Nur ein paar dumme Stunden

Ich saß an der bullernden Heizung und rutschte unruhig hin und her, fröstelnd, trotz der Hitze im Rücken.

Ich wusste nicht mehr, was ich denken sollte.

Hatte ich tatsächlich zu wenig Metha im Blut, um über die Nacht zu kommen? Würde es mir irgendwann, wahrscheinlich in den frühen Morgenstunden, so schlecht gehen, dass ich wie ein Irrer die Wohnung abmarschieren würde, nur um die Minuten zu zählen, die verblieben, bis die Arztpraxis endlich ihre Pforten öffnete? Oder machte ich wieder einmal viel Wind um nichts, bildete ich mir alles nur ein? Registrierte ich, überwach, wie ich war, jedes kleine Ziehen, jedes noch so winzige Reißen und Klopfen im Körper und stufte es ganz oben ein auf der nach oben offenen Entzugsskala? Waren es die Nerven, die mir einen Streich spielten und den beginnenden Entzug nur vorgaukelten, einfach weil ich ihn erwartete?

„Deine Angst ist ein Quartiermacher, ein Vorauskommando. Du schickst die Angst voraus wie einen Schatten, der dein Kommen ankündigt“, so hatte Sanne es einmal formuliert.

So treffend.

Angst; neigt dazu, an anderen Ängsten anzudocken, sich aufzupumpen und zu vermehren. Wenn man es zulässt. Wenn man es nicht zulässt, ist Angst nur ein Scheinriese. Ein Großkotz. Aber das auseinanderzuhalten ist nicht immer einfach, zumal wenn man es von Kindesbeinen an gewohnt ist, dass Angst Vorfahrt hat im Leben. Dass man besser dies und das nicht tut, um der Gefahr zu entgehen, von einer Mauer zu fallen, sich die Finger zu verbrennen, ohne Drogen über die Nacht zu kommen.

Jede Wette: hätte ich in dieser frostigen Dezembernacht noch ein Schlückchen Methadon in petto gehabt, mir wäre es blendend gegangen, selbst wenn ich es überhaupt nicht angerührt hätte. Allein die Gewissheit, darauf zurückgreifen zu können, hätte mich so tiefenentspannt gemacht, ich wäre überhaupt nicht auf die Idee gekommen, ein Affe könnte mir im Genick sitzen. Aber ich hatte kein Metha mehr in petto. Ich war an dem Punkt angelangt, den jeder Süchtige fürchtet wie Graf Dracula das Tageslicht: die gewohnte Substanz war mir ausgegangen.

*

“Sag mal, was tust du da eigentlich in der Küche?” rief sie aus meinem Zimmer. Sie hatte es sich schon im Bett gemütlich gemacht, der Fernseher lief. Sie schaute eine ihrer amerikanischen Lieblingsserien, deren Personal ihr mit jeder Folge mehr ans Herz wuchs. Selbst den von Band eingespielten Applaus begann sie mit der Zeit zu mögen. Das klingt wie eine Schar Kraniche, die sich vor den Toren von Marrakesch niederlässt, behauptete sie.

„Was ich mache..? Ich sitze auf dem Boden.“

„Und tust was?“

„Lesen“, antwortete ich matt.

„Was?“

„Lesen..“

„Ja, schon – aber was liest du?“

„Ach.. äh, Zeitung.“

Tatsächlich lag die TV-Zeitung auf dem Teppich, direkt vor mir. Darunter steckten drei einzelne Subutex-Pillen, die der kleine Wiegand mir einige Zeit zuvor in die Hand gedrückt hatte, mit dem freundlichen Hinweis.. hier, für den Fall, dass du mal einen Affen schiebst. Ist aber nichts zum Antörnen. Ist nur, wenn es dir dreckig geht.

Ja, weiß ich doch, hatte ich geantwortet, ich bin doch nicht blöd. Ist Subutex.

Dabei kannte ich es nur vom Hörensagen.

„Du bist so blöd.. Warum hast du mich nicht gefragt?” meinte Sanne später, als alles vorüber war. “Ich hätte dich vor Subutex gewarnt und der ganze Scheiß wäre gar nicht passiert.”

“Klar hätte ich dich fragen können. Aber du hättest mich doch sowieso gewarnt, lass die Finger davon. Nimm es bloß nicht, solange du keinen richtigen Affen schiebst, sonst geht der Schuss nach hinten los. Also hab ich es heimlich gemacht, damit du mir nicht reinquatscht. Ist doch logisch, oder..?”

“Na, super logisch.. Weißt du was? Du bist wie ein Plattenspieler, der nur eine einzige Platte drauf hat, sein ganzes Leben lang, und die Platte heißt: ich baue Scheiße.“

Noch war nichts entschieden. Noch lagen die Pillen vor mir. Es war ja nicht mal klar, ob ich wirklich zu wenig Methadon intus hatte, um über die Nacht zu kommen. Klar war nur, dass Subutex einen gewaltigen Haken hatte: Es ist Opiat und Opiat-Blocker zugleich. Solange die Rezeptoren nicht völlig frei von Opiaten sind, entzieht es einem auch noch den letzten Fitzel Morphin, der sich im Körper befindet, und zwar auf einen Schlag. Dann hast du von jetzt auf gleich einen Turkey, der sich gewaschen hat, du fühlst dich roh und nackig und auf eine so brachiale Art clean, dass du dir in die Hosen scheißt. Dann hast du den sudden death, vor dem man sich in der Szene so fürchtet. Und die Szene hat immer Recht. Die Szene mag übertreiben, die Szene mag noch eine Schippe draufpacken und alles noch schlimmer machen, als es ohnehin schon ist, doch das tut sie nur, damit man ihr zuhört.

Lass dir Finger von dem Zeugs, solange du keinen echten Affen schiebst..

Ich wog die drei kleinen Pillen in der Hand, wie ein misstrauischer Apotheker. Eigentlich musste ich nur die Nacht überbrücken, bis acht Uhr in der Früh, dann konnte ich beim Doc mein gewohntes Wochenrezept Metha abholen. Eigentlich musste ich nur ein paar Stunden absitzen. Scheiss auf die Pillen vom kleinen Wiegand. Durch die geöffnete Küchentür sah ich nebenan das bläuliche Licht des TV-Bildschirms die Wände rauf- und runterklettern, mit langen zackigen Beinen, ein zentralnervöser Schneiderwipphopp. Ich hörte Sannes Lachen. Nebenan, in der Wirklichkeit. Bei den Soaps.

Sie ahnte nichts von meinem Dilemma. Für sie war es ein normaler Winterabend, sie wartete, dass ich ins Bett kam. Woher sollte sie wissen, dass ich auf dem Trockenen saß. Ich erzählte ja nie etwas. Ich war einer der zahllosen Ein-Mann-Torpedos, unterwegs im weiten Ozean der Sprachlosigkeit. Irgendein Stützpunkt hatte mich abgeschossen und nun schlingerte ich durch die See, ohne Sinn, ohne Ziel. Dabei war eines klar. Was auch immer mir da im Genick lauerte, es war kein wirklicher Affe, kein hungriges Tier, das auf meine arme Seele lauerte, nein, es war bloß das Grauen vor der Nacht, die ihr leeres Stundenbuch vor mir auffächerte. Es war die Angst, das Methadon in meinem Körper würde nicht ausreichen bis der Morgen graute und ich in der Praxis von Doc Hilten mein reguläres Wochenrezept abholen konnte, für meinen so über alles geliebten Apothekenzustand, der keinen Gott neben sich duldete.

Im Bad kontrollierte ich meine Pupillen. Pupillen sind die Außenthermometer des Morphinisten, die Wetterfahne. Je größer, desto schlimmer, je kleiner und enger, desto besser. Wie oft schon hatte ich Entzugsnächte durchwacht, ich hasste dieses Aufklaffen im Leib, wenn die chemische Schutzhülle fällt, wenn man zur rohen Masse wird, wenn der Körper rebelliert, wenn die Zellen sich vor den Toren sammeln, um Nachschub zu fordern.

Wie sehr hasste ich das Hin-und Herwerfen auf der Matratze, den ständigen Wechsel von Hitze und Kälte, das zornige Wegkicken der Bettdecke. Der Fernseher würde im Dauerbetrieb laufen, Nies-Attacken den Rotz aus der Nase holen, die Nacht kein Ende nehmen – und all das wäre noch meilenweit entfernt von einem einem ausgewachsenen Affen, der einem so ziemlich alles nimmt, was Menschsein bedeutet.

Die Heizungsrippen begannen abzukühlen. Lester, der unterm Dach hauste mit den längsten Haaren der Stadt, hatte den Heizkessel so reguliert, dass es im ganzen Haus ab 22 Uhr 30 zur Nachtabsenkung kam. Ich ging in den Keller und änderte Lesters Einstellung am Kessel auf volle Pulle. Ich wollte wenigstens nicht frieren, wenn ich schon durchdrehte.

Dann saß ich wieder in der Küche an der Heizung und ackerte den Beipackzettel zum wiederholten Mal durch, den Wiegand mir mitgegeben hatte, konnte mich aber kaum konzentrieren, die Worte stürzten übers Papier. Wer bei der Ersteinnahme von Subutex nicht völlig clean ist von Opiaten, bekommt Entzugserscheinungen, weil der Wirkstoff Buprenorphin das noch am Rezeptor klebende Restgift sofort runterschmeißt, ohne gleichzeitig alle Opiat-Rezeptoren vollständig zu besetzen. Gut. Davon hatte ich gehört.

Weiter unten auf der Patienteninformation fand ich etwas von mindestens vier Stunden Abstand zur letzten Einnahme eines Opiats. Vier Stunden..? Wie jetzt!? In der Szene munkelte man von mindestens 24 Stunden. Den letzten Rest Metha hatte ich in der Nacht zuvor genommen, das war gut 18 Stunden her! Was zum Henker sprach also dagegen, wenn ich jetzt Subutex einwarf! Andererseits wusste ich von Doc Hilten, dass er Patienten vor der Ersteinnahme von Subutex sogar sechsunddreißig Stunden clean bleiben liess, nicht vier. Auch nicht achtzehn.

Ich nahm die erste Pille à 2 mg in die Hand. Jetzt nicht lange fackeln, jetzt sublingual..

“Kommst du?“ rief sie.“ Warum kommst du nicht?”

Ich verschluckte mich fast.

“Ich komm gleich.. Noch ein paar Minuten.”

Ich blätterte sinnlos in der Zeitung, während ich wartete, in mich hinein horchte, ob da schon was anflutete. Doch es kam nichts. Logisch – was waren schon 2 mg.. war ja nur ein Klacks. Welches verdammte Junkie-Herz kam mit einem Klacks über die Runden. Was sollte da warm anfluten, bei 2 mg. Es dauerte keine Minute, und die beiden restlichen Pillen steckten unter der Zunge, lösten sich auf, versickerten im Blutkreislauf.

Eine halbe Stunde verging, ohne dass etwas passierte, dann stieg ich endlich zu ihr ins Bett. Mir ging es nicht besser, aber auch nicht schlechter. Immerhin. War ja auch schon mal was. Ich war müde. Sie legte ihre Hand auf mein Bein. Der Fernseher lief. “Ist gut der Film”, sagte sie, doch ich war woanders mit meinen Gedanken. War allein mit meiner Sucht. Isoliert. Ein kleiner grauer Mensch. Wenn Heroin schon kein Publikumsknaller ist, dann ist Methadon ein wirklich einsames Geschäft. Ich meine, wer sitzt schon mit seinen besten Freunden beisammen und teilt ein Töpfchen zuckriges Ersatzgift.

“Ist was?” wunderte sie sich, weil ich so still war.

Ich winkte ab. Ich hatte keine Lust zu reden. Ich wollte nur noch die Nacht hinter mich bringen, am Morgen mein Rezept abholen und in der Apotheke einlösen und dann mein Leben weiterleben, als wäre nichs geschehen bis ich eines Tages tot umfalle, nichts weiter. Ich drehte mich zur Wand hin und schlief auf der Stelle ein. Als ich eine dreiviertel Stunde später die Augen aufschlug, war ich sofort in Panik. Ich wusste erst nicht, was los war. Warum. Mein Herz raste. Der Brustkorb steckte in Stahlzwingen, ich war pitschnass geschwitzt.

Oh.. mein Gott..! peitschte es durch meinen Kopf, ich flüchtete aus dem Bett.. oh mein Gott.. was hatte ich gemacht..

“Was ist denn jetzt los?!” rief sie mir hinterher.

Ich war voll auf Affen. Auf Grund gelaufen. Der Schweiß plädderte an mir runter.

“Ich fühl mich.. scheiße.”

“Wie, du fühlst dich scheiße!? Was hast du angestellt!?”

Es war, als wälzte ich mich durch ein großes überwürztes Feuer, ich brannte lichterloh. Ich lief ins Bad, vor den Spiegel. Schwarze Bratpfannen glotzen mich an, wo Pupillen gewesen waren. Ich raste wie auf durchdrehenden Rädern. Ich liess mich zitternd auf dem Wannenrand nieder.

“Was hast du gemacht?” rief sie ängstlich. Sie war mir gefolgt.

“Ich hab.. Scheisse gebaut. Ich hab.. Subutex genommen..”

“Wann?”

“Na, eben..”

“Du hast.. was? BIST DU BESCHEUERT!?? SUBUTEX! Da kommst du voll auf Affen, wenn du nicht clean bist!”

“Ich weiß..”

“Wie, du weißt!? Warum hast du es dann gemacht, wenn du es weißt??”

“Weil ich dachte, also.. ich weiß nicht, was ich.. Ich hatte kaum noch Metha für heute.. Scheisse! SCHEISSE!!”

Wie zum Henker sollte ich die Nacht so aushalten. Ich tigerte durch die Wohnung, in Auflösung. Zerschossen.

“Das halt ich nicht aus..! Die ganze Nacht..!”

“Du hältst das aus”, versuchte sie mich zu beruhigen. “So schlimm ist das auch wieder nicht..” Ihr zweifelnder Blick strafte ihre Worte Lügen. Die ganze Nacht! All die Stunden. Bis acht Uhr..

“Ruf den Doc an”, sagte sie.

Sie wartete erst gar keine Antwort ab. Sie suchte die Telefonnummer heraus. Es war kurz vor Mitternacht. Es sprang nur der Anrufbeantworter an.

“Na, was hast du denn gedacht? Dass Doc Hilten nur darauf wartet, dass ich ihn nachts anrufe!?”

“Nee, aber dass eine Nummer genannt wird für Notfälle.. was weiß ich.. Und schrei mich nicht an. Ich kann nichts dafür, dass du so blöd bist.”

Sie versuchte es bei der Auskunft. Fragte nach Hiltens Privat-Nummer. Tatsächlich erhielt sie eine Handy-Nummer. Damit hatte ich nicht gerechnet. Sie auch nicht. Sie wählte. Hielt mir den Hörer hin.

“Ich.. kann doch jetzt nicht.. reden..”, wehrte ich ab.

“Du kannst reden. Natürlich kannst du reden. Frag ihn, was du jetzt tun sollst.”

Ich nahm den Hörer in die Hand. Es dauerte nicht lang, und Hilten nahm ab.

“Ja..?”

“Doc? Hab ich Sie.. gestört?”

“Hmm.. wer isn da?” nuschelte er, als hätte er ein Kopfkissen im Mund.

Ich räusperte mich und nannte meinen Namen.

“Ich hab Scheiße gebaut, Doc.. ich hab.. mit Subutex experimentiert..”

“Experimentiert? Mit Subutex. Ja, das ist schlecht.”

Er fragte müde, mit wem er das Vergnügen hatte. Ich wiederholte meinen Namen. Doc Hilten war der Buddha, der sich mit einer Trutzburg aus Fett vor seinen Drogenpatienten schützte, die ihn mit ihrer Sucht zu sehr ans eigene Versagen erinnerten. Er hasste Junkies. Er verachtete uns. Er hätte nie Doktor werden sollen. Er wollte mal Pilot werden, er wollte große Passagiermaschinen um die Welt fliegen, doch die Augen machten nicht mit, die Augen waren zu schlecht, er fiel durch den Sehtest. Jetzt mussten wir es büßen.

“Pass auf. Du hast jetzt ein paar dumme Stunden vor dir. Nichts schlimmes. Hast ein paar Manschetten. Klapperst ein bisschen.” Es klang so routiniert, was er da sagte, wie tausend Mal eingeübt, und tatsächlich, die Beruhigungstaktik ging halbwegs auf. “Dir kann nichts passieren. Du brauchst keine Angst zu haben.”

“Ich fühl mich aber so scheiße.. so extrem.. ich mein, sollte ich nicht.. könnten Sie mir nicht etwas Methadon..”

“DU SOLLST NICHTS NEHMEN!! DAMIT MACHST DU ALLES NUR NOCH SCHLIMMER!”

Das machte alles keinen Sinn.

“Du schaffst das schon”, meinte Hilten abgekämpft. “Kommst du morgen früh in die Praxis. Dann hast du es schon hinter dir. Nur ein paar dumme Stunden. Es kann nichts passieren..”

Ich legte auf. Marschierte durch die Wohnung. Von einem Zimmer ins andere, in die Küche, ins Bad und wieder zurück. Nur ein paar dumme Stunden..? Von wegen: die ganze verfluchte Nacht. Und der Affe wurde schlimmer, es war, als zwackte das unglückselige Buprenorphin von Minute zu Minute mehr von meinem restlichen Reservoir an Methadon ab. Das Zeugs zerrte und rüttelte an mir wie ein Tornado an einem Haus, das ungeschützt in der Ebene steht. Das Dach war zur Hälfte schon abgedeckt, Trümmerteile und Pfannen flogen umher. Warum musste ich Idiot auch alle drei Pillen auf einmal nehmen?! Vollidiot!

Und jetzt hier rumheulen!

“Jetzt steigere dich nicht noch mehr rein..! Bleib ruhig. Ich lass dir eine Wanne einlaufen. Entspann dich”, meinte die Gräfin.

Sie meinte es gut, natürlich, ich hörte sie reden, aber es war sinnlos – nein, sie spürte nicht den Abgrund um mich herum. Wie auch? Jeder ist seine eigene Klinik. Jeder sein eigener Notfall.

„Nein, keine Wanne, kein heißes Wasser – bloß nicht..!“

In meinem Kopf wirbelte es. Ich musste los, ich musste hier raus. Hier drin war nichts zu reissen, ich musste mir was besorgen. Aber ich war blank, ich hatte keinen Pfennig Kohle in der Tasche. Sanne konnte ich nicht fragen, sie hätte mich gelyncht. Ich grapschte meine Brieftasche vom Schrank im Flur. Da war kein Geld drin, aber Telefonnummern.

“Wohin willst du..?”

“Ich.. muss raus hier. Vielleicht kann ich Angelo anrufen.”

“Angelo?! Das meinst du jetzt nicht ernst!? Wenn du auf Subutex irgendwas nimmst, machst du alles nur noch schlimmer! Dann ist das jetzt ein Zuckerschlecken gegen das, was dich erwartet! Lass das bloß sein!!”

Ich hatte sie lange nicht so zornig erlebt. Es war Mitternacht durch. Alles wurde immer enger, je länger ich wartete und nichts unternahm. Ich musste mir irgendwo Gift leihen. Auf Kommi. Aber erstmal brauchte ich eine funktionierende Telefonzelle, eine, die Münzen annahm. Ich wollte nie ein Handy haben, ich wollte nie ständig erreichbar sein, jetzt hatte ich den Salat. Was war mit der Klingenstrasse, da stand ein Telefonhäuschen. Ich sagte, dass ich ins Städtische wolle, in die Notaufnahme.

“Ich setz mich einfach da hin, damit ein Arzt in der Nähe ist, wenn was passiert.“

“Was soll passieren?”

“Dass ich umkippe. Keine Ahnung.”

“Ich kann dich doch ins Spital fahren.”

“Nein..! Ich muss.. gehen. Die Zeit umkriegen. Die Nacht umkriegen bis morgen früh. Wenn du mich ins Städtische fährst, sind wir in zehn Minuten da, und dann? Was mach ich dann den Rest der Nacht? Da rumsitzen?”

“Wenn du zu Fuß durch die Kälte marschierst, bist du auch in ner dreiviertel Stunde da.”

“Kann sein, aber nicht in zehn Minuten.”

Ich hockte auf dem Badewannenrand und schnürte schwerfällig die Stiefel. Hatte ich alles – die Brieftasche, die Handynummern?

“Bau keinen Scheiß”, flehte sie.

“Ich hab keine Kohle für Scheiße bauen.”

“Ach ja, und seit wann braucht der Herr Kohle, um Scheiße zu bauen?”

Ich konnte keinen Pfennig vom Konto abheben. Es war alles sinnlos. Und es wurde immer später. Gleich war ein Uhr. Und im Hinterkopf war da noch die Drohung von Doc Hilten und von vielen anderen: dass man alles nur schlimmer machte, wenn man auf Subutex ein Opiat nahm..

“Mach dir keine Sorgen”, sagte ich zu ihr an der Haustüre, trotz dicker Winterjacke und Weste vor Kälte bibbernd. “Ich lauf einfach ins Städtische, setz mich dahin..”

“Soll ich dich nicht doch fahren?”

“Nein..”

Das Thermometer an der Haustür zeigte drei Grad unter Null. Wenn ich durch den Coppel-Park ging hätte sie sofort Lunte gerochen, dass ich nicht ins Krankenhaus wollte. Unsere Wohnung strahlte hell erleuchtet wie ein Kasino, als ich mich umdrehte, aber sie zeigte sich nicht am Fenster. Nein, sie wollte nicht wissen, wohin ich ging. Sie wollte mich nicht beim Lügen ertappen.

Ich drehte ab in den Park, begleitet vom zornigen Schnattern der Enten. Meine Füße waren schwach, sie taten es nicht richtig, ich eierte mehr als dass ich ging, es war, als wäre ich auf weichgekochten Sohlen unterwegs. Richtung Klingenstrasse, das bedeutete auch Richtung höchste deutsche Eisenbahnbrücke: Müngstener Brücke, 110 Meter hoch, wo man den ganzen Scheiß hinter sich lassen konnte. All die Verwüstungen. Die inneren Debakel.

Klingenstrasse. Als ich die Telefonzelle erreichte, ein in der Dunkelheit erstrahlendes seltenes gelbes Juwel, hatte ich kaum noch Kraft in den Beinen. Ich zog mühsam die Tür auf, und legte die Brieftasche auf dem Fernsprecher ab. Ich fand ein einziges 50 Cent-Stück. Der Rest war unbrauchbares Kupfergeld. Ich hatte einen einzigen Schuss frei. Und dann fand ich den Zettel mit den Telefonnummern nicht. Da waren Dutzende kleiner Zettel in der Brieftasche, aber nicht der, auf dem die Telefonnummern verzeichnet waren. Ich hatte ihn zu Hause liegen lassen. Ich war zu geschlaucht, um Scheiße zu brüllen. Wie betäubt versuchte ich mich an Angelos Handynummer zu erinnern. Er wohnte nicht weit von der Klingenstrasse. Er war der einzige, der mir einfiel, der um diese Zeit eventuell was herausrücken würde, auf Kommission.

Ich warf das 50 Cent-Stück ein. Probierte einige Nummern, die mir irgendwie bekannt vorkamen, aber ich hatte dauernd einen Zahlendreher drin. Ich kriegte es einfach nicht hin. Bevor es zum Anschluss kam, drückte ich nach vier oder fünf Freizeichen schnell die Gabel nieder, damit nichts flöten ging von den 50 Cent.

Was war mit dem kleinen Wiegand? Seine Nummer würde ich zusammenkriegen, doch was sollte das bringen, der kleine Wiegand hatte selbst dauernd die Scheiße am dampfen. Schulter ausgekugelt, Läuse am Sack, irgendwas war immer bei ihm. Und dann versuchte ich es wieder mit der Nummer, die ich am ehesten für richtig hielt: Angelo. Ich liess durchklingeln.. Es hob jemand ab. Halb zwei in der Nacht. Eine unbekannte weibliche Stimme.

“Schuldigung”, flüsterte ich und legte sofort auf. 20 Cent waren damit futsch, waren runtertelefoniert. Für nichts! Ich bekam diese scheiß Handy-Nummer nicht zusammen! Aber schuldigung sagen zu irgendeiner beschissenen Tussi, die du nicht kennst, das geht, du Pisser! Plötzlich fiel mir Ringo ein. Ringo hatte Handy und Festnetzanschluss. Ich hatte ihn lange nicht gesehen, vielleicht ein halbes Jahr. Wir waren gemeinsam aufgewachsen. Eine Menge Leute waren damals gemeinsam aufgewachsen. Und auch wenn ich mich an Ringos Handy-Nummer nicht erinnerte, seine Festnetznummer stand wie eine 1 auf meinem inneren Display. Einige Tage zuvor hatte ich noch seine Ex getroffen, die kleine Simone mit dem blonden schwedischen Zähnchenmund, wie Stina auf Saltkrokan. Sie meinte, dass Ringo aus Angst vor der Schmiere kaum noch ans Telefon ging. Nach dem zweiten Läuten hob er ab.

“Jaa..?”

“Ich bin’s, Ringo”, schnappte ich auf, tonlos. “Wie siehts aus.. kannst du mir.. weiterhelfen?”

Er brauchte einen Moment, um meine Stimme zu entziffern.

„Das bist du.., Glumm, oder? Bist du das..? Alter, bei mir siehts auch nicht gut aus.”

Ringo atmete schwer. Noch 10 Cent.

“Hör zu, mir gehts dreckig. Ich weiß nicht, wie ich über die Nacht kommen soll. Ich brauch.. nicht viel.”

“Na okay.. komm vorbei. Aber mach schnell.”

“Ich beeil mich. Aber ich bin zu Fuß unterwegs. Ne halbe Stunde brauch ich.”

“Mach hin. Ich hab Benzos drin.”

Klick. Weg war er. Restgeld null Cent. Ich packte die Brieftasche ein und schlich los. Es war so eiskalt, ich fror und schwitzte erst abwechselnd, dann gleichzeitig, und zuletzt konnte ich es nicht mehr auseinanderhalten, ob ich schwitzte oder fror. Ich hielt kaum die Strassenbeleuchtung aus, das grelle Licht der Reklamen. Ich nahm den Umweg über den dunklen alten Güterbahnhof. Schneefall setzte ein. Ich war so ausgepumpt, ich bekam kaum noch einen Fuß vor den anderen. Ich lehnte mich an einen Bauzaun, hielt mich fest. Der Puls raste, als würde ich Schläge einstecken, Schläge von innen. Die Beine wie mit Flüssigbeton ausgespritzt. Ein Taxi fuhr im Schritttempo vorüber. Der Fahrer glotzte rüber. Hoffentlich glotzt der auch noch, wenn ich gleich umkippe, dachte ich. Ich sah den Schneefall im Scheinweerferlicht. Ein Moment der totalen Schwäche. Der Wagen fuhr langsam weiter, ich stolperte hinterher durch den fallenden Schnee, die Arme vor der Brust verschränkt. Ob Ringo überhaupt noch wach war, so bräsig, wie er geklungen hatte? Ob mein Klingeln ihn aufwecken konnte, wenn er Benzos eingeworfen hatte? REVOL las ich an den alten Güterhallen, REVOL, als hätte jemand REVOLTE sprayen wollen, doch dann erschien die Bahnpolizei.

Glück gehabt. Ringo öffnete in Unterhose und grünem OP-Hemd. „Schließ die Tür ab“, sagte er nur knapp, „Schlüssel steckt von innen.“ Er ging vor, auf langen spindeldürren Beinen. Seine Nase lief. „Mitten in der Nacht.. Alter, dir muss es ja übel gehn..“

Seine Bude, überhitzt wie immer, war seit Tagen nicht gelüftet worden. Aber es war aufgeräumt. Picobello. Alles war an seinem Platz. Ringo war immer echt. Man hatte bei ihm nie das Gefühl, dass er einem etwas vormachte.

„Was ist los?“

Ich erzählte ihm, was los war. Was ich verbrochen hatte. Er konnte es kaum glauben.

„Alter, Subutex auf Reste von Metha..!? Wie scheiße bist du denn drauf!? Ich hab auf Subutex mal so die Panik gekriegt, ich hab mich bekotzt und beschissen, so derb bin ich abgefahren.“ Ringo wurde laut. Wunderbar laut. Was ich jetzt gut gebrauchen konnte, war ein lauter Ringo und eine Prise Heroin. Er baute sich steifbeinig vor mir auf. „Da war ich die ganze Nacht nur am Kotzen, Alter! Und weil ich vorher Rotwein gesoffen hatte, war das  Scheißhaus eine einzige große rote Pfütze, es sah aus, als wär ein Ochse ausgeblutet.. Alter, was machst du für Sachen?“

Er setzte sich an den gläsernen Schreibtisch, auf dem sein Notebook stand, und fischte ein Säckchen Heroin aus der Schublade.

„Ich bin blank“, sagte ich und nahm Platz.

„Kein Thema, Alter.. .“ Ringo zog mit der Rasierklinge eine Line über die Glasplatte. „Hier.. rüssel das erst mal weg. Dann sehen wir weiter. Aber so dolle bin ich auch nicht bepackt. Heut Mittag hat mich der Kruse fast leer gekauft.“ Er knallte sich aufs Bett. Der Fernseher lief. Eine DVD. „Ausser Atem, Alter. Das Original.. mit Belmondo.“

Ich saß unentschlossen vor dem Pulver. Wusste nicht, ob ich es wagen sollte. Wenn es stimmte, was man sagte, wurde ein Subutexentzug durch die Beigabe von Heroin nur noch schlimmer. Oder nicht, Ringo?

„Nimm doch erst mal die Hälfte.. oder ein Drittel, und warte ab, was passiert“, knurrte er, die Augen auf Halbmast.

Wie immer hatte Ringo sich nicht lumpen lassen. Er war einer der ganz wenigen großzügigen Junkies, die ich kannte. Er liebte es, großzügig zu sein. Was er mir da gestreut hatte, hätte auf der Platte locker einen Fuffie gebracht. Ich kannte ihn von der Grundschule, wie waren in die gleiche Klasse gegangen. Grundschule Klauberg, Klassenlehrerin Frau Ringfeld. Auf Klassenfotos schaute er drein wie ein Bösewicht mit langen Zähnen. Noch heute zeigte sich Zahnfleisch in der Größe Belgiens und ein Satz brandneuer Teleskopzähne, wenn Ringo lachte. Er pendelte täglich mit der S-Bahn nach Düsseldorf, wo er einen gut dotierten Bildschirmjob ergattert hatte.

„Wir sind Übriggebliebene“, hatte er einmal zu mir gemeint, als wir in der Früh mit dem Zug Richtung Düsseldorf unterwegs waren.“Ich fühl mich schon wie mein Opa, der aus dem Krieg erzählt, wenn ich bei meinem Psychiater sitze und über Heroin rede.“

Ich trippelte unruhig durch die Bude. Machte Halt vor der Sammlung kleiner Hieronymus Bosch-Figuren, die Ringo an einer ganz bestimmten Tankstelle in Rotterdam zu kaufen pflegte. Pocket Art. Der blaue Flötenbläser.

Ringo war in allem hochtalentiert, was er tat, und er war hochgradig süchtig. Er war hochgewachsen und spindeldürr, ein spangenlanger Hansel, ein Rittersmann. Und verrückt nach technischen Spielereien. Wenn irgendein Gadget neu auf den Markt kam, auf den die Welt nicht gewartet hatte, war Ringo der erste, der es sich besorgte. Er war voller Leidenschaft für blinkende kleine Spielzeug-Ufos, für Zippo-Feuerzeuge, mit denen man Eier kochen konnte, aufwärmbare Kaffeetassen, Jungs mit Kaleidoskop-Augen, Spaßpistolen mit dicken Titten. An seiner Wand hing eine glutrote Ted Nugent-Gitarre.

Ich saß am Schreibtisch. Ich nahm den Strohhalm in die Nase. Legte den Strohhalm wieder weg. Es ging hin und her, ohne dass ich das Pulver anrührte. Meine Beinmuskeln begannen zu flattern.

„Alter, du machst mich wahnsinnig!“ rief Ringo und bot mir Schnaps aus einer großen Pulle an. „Hier, guck, das Etikett: Artilleriefeuer. Ich dachte erst, das wär Beerenwein, du weißt schon, so ne laue Nummer, aber vergiss es, das Zeugs ist gut, das tut es. Kommt sogar ziemlich dem nahe, warum ich das Jägermeistersaufen mal angefangen hab.“

„Nee, kein Fusel. Bloß nicht.“

„Also, langsam werde ich böse. Ich streu dir ne schöne Nase – du traust dich nicht. Ich biete dir Artilleriefeuer an – willst du auch nicht. Mann, warum holst du mich überhaupt mitten in der Nacht aus dem Bett??“

Ich sah Ringo an, nahm den Strohhalm in die Hand, steckte ihn in die Nase und sniefte die Straße in einem einzigen langen Haps weg. Es wollte gar nicht aufhören.

„So kenn ich dich, Alter“, wieherte Ringo. „Mit dem dicken Rüssel!“

Die nächsten zwei Stunden lag Ringo im Bett und plauderte über seinen ganz privaten Weltkrieg mit den Drogen, während ich gegenüber auf dem schwarzen Ledersofa ausharrte und ununterbrochen Rad fuhr, so sehr zuckten und krampften meine Beinmuskeln. Nur ganz allmählich wurde mir wärmer, stellte die Nase das Laufen ein. Von wegen, Heroin machte alles nur schlimmer.. es ging bergauf. Ich war endlich wieder auf dem Weg, normal zu werden. Ein Mensch. Ich versuchte sogar ein bisschen zu schlafen. Ringo pirschte leise zu mir rüber und deckte mich mit einer Baumwolldecke zu. Er legte eine CD von Jonathan Richman auf, ganz leise. Weil er wusste, wie sehr ich Richman verehrte, hatte er Jahre zuvor alles aus dem Internet runtergeladen, was er finden konnte. Ich war gerührt, wie sehr Ringo sich bemühte, pennen konnte ich trotzdem nicht. Ich saß bald wieder auf dem Sofa – und strampelte. Um fünf in der Früh ging es mir endlich besser. Wir teilten uns Ringos Bett und guckten zusammen Ausser Atem, wo Belmondo in einer Szene im Bett sitzt, nur in Unterhose und Hut.

“Guck mal, der zieht sich morgens im Bett den Hut auf, bevor er telefoniert”, johlte Ringo begeistert, der sich gern mal schick machte und mit Stehkragen zur Arbeit fuhr.

“Das Schlimmste im Leben ist Feigheit”, meinte Belmondo zu seiner amerikanischen Geliebten und nuckelte an der nächsten Mais-Zigarette. Dann stand er auf und wechselte den Hut gegen ein kariertes Tweed-Käppi.

“Da, cool!” rief Ringo. “Alter!”

Für Ringo (1961-2007)

IMG_20151222_0055

7 Gedanken zu „Nur ein paar dumme Stunden

  1. Oh Mann, eine sehr gute Entscheidung von mir, von Drogen die Finger zu lassen. Ich hätte das alles nicht ausgehalten. Ich bin zu verpimpelt.
    Dieses eine Bier, das ich jemals getrunken habe, damals in Amberg auf Klassenfahrt, hat für ein ganzes Leben gereicht. Verpimpelt ist gar kein Ausdruck.

  2. welch abruptes ende
    jetz noch in die nächste strassenbahn und der tag wär gerettet
    wären da nicht die Stecknadeln in meinem kopp
    haben sie etwa genascht junger mann
    nee!
    ich hab nur geträumt.

  3. Genauso wie auf dem Foto hatte ich mir bis jetzt Ringo vorgestellt- sowas ist selten.
    Nach einer älteren Version dieser Geschichte habe ich es schonmal geschrieben- bin Subutex immer aus dem Weg gegangen, weil ich wußte, daß mir sonst genau die selbe Scheiße passiert!
    Letztens sollte ich für meinen Pa ein Rezept abholen und einlösen. Ich wußte, daß er neben Morphium noch andere Opiate verschrieben bekommt. Als ich aus der Apotheke kam, warf ich einen Blick auf die Pillenschachtel…- Buprenorphin, auch Subutex genannt. Kraß- Pa schluckt täglich Subutex…
    Das Jahr ist nicht mehr lang. Einer der ganz besonderen Ereignisse 2016 war die Entdeckung deines Blogs mit allem was es für mich bedeutet hat. Diese Geschichte ist nur eine von vielen, die mich nicht nur berührt, sondetn in der ich mich ständig wiederfinde. Und nicht nur das- der letzte Abschnitt, der Satz von Belmondo, Ringo’s Reaktion- keine Ahnung, ob man sowas große Literatur nennt. Für mich einfach nur geil!

Hätte ich doch besser die Fresse gehalten

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s