„Tschüss, ihr Selbstmordgedanken!“

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„Tschüss, und leckt mich auch alle recht schön am Arsch!“

Ein Gedanke zu „„Tschüss, ihr Selbstmordgedanken!“

  1. Olaf war zwei Jahre jünger.Ich kannte ihn durch Markus.nach seiner zweiten Ehrenrunde wechselte er auf die Hauptschule und kam in seiner Klasse.dann,zwei Jahre später ,im August 87 fing ich die Lehre zum Dreher an.gemeinsam mit Olaf.dreieinhalb Jahre waren wir von montags bis freitags acht Stunden zusammen.nach der Lehre wurden wir beide übernommen.wir waren schon sowas wie Kumpels,fuhren sogar einmal zusammen mit unseren Freundinnen im Urlaub.
    Durch mich lernte er sämtliche Drogen kennen.Dope,Pep,LSD,Heroin.Ich hatte damals die Einstellung,jeder über 18 ist alt genug um zu wissen was er tut,und wenn jemand Drogen haben will und ich hab die gerade am Start,dann bitte sehr.wenn er sie nicht von mir bekommt,holt er sie sich eh woanders.
    Olaf war mir in dem Punkt ähnlich,entweder ganz oder gar nicht.wenn er soff,dann bis zum Umfallen,wenn er kiffte,dann nur Bongs und viel und wenn er einmal ne Nase Pep zog,dann war er 72 Stunden on Tour.Heroin war nichts für ihn,worüber ich ziemlich froh war.dann trennte sich seine Freundin von ihm.kurz darauf wurde ein anderes Mädel von ihm schwanger.er war mächtig stolz,als die Kleine zur Welt kam,aber daß die Beziehung nur alleine wegen dem Kind nicht halten würde,war von Anfang an klar.es war halt nur Sex,keine Liebe.dann kam was kommen mußte-Olaf durfte seine Tochter nur dann sehen,wenn er keine Drogen mehr nehmen würde.es war klar,daß er das nicht packen würde und die Mutter der Kleinen zog das durch.dann wurde er gefeuert.er fehlte tagelang,ohne daß er n Gelben hatte,ohne daß er überhaupt in der Firma anrief.ab da hatte ich auch fast keinen Kontakt mehr zu ihm,ich hörte von anderen,daß er nur noch auf Chemie war.dann,eines Tages erzählte mir jemand,daß er im Tanni in der Klapse wäre.Ich nahm mir vor ihn in den nächsten Tagen zu besuchen.als ich zwei Tage später morgens zur Arbeit komme empfängt mich ein Kollege mit den Worten:“hast du heut schon in die Bild geschaut? Olaf ist tot.“
    Bis heute weiß ich nicht genau was passiert ist,aber es liegt auf der Hand.er bekam ein paar freie Tage von der Klapse.Ich denke er rief bei der Mutter der Kleinen an,in dem Glauben die Kleine sehen zu dürfen.sie wird gesagt haben,daß ihr das zu früh ist,wenn nicht sogar,daß sie dem Kind keinen anvertraut,der gerade aus der Klapse kommt.So oder so ähnlich wird’s gewesen sein. Fest steht,was danach geschehen ist. Olaf geht zur Tanke,kauft sich einen Benzinkanister. Er geht nach Hause,schüttet daß Benzin über sich aus und zündet sich an. Die Nachbarn hören Schreie,rufen Feuerwehr und Rettungswagen.Kurze Zeit später stirbt Olaf im Rettungswagen.Es war der 1.Dezember 1994,kurz vor seinem 24.Geburtstag.
    Die Beerdigung war beklemmender als alle anderen,die ich erlebt habe. Eine Freundin ist jung an Leukämie gestorben. Dietmar mit 45 an Lungenkrebs.Aber da blieben nicht so viele Fragen unbeantwortet.
    Klar habe ich danach noch für andere Drogen besorgt,wenn Bedarf da war.daß durch mein Heroin kurze Zeit später Micha beinah gestorben wäre,war nochmal eine andere Erfahrung.bis heut bin ich unschlüssig,wie sehr ich für Olaf’s Schicksal mitverantwortlich bin.

Hätte ich doch besser die Fresse gehalten

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