Wo ist das Problem

„Wo ist das Problem..?“ Der Araber stand auf unserer Matte, klein und dicklich wie ein Küchelchen, kaum Hals, ein Michelin-Männchen aus Bagdad, so stand er da und blickte sich um, als suchte er es tatsächlich, das Problem.
Gestatten, Gebrauchtwagenhändler.
„Ich zahle bar“, wiederholte er, die Brieftasche gezückt. „..wo ist das Problem.“

Er war einer dieser Händler, die allabendlich durch die Republik ziehen und die Windschutzscheiben parkender Autos mit Visitenkarten überhäufen. Wir kaufen Ihr Auto. Wir kaufen jedes Auto.

Wir kaufen Autos.

Unser Auto war seine Kragenweite. Er plante es der Verwertungskette zuzuführen, an deren Ende ein ganzer Kontinent stand, Afrika, wo all die alten, von Weißen abgelegten Autos hinkamen. Aber nicht zum Sterben, sondern zum Weiterfahren. Wofür sie einst erfunden worden waren. Man hatte Autos einst erfunden zum Fahren bis sie tot umkippen oder immer kleiner werden und mit krümelnden Reifen im Asphalt verschwinden. Bye bye.

Der arabische Gebrauchtwagenhändler gewährte einen Blick in seine Brieftasche. Ein Packen bezaubernder Argumente war zu sehen, nigelnagelneu, in Reih und Glied gepackt. Der Anblick brannte mir in den Augen, wie bei tiefstehender Sonne. Doch was hatte ich damit zu tun. Die Gräfin fuhr das Auto, sie verkaufte das Auto, ich stand nur zufällig an der Tür. Ich war hier der Türsteher. Nicht mal die Tür gehörte mir, genau genommen, sie gehörte der Genossenschaft. Ich hatte kein Auto, keine Tür, kein Geld, ich war Pleitier von Geburt. Wäre ich in England geboren worden, wo es keine Meldepflicht gab, es gäbe mich gar nicht. Nie Steuern gezahlt und nie geboren. Aber ich war kein Engländer.

Ich stand an der Tür.

Die Gräfin saß in der Küche und hatte einen weiteren Interessenten am Telefon. Die Leute rannten uns die Bude ein, nur wegen diesem alten Auto. Obwohl, so alt war das Auto gar nicht, nicht in meinen Augen. Ich zum Beispiel war viel älter als das Auto, ich war dreimal so alt. Wann wurde ich vom Markt genommen, für kleines Geld, und im Sammel-Container nach Schwarz-Afrika verschifft? Weiß, ausgemustert, zu nichts nutze? Unzufrieden, gestresst, von nichts ne Ahnung?

„Tja, ich weiß nicht“, sagte ich zum Händler, und der kam sofort einen Schritt näher, als hätte ich ihn zum Essen eingeladen, „wir haben schon zwei Besichtigungstermine heut Nachmittag, und äh..“

„Ja gut“, unterbrach er mich, „wo ist das Problem..? Hier, dreihundert Euro. So stand es in der Zeitung, dreihundert Vau Be, hier. Kein Problem.. Auf die Kralle.“ Er zählte sechs Fünfzigeuroscheine ab und hielt sie mir hin, großspurig aufgefächert, als böte er mir das Geschäft meines Lebens an.

Tatsächlich war es das ja auch.

„Hier, wo ist das Problem.. dreihundert.. nimm..“, sagte er. Und fügte schnell noch ein „..Meister“ an. „.. dreihundert.. nimm, Meister.“

Schräge Vögel wie er hatten ein untrügliches Gespür für Pleitegeier wie mich und ihre Schwächemomente. Ich hatte exakt zwei Euro, vierzig Eurocent in der Hosentasche. Heute war der Dreiundzwanzigste. Noch eine Woche, und es gab wieder ein bisschen Geld. Ich war achtundvierzig Jahre alt. Wenn mein alter Kumpel Schnaat mir zufällig über den Weg lief, begrüßte er mich neuerdings mit einem lockeren „ah, da kommt der Dude..!“ Ein alternder Beatnik, der Film-Teppiche klaute. Der Autos verhökerte, die ihm nicht gehörten. Ich hatte so gut wie noch nie darüber nachgedacht. Überhaupt dachte ich nicht viel über Sachen nach, die mich betrafen oder die Welt oder mich in der Welt da draußen. Ich fühlte mich immer noch jung – wozu groß nachdenken. Das konnte man auch mit Fuffzig noch erledigen. Dann war noch genug Zeit für große entscheidende Dinge, Sachen wie Nachdenken über mich oder die Welt oder mich in der Welt da draußen.

Der Anblick von Bargeld stach mir in den Augen. Es war, als würde der Händler Ausschnitte aus einem Hochglanz-Pornofilm präsentieren. Woher sollte er auch wissen, dass ich mit dem Auto nichts zu tun hatte, dass ich hier nur an der Tür stand.

Ich war Türsteher in dieser und jener Angelegenheit.

„Moment“, sagte ich überfordert, „Moment.. ich..“

.. ging zurück in die Wohnung, um nach der Gräfin zu sehen, um sie nach ihrer Meinung zu fragen, hatte dabei aber nicht mit dem Hütehund gerechnet, der gern mal ein tiefes Nörgeln an den Tag legte, wenn Fremde auf der Matte standen – ganz egal, ob die mich nun mit großen Summen Bargeld zu bestechen versuchten oder nicht.

Sobald ich die Wohnungstür öffnete, versuchte der Hund sich an mir vorbei zu drängeln, um dem arabischen Eindringling Guten Tag! zu sagen mit den Fangzähnen. Er ließ ein ausgesucht gefährliches Fletschen & Grollen hören, worauf der Araber stiften ging, und ich schob den Hund mit den Beinen in die Wohnung zurück.

„Ach, halt die Klappe.“

Der Araber war aber gar nicht stiften gegangen, er hatte sich nur kurz zurückgezogen, um sofort wieder auf der Matte zu erscheinen. Er hatte noch ein Geschäft abzuschliessen. Das gefiel mir. Ich drehte mich um zu ihm.

„Moment..“, sagte ich und bedeutete ihm, zu warten.

Die Gräfin saß am Küchentisch und verdrehte die Augen. Sie hatte den Hörer des Festnetz-Telefons zwischen Ohr und Schulter geklemmt, während sie sich kurze Notizen machte.

„Pss!“ sagte ich. „Nun leg schon auf! Die Sache hat sich erledigt.“

„Wie, hat sich erledigt?“

Sie hielt den Telefonhörer von sich weg. Eine Micky Maus-Stimme war zu hören, die von irgendwoher kam und sich quengelnd in Raum und Zeit verlor.

„Na, hat sich erledigt eben“, sagte ich genervt und nickte nach draussen. „Da steht einer, der hat Geld.“

Wir hatten im Anzeigenblättchen, das kostenlos an alle Haushalte verteilt wurde, unseren schnittigen alten Nissan Sunny zum Verkauf angeboten, Baujahr 90, TÜV Dez 09, VB 300 Euro, weil wir von meinen Eltern einen anderen Wagen geschenkt bekamen, einen Opel Astra Kombi, erste Hand, 68.000km, Baujahr 92. Wir hatten uns um zwei Jahre verbessert.

Mein 83jähriger Vater hatte sich endlich durchgerungen, das Autofahren aufzugeben. Seiner Meinung nach war er dazu allerdings gezwungen worden, vom Rest der Familie, der sich Sorgen machte, dass selbst kurze Fahrten zum Supermarkt ein zunehmend unkalkulierbares Risiko darstellten, und zwar für alle am Straßengeschehen Beteiligten.

Aber auch die Gräfin war zunächst nicht begeistert. Sie gab den Nissan Sunny, den sie von meinem Bruder übernommen hatte, nur ungern her. Die alte Haifischschnauze hatte uns nie im Stich gelassen, doch die Frage war, ob wir sie im Januar durch den TÜV bekommen würden, ohne viel Aufwand. Nachbar Jimmy, Berufs-Schrauber, nahm die Mängelkarte vorweg: neue Stoßdämpfer auf beiden Seiten, neue Bremsen, das Leck in der Ölwanne abdichten – das wäre richtig teuer gekommen. Und das war der Punkt, an dem sie schließlich einwilligte und ja sagte, ja zum dunkelblauen Opel Astra meines Vaters.

„Jetzt sind wir endgültig Spießer geworden“, behauptete sie ermattet. Als hätte das Leben uns doch noch klein gekriegt. Ich fühlte, dass sie recht hatte, irgendwie, aber ich hatte keine Lust ihr Recht zu geben. Das verbot mir mein Gemüt. Ich wollte noch ein bisschen kämpfen. Ein bisschen Jack Nicholson-Leben anvisieren. Oder wenigstens so tun als ob. Ich war ein Meister in Scheingefechten, damit ich mich im wahren Leben nicht aufreiben musste. Ein Leben als ob war schon anstrengend genug. Ein Leben im Quasi-Land.

„Wird auch Zeit, dass wir Spießer werden“, entgegnete ich kühl, „wir können doch nicht ewig Bohemiens bleiben.“

„Warum nicht?“

„Warum..? Weil wir den Nissan nicht mehr durch den TÜV kriegen..“

Es klang blöde, zugegeben. Ein Spießer zu werden, weil man den schnittigen Nissan Sunny, die alte Haifischschnauze, nicht mehr durch den TÜV kriegte und deswegen auf einen Opel Astra zurückgreifen musste.

Ich hatte mich bei Jimmy erkundigt, wie viel der Gebrauchtwagenmarkt für eine japanische Haifischschnauze Baujahr 90 rausrücken würde, die kein TÜV mehr hatte und die beschriebenen Mängel. Da lachte Jimmy nur kurz auf und meinte, dass wir die Möhre schon zum Schrotthändler bringen müssten, um sie überhaupt noch irgendwie loszukriegen.

„Und da zahlst du noch drauf, wenn du Pech hast.“

„Blödsinn“, meinte die Gräfin nur, „der Nissan läuft super, der Motor ist tipptopp, da muss nur ein neuer Topf drunter und die paar Kleinigkeiten gemacht werden..“

Bevor wir den Wagen in die Zeitung setzten, 300 Euro VB, Versuchs-Ballon, überklebten wir den einzigen (sichtbaren) Rostfleck an der hinteren linken Tür mit grauem Pflaster. Und dann stand das Telefon nicht still. Von wegen ab zum Schrotthändler und womöglich noch was draufpacken. Wir wurden von Anfragen überrollt. Über 60 Anrufe stauten sich allein auf der T-Net-Box. Vor allem nuschelnde Händler waren es, die uns mit bar auf die Kralle an den Apparat zu zwingen versuchten, und junge deutsche Ehefrauen, mit Babygeschrei im Hintergrund, denen nur wichtig war, ob der Wagen viertürig ist.

Am frühen Abend stand plötzlich der Araber auf der Matte. Klein, dicklich und ohne Hals, wie ein feuchtes hartnäckiges Küchelchen stand er da, ein Madeleine. Und das, obwohl in der Zeitungsannonce lediglich unsere Telefonnummer angegeben war, ungeeignet für eine Rückwärtssuche im Internet.

„Komm mit nach draussen“, sagte ich in der Küche zur Gräfin, nachdem sie den Telefonhörer aufgelegt hatte, „der wartet.“

„Wer wartet?“

„Na, der Araber. Der zahlt direkt. Dann haben wir Ruhe.“

„Ein Araber? Das ist bestimmt ein Händler. Ich will nicht an einen Händler verkaufen.“

„Wieso nicht? Ist doch völlig schnuppe, ob Händler oder nicht, er hat mir die Scheinchen schon hingehalten.“

„Dann ist er Händler. Die saugen den Markt so leer, dass normale Leute kaum noch an billige Autos kommen. Wie viel?“

„Er hingehalten hat?“

„Ja. Was denn sonst.“

„Dreihundert.“

„Du hättest auch leicht vierhundert verlangen können, bei den vielen Leuten, die hier anrufen. Scheiße, bin ich froh, wenn das erledigt ist.“

„Na, sag ich doch. Also komm.“

Während wir das Haus verliessen, um dem Araber das Auto zu zeigen, blieb Frau Moll in der Wohnung. Sie konnte es nicht gut mit arabischen Männern, da war sie Rassistin. Sie spürte die Aversion der Fremden gegenüber großen Hunden und machte diese Aversion zur eigenen Sache – sozusagen zur Chefsache. Auch betrunkene Personen mit Regenschirmen kamen nicht gut bei ihr an und wurden gern und ausdauernd mit Fangzähnen empfangen.

„Hallo“, sagte die Gräfin und reichte dem Araber die Hand. Der hielt ihr sein fleischiges Patschehändchen hin, ohne wirklich zuzugreifen.

Wir zeigten ihm den Wagen, den er längst lokalisiert hatte.

„Ich hab heut morgen sechs, sieben Mal angerufen“, sprach er akzentfrei und mit Schweiß auf der Stirn. Ihn interessierte nur noch eins: „Ist der Motor okay?“ Und zweitens: ob der Sunny Servolenkung habe.

„Nee, keine Servolenkung. Da muss man schon noch richtig kurbeln, beim Einparken.“

„Macht nichts“, winkte er ab, „der wird sowieso verschifft, und denen da unten ist das egal.“

„Verschifft?“ Die Gräfin zuckte.

„Nach Afrika. Nach Benin. Da läuft so ein Nissan Sunny Baujahr 90 noch zehn, fünfzehn Jahre, der brettert noch fett über die Sandpiste. Mein Bruder wohnt im Benin und verkauft deutsche und japanische Autos. Die sind verrückt nach deutschen Autos da unten. Nur wo französisch gesprochen wird gehen Citroen und Renault an den Start. Hauptsächlich Citroen.“

Manchmal überraschte es mich, wie schnell die Gräfin gewillt war die Seite zu wechseln, wenn sie etwas hörte, was sie überzeugte. Diesmal war es Afrika. Afrika überzeugte die Gräfin.

„Welches Auto von der Wupper schafft es schon nach Benin?“ Sie streichelte die alte Haifischschnauze. „He, hast du gehört, mein Darling, du machst Urlaub in Afrika! Endlich kommst du dahin, wo es lecker warm ist!“ trommelte sie liebevoll auf dem Wagendach herum.

Sie lächelte den Araber an.

„Meine alte Haifischschnauze hat es nicht so mit Regen, dann klappern immer die Ventile, wenn die Straße nass ist. Eigentlich hab ich immer Karren gehabt, die Hitze mögen. Ich hatte immer heiße klapprige Karren. Die gehörten eigentlich alle nach Afrika.“

Wir lachten alle drei und hörten den Hund bellen, in der Wohnung. Er hatte sich auf die Hinterbeine gestellt und blickte aus dem Fenster, wie Karajan persönlich. Vielleicht dirigierte er gerade in seinem Kopf ein Concerto für den Hütehund.

„Wir kommen gleich“, winkte die Gräfin.

Das Gebell steigerte sich bis zur Hysterie. Und wo die Stimmung grade am Siedepunkt angekommen war, nahm ich schon mal die Asche in Empfang.

„Vierhundert“, sagte ich.

„Wieso vierhundert..? Dreihundert, Meister.“

„Endpreiswechel“, sagte ich ins Blaue hinein.

Nach einigem Hin und her einigten wir uns auf 350.

„So, da kurvt die alte Dame also demnächst durch Rhodesien“, sagte ich beiläufig. Der kleine dickliche Araber guckte blöd. Er trug eine blau-graue Busfahreruniform. Ein komischer Händler. Er wollte den Wagen nicht einmal probefahren. Im Gegenteil.

„Sie kriegen jetzt die 350 Euro und geben mir Fahrzeugschein und Quittung, und ich hole den Wagen morgen ab, okay?“

Okay. Als wir reingingen, nahm die Gräfin meine Hand.

„Her mit den Mücken, Ganove.“

Ich war 48 Jahre alt. Tags drauf war der vierundzwanzigste. Ich hatte 2 Euro 50 auf der Tasche. Oder vierzig.

Mist.


Am nächsten Vormittag, Punkt halb elf, stand der weiche Mondamin-Araber wieder auf der Matte – so oberpünktlich, man hätte fast mißtrauisch werden können, ob er nicht doch irgendwie plante, uns übers Ohr zu hauen.

Er kam im blütenweißen Hyundai vorgefahren.

„Der wird auch nach Benin verschifft, Hyundais laufen da als Taxi.“

Er hatte seine kleines Töchterchen mitgebracht, es saß hinten auf dem Kindersitz, die kleine Layla. Ein hübsches Ding, mit schwarz gelocktem Haar.

Er lud uns ein, kurz Platz zu nehmen im Wagen.

„Schöner Name“, sagte ich, „Layla.“

„Ja? Ist Layla ein deutscher Name?“ Der Araber schaute abwechselnd zur Gräfin, die neben ihm auf dem Beifahrersitz hockte, und in den Rückspiegel, um Kontakt zu mir zu halten. Ich saß neben seiner Tochter, die mich offensiv musterte, ein trockenes Brötchen in Arbeit.

„Nee, deutsch nicht unbedingt“, sagte ich, „eher englisch.“

Layyy-lahh..

Wahrscheinlich hatten sowohl die Gräfin als auch ich in diesem Augenblick den Clapton-Song im Ohr, geschrieben im London der 60er Jahre, als Clapton noch mit Graffiti wie ERIC CLAPTON IS GOD gefeiert wurde, während er 40 Jahre später in Beverly Hills residierte und goldene Blueshaufen in die US-Kanalisation kackte.

Aber Layla war ein schöner Name.

Der Araber bat uns, den Nissan zu ihm zu fahren, er wohnte in der Nordstadt. „Ich bring euch dann wieder nach Hause.“

Warum nicht. Unsere letzte Fahrt im Nissan war kurz und schmerzlos, eine hastige Zugabe. Die im Kofferraum gestapelten Sommerreifen quietschten wie frischer Spargel, wenn die Gräfin in die Kurve ging.

„Mach’s gut, Schätzchen..“

Das war’s. Ein letzter Klaps, dann verblieb der Haifisch im Hinterhof des Arabers und wir wurden im fast unwirklich weißen Hyundai nach Hause kutschiert.

Die Gräfin war neugierig. „Woher kommen Sie eigentlich aus Arabien?“

„Libanon“, sagte der Mann, als wir an einer Ampel standen und eine dicke schwarze Hummel sein Gesichtsfeld kreuzte, wie ein verirrter kleiner Helikopter, der einen Landeplatz suchte, es sich aber im letzten Moment anders überlegte und durchs offene Fenster entschwandt, Richtung Innenstadt.

Die Gräfin war fasziniert, dass unsere graue alte Haifischschnauze Afrika bereisen sollte.

„Die kommt auf ihre alten Tage richtig rum in der Welt, die kommt mehr rum als wir. Die macht Urlaub in Benin..“

„Na ja, Urlaub“, korrigierte ich. „Die muss richtg arbeiten da, die wird noch mal richtig rangenommen in Rhodesien.“

„Du immer mit deinem Rhodesien“, meinte die Gräfin.

Ja schon. Aber was wussten wir denn von Benin, ausser dass der afrikanische Voodoo von dort kam. Und dass von Benin aus die ersten Sklaven in alle Welt verschifft wurden, und als deren Nachfahren in die alte Heimat zurückkehrten, brachte sie den Zauber aus Südamerika mit und mischten ihn mit ursprünglichen Stammesbräuchen zum Voodoo.

Richtig, wir hatten unsere Hausaufgaben gemacht, als uns am Abend zuvor zufällig eine Reportage auf Phoenix begegnet war, über das Leben in Benin, ein Leben mit Göttern und Geistern.

Und der Gräfin war dabei noch etwas aufgefallen.

„Soll ich dir was sagen? In der ganzen Sendung war nicht ein einziges Auto zu sehen.. in ganz Benin nicht.“

Und das, wo doch angeblich so viele alte deutsche Wagen nach Benin verschifft wurden und dort weiterfuhren bis sie auseinanderkrümelten. Da stimmte was nicht. Andererseits konnte uns das scheißegal sein. Der Deal war gelaufen. Und im Endeffekt, sagte sie, war sie froh, dass wir bei dreihundert Euro geblieben waren.

„350“, sagte ich.

„Na gut. 350..“

„Aber wieso froh?“

„Na, angenommen, wir hätten mehr verlangt, vielleicht 500, und der neue Besitzer in Benin hätte sich dafür höher verschulden müssen und wäre böse geworden, dann hätte er uns vielleicht verwünscht und mit einem Fluch belegt, du weißt schon, Voodoo-Nadeln in Puppen stecken und so Sachen..“

Hm. Also. Na, sag mal.

„Mit dem linken Hinterreifen war soweit alles in Ordnung, oder?“ erkundigte ich mich.

„Glaub schon. Sicher. Wieso?“

„Na, weil.. ich seit Tagen komische Stiche hab, im linken Ohr.“

„Du spinnst.“

Natürlich. Ich meine, was soll man sonst sagen von jemanden, der gar kein Gehirn im Kopp hatte, ihrer Meinung nach, sondern nur raschelndes Papier, das bedruckt werden wollte. Ausser dass er spinnt.

Wo ist das Problem.

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5 Gedanken zu „Wo ist das Problem

  1. Schade um den Nissan, der hätte Euch noch viele Jahre gedient.
    Die Dinger haben das ewige Leben.
    Was man von dem Opel nicht behaupten kann.
    Opel = GM = Ami-Karre.
    Verrecken gerne.
    Halte uns auf dem Laufenden.

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