Spezialauftrag am Tag der Einheit

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Kaum kriegten wir kurzfristig vermehrt Besuch, schon träumte sie davon, das Haus niederzubrennen und weit ab in der Südsee inkognito weiter zu leben. Wir waren Autisten, wir wollten so viel wie möglich von der Welt mitkriegen, ohne von ihr behelligt zu werden. Je schneller die Leute von einem Reiz zum nächsten sprangen, desto weniger wollten wir noch mitmischen.

„Am besten, wir schleichen uns in eine betreute Außenwohngruppe ein, damit wir den Kopf frei haben für die wirklich wichtigen Dinge im Leben“, meinte die Gräfin einmal zu mir. „Dann sind wir Königin!“

*

Ein halbes Jahr nach dem Brandanschlag klingelte das Telefon. Es war Feiertag, Tag der Deutschen Einheit, 3.Oktober 1993. Ein regnerischer Tag, und wir ließen es klingeln. Schließlich hätte sich jemand ankündigen können – unliebsamer Besuch. Einer mit Langeweile, mit Feiertagsbeschwerden, einer, der sich Unterhaltung erhoffte. Erleichterung, im schlimmsten Fall. Am besten so tun, als wäre niemand zu Hause. Die konnten uns alle mal mit ihrer ewigen Erreichbarkeit.

 

Doch dann, warum auch immer, Sinneswandel.

„Ich geh mal ran“, sagte ich und dachte: Man kann ja nicht immer nicht rangehen.

„Ich bin nicht da…“, murrte die Gräfin nur. Es klang wie Warnung vor dem Hunde. Sie war in ihrem Zimmer und schmökerte prinzipientreu in dem dicken Moskau-Krimi, wo alle Prachtstraßen Prospekt hießen

Mein Bruder war dran. „Heut Nachmittag schon was vor?“

„Heut Nachmittag? Wann meinst du?“

Heut Nachmittag war ein dehnbarer Begriff. Irgendwas zwischen 13 und 18 Uhr, in der hohen Zeit des Luftholens. Im Niemandsland. Im großen Hellblau. Da, wo man den Ball rausholt und runterläuft zum Sportplatz, mit den Freunden.

„Na, ich mein, jetzt gleich.“

„Ach so… Warum?“

„Wirst schon sehen. Wir holen dich ab.“

Wir? Wer wir..? wollte ich noch einwerfen, aber der Bruder hatte schon aufgelegt. War schon weg. Er wohnte auf der anderen Seite der Straße, direkt am Coppel-Park, und hatte einen Vollbart wie der späte Jim Morrison. Die Gräfin fragte mich mal, was das für ein Gefühl sei, wenn der jüngere Bruder plötzlich so aussieht wie das Idol der eigenen Jugend. Gut, antwortete ich, ein gutes Gefühl. Wenn sich das große Idol plötzlich in die Familie einreiht.

Dann gab es noch einen Kater namens Fritz im Leben meines Bruders, Fritz, der scharfe Krallen hatte und ihm nachts in der Diele auflauerte, wenn er betrunken nach Hause kam. Fritz konnte es auf den Tod nicht ausstehen, wenn das Herrchen zu viel trank. Paff, hatte es einen hängen, das Herrchen. Selbst ich hatte mal Scherereien gehabt mit Fritz, als ich in den Sommerferien täglich nach ihm schauen musste. Als ich mir einmal eine Line ziehen wollte, hatte ich paff einen hängen, obwohl ich wohlweislich in der Küche zugange war und die Diele gemieden hatte.

Wenig später wurde ich abgeholt von Lester und meinem Bruder. Zu dritt machten wir uns auf in die Innenstadt, in Lesters klapprigem grünen Kadett. Der Wagen hatte diesen Sound aus unserer Kindheit herübergerettet, dieses Geräusch, als drehe sich serienmäßig der Zündschlüssel mit, wenn der Motor läuft. Ein Sound, von dem ich auf dem Rücksitz kaum etwas mitbekam, in meiner Position genau zwischen den Boxen. Lester war Metal-Fan. Er mochte es laut und dreckig.

„Hast du keine andere Musik?“ fragte ich genervt.

„Häh?!“

„OB DU KEINE ANDERE MUSIK DAHAST!“

Lester, der in unserem Haus die Mansarde bewohnte und in einem Galvanobetrieb anschaffte, starrte stur nach vorn. Er hatte diese unglaubliche Matte auf dem Kopf, er sah aus wie der Vorarbeiter von Frank Zappa. Er hörte schlecht. Seine Ohren waren beschädigt. Immer nur Hard Rock. Zu wenig menschliche Stimmen. Zu viel Sepultura.

Ich kannte Lester noch aus den Siebzigern, einer Zeit, wo die coolen Typen noch Motorrad fuhren ohne Helm und dabei Debatten führten mit dem Hintermann und die adidas-Turnhose flatterte im Wind. Jetzt waren all diese coolen Typen alte Säcke geworden und haftschutzversichert. Nicht so Lester. Er blieb ein Rocker, auch wenn er nicht viel Worte machte. Ich riss ein Stück aus einem Papiertaschentuch, formte zwei Kügelchen und stopfte sie mir provisorisch in die Ohren.

„Wie, andere Musik?“ Lester hatte sich herabgelassen und die Lautstärke etwas gedimmt. „Ist doch gut gemixt, das Tape.“

Mein Bruder, der auf dem Beifahrersitz hockte und mit seinen eins Sechsundneunzig fast das Wagendach kartätschte, grinste sich einen. Vom Rücksitz aus, zwischen den Endstufe-Subwoofern, konnte ich zwar nicht genau erkennen, was sich vorn in seinem Gesicht abspielte, aber mein Bruder konnte mir nichts erzählen. Ich wusste, wann er grinste und wann ihm der eigene Kater eins auf die Mütze gab.

„Kannst du nicht wenigstens ..?“

„HÄH?!“

„.. EIN BISSCHEN LEISER MACHEN!“

Lester lebte allein. Er war ein überzeugter und straighter Single, der kaum Widerspruch gewohnt war, wie die meisten Menschen, die über eine lange Zeit alleine leben. Ich kannte sonst niemanden, dessen Leben sich so straight nach Plan abspulte. Lester verließ jeden Morgen Punkt halb Sieben das Haus, fuhr zur Arbeit, kam gegen fünf Uhr heim. Um halb acht brach er frisch geduscht auf in die Stadt, um bei Fredo einen Kaffee zu trinken. Spätestens eine Stunde später hörten wir seine knarzenden Schritte im Treppenhaus, er war zurück. Meist waren die Schritte entspannt, manchmal zornig. An seinen Schritten konnten die Gräfin und ich ablesen, wie es um ihn stand. Seine Waschmaschine lief Mittwochabend von halb sieben bis halb acht, im Sommer machte er vier Wochen Urlaub in Andalusien, wo er sich einen Mietwagen besorgte und die Gegend abklapperte, allein.

Ende des Monats legte ihm die Post ein alternatives Musikmagazin in den Briefkasten.

Vielleicht war er einsam. Keine Ahnung. Wir wohnten ja nur im selben Haus, wie soll man da genau unterscheiden, ob jemand einsam ist oder nur allein. Die Leute reden ja nicht. Die Männer. Man muss schon sehr genau hinhören, um mitzukriegen, was wirklich los ist in einem Mann. Wie es um ihn steht. Nicht jeder hat die Möglichkeit, die Schritte eines Mannes im Treppenhaus zu verfolgen, um sich einen Überblick über seinen Gemütszustand zu verschaffen.

Als wir vor einer Ampel hielten, griff Lester nach einem Schwamm von der Ablage und wischte über die von innen beschlagene Windschutzscheibe.

„DU KÖNNTEST DIR AUCH MAL EINEN NEUEN SCHWAMM ZULEGEN“, brüllte mein Bruder gegen die Musik an.

„WAS…!?“

„DU KÖNNTEST DIR.. MANN, LESTER, DREH DOCH ENDLICH MAL DIE SCHEISS MUCKE LEISER!“

Statt leiser zu machen drehte Lester die Musik gleich ganz aus. Radikal. Prompt. Auf Null. Er war beleidigt. Man maßregelte ihn im eigenen Fahrzeug. Na schön, war mir auch recht. Hauptsache Ruhe.

„Was ist mit dem scheiß Schwamm?“ fragte er angepisst.

„Der ist so versifft, wie willst du damit die Scheibe sauber kriegen?! Damit verschmierst du alles nur!“ Keine Ahnung, warum mein Bruder so auf dem Schwamm herumritt. Das war sonst nicht seine Art. „Dieses… Siffding!!“

„Ach, halt doch die Fresse“, gab Lester zurück, und plötzlich mussten wir alle drei lachen, einfach, weil Lester halt die Fresse gesagt hatte. Das war sonst nicht seine Art. Er war ja eher ein defensiver Bursche. Einen Sommer lang sah man ihn mit einem Jo-Jo durch die Innenstadt laufen, komplett in sein Spiel versponnen und ohne Blick für die Welt – von wegen. Er bekam unter Garantie jede Regung mit, die sich auf ihn und sein Jo-Jo-Spiel bezog.

Er lebte aus den Augenwinkeln.

Hinter uns setzte ein Hupkonzert ein, die Verkehrsampel war längst auf grün umgesprungen. Wir steuerten eine Jet-Tankstelle an. Radkappen lungerten im Rinnstein neben Kunststoffabdeckungen, vom Laternenmast gefallen. Ich gab meinem Bruder Geld für zwei Flaschen Bier. Normalerweise bekam ich Geld von meinem jüngeren Bruder, doch an einem solch hohen Feiertag…

„.. wollen wir den Herrgott einen guten Mann sein lassen“, erklärte ich feierlich.

„Red keinen Stuss“, maulte mein Bruder. „Pils oder Kölsch?“

„Kölsch.“

Er kam mit Pils zurück.

„Hatten die kein Kölsch?“

Er stöhnte.

Seit Tagen hörte es nicht auf zu regnen. Der Regen lag wie ein flirrender Vorhang über der Stadt. Aus allen Rohren, Ritzen, Spalten schoss das Wasser heraus, und der Wind blies einem ins Gesicht wie zahllose kleine Ohrfeigen. Kribbelwetter nannte es die Gräfin. Nur zwischendurch blaffte die Sonne zwischen den Wolken hervor, aufsässig fast, und tauchte die Stadt in schnuckeliges Gegenlicht.

Wir fuhren zur türkischen Teestube am Schlagbaum, wo es ein kurzes Briefing gab. Vielleicht vierzig Linke waren dem Aufruf der Bergischen Antifa gefolgt. Ich kannte niemanden von den Leuten. Ein Chinese fiel mir auf, ein feines Bärtchen umspielte sein Kinn, fein wie Brüsseler Spitze.

Jede Wagenbesatzung bekam einen speziellen Auftrag. Wir fuhren ziellos durch die Stadt, aufmerksam Bier trinkend, im Dauerregen. Das war unser Auftrag. Jetzt, wo kein überregionaler TV-Journalist mehr in der Stadt war, der ein Auge auf Solingen warf, mussten wir wieder selbst auf uns aufpassen. Mit Scheinwerfern und silbernen Mikrofonkoffern waren sie in den Tagen nach dem Brandanschlag eingefallen und hatten alles kahl gefilmt. Im Turmhotel hatte das Bundeskriminalamt durchweg 30 Zimmer belegt, wobei das Personal wechselte. Der Sondereinsatzleiter hieß Wolff. Mit doppel f. Aber seither war ein halbes Jahr vergangen. Das war ein anderes Leben gewesen, damals. Eine andere Stadt. Jetzt war alles wieder wie immer. Wie in jeder anderen Stadt auch: Überall Tod und Party, in der Küche graublaue Erbsensuppe, und die Menschen ein bisschen eingeäschert in der Wahrnehmung.

Wir fuhren über Weyer nach Ohligs. „Hier spiel ich jeden Sonntag Billard“, meinte Lester und zeigte auf ein Billard-Café. Als hätten wir das nicht gewusst. An Stiehls Teich beobachteten wir einen Fischreiher, der bedröppelt in die Luft stieg und im bleiernen Grau des Himmels verschwand, wie in einem altmodischen Zeichentrickhimmel von Walt Disney.

„Ich seh überhaupt keinen Nazi“, murmelte Lester hinterm Lenkrad. Es klang enttäuscht und erleichtert zugleich, und die Wischblätter quietschten. „Hier ist kein einziger verdammter Nazi unterwegs.“

„Woran erkennen wir die eigentlich?“ hatte schon eine Frau ganz richtig gefragt, auf dem vorangegangenen Antifa-Treffen in der Teestube. „Ich meine, die werden ja wohl kaum die Reichkriegsflagge raushängen, wenn sie nach Solingen reingefahren kommen, oder?“

Darauf hatte auch die Antifa Bergisch Land keine wirkliche Antwort.

„Müsst ihr auf ein Autokorso achten.“

„Auf vollbesetzte Autos.“

„Auf fremde Kennzeichen.“

„Und auf braune Opel!“ rief ich dazwischen, um die Stimmung aufzulockern, und tatsächlich – es flogen ein paar Köpfe herum, lachend – allerdings nur in meiner Einbildung. Oder um meinen alten Kumpel Karlos zu zitieren: „Es gibt tausend Momente am Tag, wo ich denke, jetzt könntest du ruhig mal was sagen, und es gibt tausend Momente am Tag, wo ich es genauso gut sein lassen könnte.“ Und so waren die Braunen Opel in der Garage geblieben, als bloßer Zwischenruf in meinem Kopf. Als bloße Vorstellung, ich HÄTTE es laut dazwischenrufen können, vor versammelter Mannschaft aus dem linken Spektrum, am Tag der deutschen Einheit, Oktober 1993. Um mich kurz hervorzutun. Um die Welt zu lockern.

Anlass der ganzen Aktion war ein Sternmarsch gegen Asylbewerber, zu dem sich Neo-Nazis aus allen Teilen Nordrhein-Westfalens angekündigt hatten. Solingen sollte Endziel der Aktion sein, Solingen hatte diesen Ruf weg, Nazi-Nest zu sein, seit dem Brandanschlag an Pfingsten, seit den vielen Live-Reportagen im Weltfernsehen.

Punkt 15 Uhr sollte der Korso von Düsseldorf kommend den Schlagbaum erreichen, die zentrale Kreuzung in der Innenstadt. Der Verfassungsschutz sprach von einigen hundert Aktivisten, die ihre Springerstiefelchen geschnürt hätten. Und während alle Zufahrten nach Solingen unter polizeilicher Beobachtung standen, fungierten Lester, mein Bruder und ich sowie eine Handvoll anderer Pkw-Besatzungen als eine Art mobiles Einsatzkommando. Unsere Aufgabe: mit dem Auto rumgurken, Augen offenhalten. Sollte es verdächtige Aktivitäten geben, sofort die Zentrale in der türkischen Teestube anfunken. Doch nirgends war eine Bomberjacke zu sehen.

Wir klapperten die Stadtteile ab, blieben mal hier, mal da kurz stehen. In Ohligs läuteten die Glocken zur späten Nachmittagsmesse.

„Wenn ich Kirchenglocken läuten höre, denk ich immer, da geht das Telefon für den lieben Gott“, sagte ich.

Mein Bruder lachte.

„Da ist doch dauernd besetzt, oder nicht.“

„Warst du gestern im Mumms?“ fragte ich.

„Mh ja, aber nur bis zwölf oder so, länger nicht.“

„War nix los?“

„Nee. War nix los. Aber heut Nacht. Da guck ich aus dem Fenster, knallen die Sterne vom Himmel, als wäre da oben Party..“

„Nee Kinder, hier sind keine Nazis, nirgendwo“, gab Lester Entwarnung, zum wiederholten Male. Er nahm den Fuß vom Gas und parkte den grashoppergrünen Kadett direkt vor einem Kiosk. Ein verlässlicher Mensch. Ein verschwiegener Bursche. Niemand sonst lieh mir je mit solch stoischem Gleichmut so regelmäßig Geld, mit einem brüderlichen Grinsen in den Backen, wenn er die knarzende Holztreppe hinabstieg und die Brieftasche öffnete, die stets gut gefüllt war. Ich legte einfach mein Pleite-Gesicht auf, da musste ich nicht viel tun. Auch Lester blieb meist still, lächelte gütig und fragte „wie viel?“ und „bis wann?“ Na gut, er lächelte vielleicht nicht, schon gar nicht gütig, aber „bis wann?“, also – das war ihm schon wichtig.

„Hol doch noch ein Bier“, sagte ich zu meinem Bruder. Ich gab ihm einen Zehner. Diesmal kehrte er mit einer ganzen Tüte voller Flaschenbier zurück.

„Tu mir auch mal einen Schluck“, erdreistete sich Lester.

„Du sollst nicht saufen, du sollst Autofahren“, drohte ich ihm mit seinem eigenen Billard-Queue, den ich zusammengeklappt auf der Hutablage gefunden hatte.

„He! Leg den Stock zurück! Der ist schweineteuer!“

Wir erfuhren auch den Preis des Profi-Snooker-Queues: 310 DM.

„Du Scheiße“, gähnte mein Bruder.

„Da!“ rief Lester plötzlich. „Bullen!“

Tatsächlich. Am Verkehrsknoten Schlagbaum nahm eine Streifenwagenbesatzung einen Auffahrunfall auf. Kleiner Blechschaden. Ein Polizist notierte etwas in seinen Block. Ich wurde neidisch. Doch das war es auch schon. Routinesache. Kein Hitler weit und breit. Punkt 19 Uhr wurde die ganze Antifa-Aktion vorzeitig abgeblasen. Es hatte sich kein Fascho blicken lassen. Im Radio hieß es, die Polizei hätte den Sternmarsch auf den letzten Drücker verboten.

Als ich nach Hause kam, hing die Gräfin am Telefon. Am Klang ihrer Stimme erkannte ich, dass sie mit ihrer Schwester sprach. Ich nahm die Schatulle vom Küchentisch, in der das frische Marihuana deponiert war, die Oktober-Ernte. Während sie telefonierte, drehte sie eine Haarlocke um ihren Zeigefinger, sexy gelangweilt. „Momentchen“, sagte sie zu ihrer Schwester, und zu mir: „In der Purpfeife ist noch ein Rest drin, rauch das erst mal weg.“

Ich verzog mich auf mein Zimmer, in meinen runden Sky-Sessel, der allmählich den Geist aufgab. Auch der Regen stellte den Dienst ein. Es tröpfelte nur noch leicht, wie aus inkontinenten Wolkenverbänden.

„Weiß nicht, wo die waren…“, hörte ich die Gräfin, „irgendwas mit Neonazis… Mit seinem Bruder und dem Typ, der oben unterm Dach wohnt. Ja, Lester, genau. Nee, ist nix passiert… glaub nicht.“

Das Marihuana kam gut.

Ich beobachtete eine Spinne, die über meinem Bett an der Wand hockte. Eine schwarze Kellerspinne. Immer, wenn es kühl wurde und der Herbst hielt Einzug, kamen sie einmarschiert. Es konnte ihnen nicht schnell genug gehen, bis sie ein warmes Plätzchen ergatterten hinter meinem Bett, wo sie in der Nacht, wenn die Luft rein war, aus ihrem Versteck krabbelten und ein bisschen spazierengingen über mein Gesicht. Es war keine Invasion, es waren stets einzelne Exemplare, aber sie waren groß und fies und ich hasste sie. Die Kellerspinne saß an der weiß getünchten Wand, den Kopf eingezogen wie eine französische Bulldogge auf dem Sprung.

Ich stand auf und machte sie platt.

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2 Gedanken zu „Spezialauftrag am Tag der Einheit

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