donnerhall, der Regen prasselt nieder, das Piano plätschert, es ist schwarze Nacht. Eine der geheimnisvollsten Aufnahmen der Popgeschichte.

Ich ging zu Radio Palenschadt am Neumarkt und fragte nach der Platte mit dem Gewitter und dem Regen. Verkäufer Max wusste Bescheid. Verkäufer Max wusste immer Bescheid. Riders on the storm, sagte er. The Doors. Verkäufer Max war eine Kanone. Man summte ihm eine Aufnahme vor, die man aus einem vorbeifahrenden Cabrio aufgeschnappt hatte, und er legte die Stirn in Falten, drehte sich um und zog die entsprechende Platte aus dem Fach, ohne ein Wort zu sagen. Auch wenn ich Angeber gern mag, Luftikusse, die gern mal ein dickes Brötchen schmieren, ich mag auch die coolen Jungs im Hintergrund, die kein Wort zu viel machen, die aber jede Menge Ahnung haben und nicht selten einen Bierbauch – warum auch immer.

Radio Palenschadt hatte ein halbes Dutzend schalldichter Einzelkabinen, in denen man Platten probehören konnte. Jede Kabine war ausgestattet mit einem hochwertigen Plattenspieler und  Stereoboxen – eigentlich waren es riesige begehbare Kopfhörer. Seit diesem ersten Probehören bei Palenschadt bin ich verrückt nach Gewittern, die punktgenau in einen Song einschlagen. Und wenn dann noch der Regen fällt wie aus Spielfilm-Giesskannen und irgendwo plätschert ein Piano in der Nacht, bin ich vollends hinüber: dann bin ich wieder der Ein-Mann-Schwarm meiner frühen Jugend.

Riders on the storm war meine erste Single, gekauft am 20. Juli 1971. Das weiß ich deshalb so genau, weil ich diesen Tick hatte, in der unteren Ecke des Plattencovers das Kaufdatum zu notieren.

20. 7. 1971

Riders on the storm war ein düsteres Machwerk, schwer wie ein Kosakenchor und zugleich federleicht. Es klang wie etwas, das man braucht, um sich im zarten Alter von Zehn wie schmutzige Elf zu fühlen. Dass Sänger Jim Morrison zu diesem Zeitpunkt bereits tot und beerdigt war, wusste ich natürlich nicht. Damals verbreiteten sich Neuigkeiten nur mit Verzögerung. Das Gerücht um den Tod eines internationalen Rockstars benötigte von Paris bis Köln etwa eine Woche, selbst wenn man mit dem Zug nur sechs Stunden brauchte.

Angeblich war Morrison in einem Pariser Hotel ertrunken, in der Badewanne. Der herbeigerufene Arzt hatte auf dem Totenschein Herzversagen als Todesursache attestiert, Mort naturelle. Erst dreißig Jahre später brechen Zeugen der Nacht auf den 3. Juli 1971 ihr Schweigen, darunter der ehemalige Nachtclubmanager Sam Bernett. Er bestätigt, was unter Fans schon lange als wahre Todesursache gehandelt wird: Heroin und zu viel Alkohol.

Demnach hält sich Morrison in den frühen Morgenstunden in der Discotheque Rock’n Roll Circus auf und kauft von zwei Kleindealern etwas Heroin, vermutlich für seine Frau Pamela. Sie ist bereits seit langem hochgradig süchtig. Morrison, selbst Alkoholiker, verschwindet aufs Klo und zieht sich eine Nase. Das Zeugs ist hochgradig rein, Morrison besoffen wie immer.

Als Club-Manager Bernett, von Unbekannten gerufen, dazu kommt und ihn auf dem Klo findet, liegt Morrison bereits gekrümmt auf dem Boden, er hat Schaum vorm Mund, Blut tritt aus der Nase, er atmet nicht mehr. Man schleppt ihn in Panik ins nahe Hotel und weckt Pamela auf, die drei Jahre später ebenfalls an einer Überdosis Heroin sterben wird. Sie stecken Morrison in die Badewanne, lassen Wasser einlaufen, versuchen hektisch, den Blutkreislauf wieder auf Vordermann zu bringen.

Jeder Junkie kennt solche Situationen: Jemand droht direkt vor deinen Augen zu verrecken, und du bist breit wie eine Eule und stehst daneben und weißt nicht, was du tun sollst. Das ist die eine Seite. Die andere Seite schilderte mir einmal ein Junkie, der, kurz bevor er ins Leberkoma fiel, mit dem All Time-Leberwerte-Rekord von 5200 auf der Entgiftungsstation einer Klinik eingeliefert wurde und die dortige Scorer-Liste seither anführt.

„Ich war schon nicht mehr gelb, ich war schon grün wie ein Apfel.“

Er war süchtig nach Nahtoderfahrungen, nach In-den-Tunnel-fahren, wie er das nannte. Wie in Indien, wo es Junkies geben soll, die sich vorsätzlich von einer Cobra beissen lassen, um stundenlang zwischen Leben und Tod zu schweben und diesen Zustand bis ins Detail auszukosten.

„Wenn du das Weiße am Ende des Weges glimmen und leuchten siehst, wenn du das Ziel fast erreicht hast und erst in letzter Sekunde packt dich jemand und zieht dich zurück ins Leben, das ist der intensivste und erdigste Kick, den man als Mensch erleben kann. Das ist so grandios, da kann keine Nadel und kein Speedball mithalten, das ist mit nichts zu vergleichen.“

Tatsächlich vergrößern sich die Pupillen des Menschen im Moment des Todes in einer Weise, als würde man etwas Großartiges sehen, etwas, das einen in maximales Erstaunen versetzt.

*

Es gibt Schwaz-Weiß-Fotos, einige Tage vor Morrisons Tod  aufgenommen, Ende Juni 71. Sie zeigen einen aufgedunsenen Trinker auf der Terrasse eines Pariser Cafes. Wer die Bilder sieht, ahnt: Morrison hat sich totgesoffen, und ob an diesem letzten Abend im Rock’n Roll Circus noch Heroin im Spiel war oder nicht, es spielt letztlich keine entscheidende Rolle.

*
††

 Zehn Jahre später: Der 3. Juli 1981

Zu Morrisons 10. Todestag sind Karlos, Pepe und ich auf dem Cimetière Père Lachaise im Osten von Paris verabredet. Ein Haufen Prominenz hatte sich angesagt, da durften wir nicht natürlich fehlen.

Weil Pepe arbeiten musste und nicht frei bekam vom Arbeitgeber, seinem Vater, nahm er am Vormittag des 3. Juli den Intercity von Köln nach Paris, während Karlos und ich bereits am Tag zuvor vom Rastplatz Solingen-Ohligs losgetrampt waren. Zwei Jungs ohne Gepäck in anderthalb Tagen von Ohligs bis Paris, mon Dieu! Wir hatten schon weitere Strecken in schnellerem Tempo bewältigt, und zwar zu dritt mit stattlicheren Rucksäcken, die Totenkopf-Flagge obenauf, Pernodfahne im Hals.

Karlos und ich waren um 12 Uhr mittags mit Pepe verabredet. Pepe stand pünktlich am Grab im 6. Friedhofsbezirk des Père Lachaise und hielt Ausschau nach uns, inmitten Tausender Fans, die zusamengekommen waren, zu Ehren Morrisons. Alle waren so verdammt pünktlich an diesem 3. Juli 1981 und stimmten a cappella My wild love an, vom Album Morrison Hotel. Selbst die drei übrig gebliebenen Doors waren aus Los Angeles angereist, mit eigenem Filmteam: Ray Manzarek, Gitarrist Robbie Krieger, Drummer John Densmore. Gerüchteweise hatte selbst Doors-Intimus Danny Sugarman pünktlich die Reise nach Europa angetreten, der alte Angeber. Jedenfalls, wer war nicht da? Wer fehlte? Wer hatte es einfach nicht geschafft? Wer war unpünktlich?

Genau.

Zu diesem Zeitpunkt befanden wir uns auf einer Kuhwiese in Belgien und bauten im Regen ein winziges Zwei-Mann-Zelt auf. Karlos und ich hatten komplett versagt, wir hatten Tramper-Pech auf ganzer Linie gehabt. Von Anfang an hatte kaum ein Wagen angehalten, und wenn sich doch mal ein Fahrer erbarmte, dann nur für ein paar Kilometer bis zur nächsten Autobahn-Abfahrt.

„Und jetzt Allez!“ (Fußtritt.)

Wir waren so down, dass wir es nicht zum Pere Lachaise geschafft hatten, wir beschimpften uns gegenseitig als Loser und Penner und miese 10 Francs-Nutte. Die Stimmung in der belgischen Diaspora änderte sich erst, als definitiv feststand, dass wir Paris selbst dann nicht mehr pünktlich erreichen konnten, wenn uns eine Concorde aufgelesen hätte. Wir mussten es akzeptieren, oui, wir waren Loser. Und von da an ging es aufwärts mit der Stimmung, und der 3. Juli 1981 entwickelte sich noch zum schönsten 3. Juli aller Zeiten:

Karlos und ich im Matsch unweit einer vielbefahrenen belgischen Autobahn, bei Dauerregen im engen Zelt gefangen, von furchteinflössend muskulösen belgischen Fleischkühen umgeben. Diese Monster niemals aus den Augen lassend, erhitzten wir vorm Zelt auf einem kleinen Campingkocher zwei Flaschen roten Landwein, kippten ein halbes Kilo Zucker dazu und rollten einen kleinen Joint vom letzten Rest Libanesen. Wir lachten bis wir einschliefen, und als ich mitten in der Nacht mit zerfranster Kehle aufwachte, lachte ich immer noch, während Karlos draußen vorm Zelt mit den Kühen diskutierte:

„Zum Mitnehmen, ja selbstverständlich, die Dame! Können Sie ruhig alles in eine Tasse packen! Ist nicht weit, nein, dankesehr, nur bis zum Zelt da vorne! Ich bedanke mich recht herzlich! Ein schönes Fest ist das hier!“

Als wir am folgenden Abend endlich Pere Lachaise erreichten, war der Friedhof bereits geschlossen und wir mussten übers Tor klettern. Weit und breit war niemand zu sehen – logisch, ich meine, welcher Penner besucht das Grab von Jim Morrison an einem 4. Juli!

Bringt doch nichts.

Pepe war stinksauer auf uns wegen dieser Geschichte. Er rieb es uns wieder und wieder unter die Nase, seine Schilderungen von Morrisons 10. Todestag in Paris wurden immer bombastischer, bis es ihn schliesslich selbst erwischte, Ende Juni 1987 auf dem Klo eines Cafes auf der Münchner Leopoldstrasse. Eine versehentliche Überdosis Heroin. Als er vom Wirt gefunden wurde, der sich gewundert hatte, warum die Tasse Kaffee so lange unangerührt auf dem Tresen stand, lag Pepe gekrümmt auf den Bodenkacheln und atmete schwer, Blut lief aus der Nase.

Beigesetzt wurde er am 3. Juli (!) 1987 in Hagen, neben dem Grab seiner Großeltern.

Advertisements

15 Gedanken zu „44. Todestag Jim Morrison

    • tatsächlich hat mich die 44 auch erschrocken, aber mich erschreckt so manche zahl in meinem zusammenhang, zahllose zahlen sozusagen, etwa die 55, die im herbst auf mich wartet. da ist die 44 ja besser.

  1. Ohne Musik geht bei mir gar nichts, ich höre immer Musik, quasi rund um die Uhr – und ich habe die 50 auch schon überschritten. Ist ja auch heute durch das Internet so toll! Es gab noch nie so viele gute Bands. War übrigens auch Doors-Fan.

    Ein leistungsstarkes Gerät deckt alles ab: Musi, Literatur, Filme…

  2. Was eine Story.

    Und doch hat jeder das Bild des jungen (relativ zum Todesalter) Jim Morrison im Kopf. Wie bei Elvis. Da will auch keiner die Bilder aus Vegas sehen.

  3. Dieser Textbeitrag geht mir nicht aus dem Kopf, in so vielen Teilen finde ich mich fast exakt in meiner eigenen Vergangenheit wieder. Nur mit Heroin konnte ich mich nie anfreunden, insofern ein interessanter Blick hinter nicht so bekannte Kulissen. Vielen Dank.

    Zwei Bemerkungen noch. „Grandios“ fand ich meinen Nahtod nicht, würde ihn mit einem Wort eher als „einschneidend“ bezeichnen. Erst seitdem lebe ich wirklich in dem Wissen, dass ich tatsächlich „allein“ bin. Das wissen zwar alle, aber kaum einem wird’s je klar. Der Rest lässt sich ohnehin nicht in Worte fassen – genauso wenig wie einst meine in den 70ern gefühlt sechswöchige Reise auf Mescalin – die in der Hierzeit allerdings (dann doch glücklicherweise;-) „nur“ acht Stunden ging – die war allerdings „grandios“.

  4. Am 03.07.2015 setzte ein sehr guter Freund, bürgerlich eingebunden doch unerkannt süchtig, gewissermaßen ein upper-class-junkie, auf einer Krankenhaustoilette seinem noch jungen Leben mit Hilfe einer Überdosis ein Ende. Er wurde halb sitzend, totenstarr gefunden, die Ampullen mit dem totbringenden Stoff in seiner Hand noch wie ein großes, letztes Rätsel anstarrend.
    Ich entsinne mich eines Abends vor annähernd 20 Jahren, ich hörte mit ihm Musik und wir schlugen die Zeit tot wie man Fliegen tötet. Es lief: Absolutly live! When the music is over…..

  5. Ich hab es sowieso mit Daten,deshalb ist pepe’s Art des Todes und sein Beerdigungsdatum mal wieder unfaßbar.Ich habe Glück gehabt.von den mir bekannten Drogentoten kannte ich nur zwei sehr gut,waren aber keine Freunde von mir.Der eine Jahre zuvor eine Zeitlang ein Kumpel.es war Mitte der 90er Jahre als man hörte es gäbe jetzt Schnellentgiftungen.Krankenhäuser in Israel und Spanien boten sie an.man würde über Nacht in ein künstliches Koma versetzt,bekam irgendwelche Medikamente verabreicht und morgens war man clean.danach schluckte man ein paar Wochen sog.Opiatblocker und man war geheilt.So heiß es.Ich glaubte daran natürlich nicht eine Sekunde und war deshalb umso schockierten als Micha mir mitteilte,saß er Morgen mit meinem Onkel (seinem Vater) nach Spanien fliegen würde.für 10000 Mark. Ich versuchte ihn noch davon abzubringen,aber die Entscheidung stand fest.Drei Wochen später treff ich Micha in Lüttringhausen.er fragte mich woher ich käme.na,aus Holland natürlich.ob ich ihm was abdrücken könne.bist du dir sicher?ja klar.bei mir zu Hause kochte ich uns einen auf,für Micha nicht ganz soviel,aber er sollte schon richtig breit werden.da er wie ich meistens Probleme mit den Venen hatte,übernahm ich das ballern.Ich bin ja ein guter Cousin.zuerst war,natürlich,ich dran.Ich merkte sofort,daß das Zeug diesmal richtig gut war.bevor ich den Rausch genießen könnte,Band ich seinen Arm ab,fand schnell eine Vene und drückte ab.nach wenigen Sekunden lief Micha’s Haut blau an,seien Pupillen verdrehten sich und er war weg.die ultimative Überdosis.Ich bin mit Micha groß geworden,er ist bis heute wie ein Bruder,aber außer der Angst,daß er mir wegstirbt,war da auch die Angst vor meiner Schuld.und die Angst vor den Bullen.Insgesamt die totale Panik.Ich hatte meine Bude unterm Dach.Ich lief runter zu meinem Pa,der mit meiner Ma unter mir wohnte.Ich schilderte ihm die Situation,allerdings etwas anders,und während mein Pa hoch lief um Micha irgendwie zu helfen,rief ich den Notarzt.Ich hatte schon nicht mehr damit gerechnet,aber sie holten ihn zurück.mein Vater hatte natürlich geschnallt was Sache war.er hat mich nie wieder auf diesen Tag angesprochen.

    • puh, das war knapp…

      so wie ich das sehe, sollte man den teufel nicht zweimal wegen der gleichen sache bemühen, dann gehts schief. natürlich neigt jeder junkie dazu, den gleichen fehler nicht nur 2mal, sondern 200mal zu machen. wir sind verdammte glückskinder.

  6. Ist unwichtig, trotzdem:war Pepe 27 als er starb?und den Ausschnitt mit Ray’s Spruch hab ich damals auch zigmal gesehen…

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s