Der Drummer von Ain’t no sunshine

Von dem Moment an, wo ich Bill Withers‘ Ain’t no sunshine entdeckte, faszinierte mich die warme und sparsame Instrumentierung. Der Song ist auf You Tube aktuell 200 Millionen mal abgerufen worden. Nicht schlecht für eine Nummer, die es bei ihrer Veröffentlichung 1971 nur auf die B-Seite eines vergessenen Songs namens Harlem schaffte. Doch die Discjockeys in den USA entschieden anders, sie spielten von Anfang an nur die Rückseite der Single.

Produziert wurde Ain’t no sunshine von Booker T. Jones, der in den 60ern mit seiner Begleitband The MG’s einige ebenso zeitlose wie knochentrockene und tausendfach gesampelte Instrumental-Tracks schuf, die heute noch durch Hollywood-Filme geistern. Das also ist das Geheimnis der legendären Studio-Aufnahme von Ain’t no sunshine: Booker T. and the MG’s hatten die Finger im Spiel.

Wer den Live-Song auf You Tube verfolgt, sollte einen Blick auf den Drummer werfen, James Gadson. Er ist exakt das, was man a real cool cat nennt, er spielt, als hielte er sich in einer anderen, einer leicht bekifften Galaxie auf, was auch die Kommentare am Kacken hält. Ein User namens Connor B meint, der Schlagzeuger spiele folgendermaßen:

„I’m super high chilling and gonna be doing this same beat for the next 2 minutes..“

Schöner kann man es nicht sagen.

Einem User namens Virtual Friends fällt auf, dass der Drummer den ganzen Song über lächelt, bis er nach 2:08 Minuten den letzten Klopfer tätigt, mit diesem Gesichtsausdruck: „Now I’m going to kill you all!“

Bound Music meint: „This Drummer clearly knows something we don’t.“

Gleich mehrere Leute beziehen sich auf die Lyrics des Songs: „That drummer knows where she’s gone!“

Und BoboDoboRobo kassiert 700 Likes für seine Vermutung: „She’s sleeping with the Drummer.“

Ein You Tuber ortet den Drummer „higher than the stars“, ein anderer glaubt,  der Drummer habe Thai Sticks geraucht, was ungefähr aufs selbe rauskommt. Überhaupt scheinen viele der Überzeugung zu sein, der Mann habe unbekannte Substanzen zu sich genommen. Gleich 2000 Likes für diesen Aufschrei: „I wanna take what this Drummer was on!“

Dabei liegt das Geheiminis doch offen für jedermann. Es ist der Song, der high macht.

Advertisements

3 Gedanken zu „Der Drummer von Ain’t no sunshine

  1. Vor ca zehn Jahren kamen die Mädels unserer damaligen Chemietruppe auf die glorreiche Idee nach durchgemachten Nächten singstar/playstation zu spielen. Anders ausgedrückt: Karaoke zu singen. Anfangs sträubte ich mich mein nicht vorhandenes Gesangstalent zu präsentieren. Aber ich wollte auch kein Spielverderber sein, also überwand ich mich. Spaß machte es nicht. Aber dann kam Ain’t no sunshine…
    Meine Simme klang auf einmal cool ( zumindest in meinen Ohren) und es machte einfach nur Spaß dieses Stück zu singen. Und allen anderen ging es ähnlich, kein anderes Stück war so beliebt. Das Interessante dabei war: das Stück ist nicht einfacher zu singen als andere (eine Zeile ist besonders schwer, wenn man nicht hundert pro textsicher ist). Aber jeder hatte irgendwie das Gefühl bei dem Stück, daß es sich auch für andere gut anhört. Einfach ein cooles Stück!

  2. Du hast mich auf einen schönen, melancholischen Trip durch You Tube geschickt: Aint no Sunshine, Lean on, When a man loves a woman… Wie die Chorleiterin unseres Pop-Chors sagte: „Baby, I have done you wrong, please come back – thats what all soul songs are about.“ Ich finde übrigens den Gitaristen am coolsten.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s