Vom Gucken

Mir fiel diese Frau auf. Sie stieg aus dem Wagen, gegenüber der Allianz-Filiale. Es war halb neun, Dienstbeginn. Sie trug High Heels und eine Stoffhose, so knackig eng, dass die Arschbacken meuterten. Verstohlen rupfte sie den Schlüpfer zurecht, raus aus der Fut, locker machen für den Achtstundentag. Dann drehte sie sich um und entdeckte mich auf der anderen Strassenseite, breitbeinig abwartend. Ich bin Weltmeister im breitbeinig Abwarten. World Cup Glummi, Randy Andy, der verwegene Fritz. So einen Weltmeistertitel muss man sich verdienen. Es reicht nicht aus, einfach auf der anderen Strassenseite herumzulümmeln und abzuwarten, ob vielleicht zufällig eine Person daherkommt, die im Schritt La Paloma zupft, man muss auch brilliant die Arme vor der Brust verschränken können. Man muss auch so tun, als würde einen das ganze nichts, aber auch gar nichts angehen. Dabei immer schön weiter gucken, wohltemperiert, als habe man dafür eine offizielle Bescheinigung: Dieser Mann darf von Amts wegen glotzen.

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2 Gedanken zu „Vom Gucken

Hätte ich doch besser die Fresse gehalten

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