mit der gräfin unterwegs im Grossraum Bonmot

„Das ist die Sehnsucht aller Menschen. Dass man alt wird und glücklich ist, weil man das Richtige getan hat im Leben.“

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Angenommen, du schwitzt wie ein Schwein, und dann kommt jemand daher und fächelt dir Luft zu, also… ich meine, das Leben kann schon schön sein.

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„Mannomann, tut mir der Arsch vom Draufsitzen weh.“

  • Die Gräfin

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„So eine Riesenmonsterknarre gibts auf der ganzen Welt nicht, die ich bräuchte, um all die Arschlöcher aus dem Weg zu blasen, die es verdient hätten.“

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„Eigentlich freue ich mich für den Planeten“, meint die Gräfin. „Wenn wir Menschen endlich von der Bildfläche verschwunden sind und die Erde kann mit der Arbeit beginnen und aufräumen, wie nach einer langen Technoparty.“

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“Hoffentlich verliere ich nie mein Augenlicht”, sagt sie vorsichtig.

“Na ja, logisch, ist ja auch das schlimmste, was einer Malerin zustoßen kann”, sage ich.

“Malerin..? Quatsch, ich bin keine Malerin..! Ich bin ein Mädchen, das gerne guckt.”

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„Und zum… DRITTEN! Somit geht der letzte Sonnenstrahl dieses Spätsommers an… MICH!“ scherzt sie und lässt sich wohlig seufzend auf der Gartenliege nieder.

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Der Deutsche an sich ist braver, als es das Ordnungsamt vorsieht. Die Gräfin meint, wir bräuchten ein Auflockerungsamt. Ein Samba-Amt. Immer noch. Und trotz allem.

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Äußerlich mag ich nüchtern wirken, doch innendrin bin ich ein ziemlicher Spinner. Und, tja, natürlich, wie das so ist, einmal Spinner, immer Spinner. Das lässt sich nicht so einfach ausknipsen wie das Licht im Backofen, zumal unser Backofen defekt ist, das Licht lässt sich nämlich nicht mehr ausknipsen. Es brennt Tag und Nacht. Noch im Morgengrauen komme ich in die Küche und beobachte verschlafen das Backofenbirnchen, wie es einem vergessenen Hähnchenbollen heimwärts leuchtet ins Reich des weißen Superfleisches.

“Du Spinner”, murmelt die Gräfin.

Na, das murmelt die Richtige.

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Ich liebe dich so, wie du bist, und nicht, wie du glaubst, sein zu müssen, um liebenswert zu sein.

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Diese in allen Regenbogenfarben schimmernden Ölpfützen auf der Straße wird es in Zukunft nicht mehr geben – oder gibt es dann Strompfützen?

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„Der Chirurg, dem es irgendwann gelingt, den Frauen das überschüssige Fett aus dem Bauchraum ohne groß aufzuschneiden hoch ins Dekolletee zu pumpen und dort einzulagern als schöne Titten, der, also genau der hat noch für seine Ur-Ur-Enkel ausgesorgt.“

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Ein Baumstumpf ragt aus der Erde, wie ein zum Lachen verdammter Schnabel.

„Da lacht was!“ ruft sie.

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„Die Deutschen sind ein komisches Volk“, findet sie, als wir über Hitler reden. „Jubelt einem offensichtlich Geisteskranken zu: Jaaa, zieh’ uns bitte bitte mit runter in deinen braunen Sumpf!“

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„Anderswo würde ich brüllende Lacher kriegen“, klagt sie. „Na, egal. Hauptsache, ICH lach über meine Witze! Schön laut!“

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„Wie, ich weiß nicht, was ich rede…??! Du etwa?“

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Am Ende zahlt man stets auf den Pfennig genau die Zeche, die man prellen wollte.

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„Hast du nicht Lust, mit meiner Mutter zusammenzuziehen!? Die ist genauso gemein wie du.“

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Na, wer kommt denn da aus der Jauche gekrochen..!??

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Als im Autoradio Billie Jean anläuft, wird sie ein bisschen wehmütig.

„Ich seh mich noch im weißen Hemd in Griechenland auf der Tanzfläche, ich war jung und besoffen und hatte Sonnenbrand. Scheisse, war ich gut drauf.“

Sie tanzt im Sitzen.

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„Was ist säkularisieren?“ fragt sie.

„Hm.. irgendwas mit Kirchen…“, sag ich. „Wieso?“

„Naja, nur so. Ist mir gerade in meinem Kopf begegnet, das Wort.“

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„Manchmal glaub ich, das Schicksal braucht Unterhaltung, dem ist langweilig.

Oder warum sonst ist die Familienfeier genau an dem Tag, an dem ich mies drauf bin??

Gestern war ich gut drauf, aber da war keine Feier!“

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Ich weiß gar nicht, wie wir auf das Thema kamen, plötzlich ist es auf dem Tisch. Tapetenwechsel. Umziehen. Mal in eine andere Stadt. Warum eigentlich nicht. Ich hänge an Solingen wie eine Klette, und als doppelte Absicherung auch noch seit über 30 Jahren in derselben Wohnung. Was soll das überhaupt?

Die Gräfin ist anderer Meinung. Jedenfalls heute. Das ändert sich schon mal, je nach Laune und ob der Espresso hingehauen hat.

„Wohin denn umziehen?“ fragt sie.

„Nach Holland“, schlag ich vor. „Het brummtje en het summtje.“

„Holland? Nee. Immer nur Flachland. Da ist man ja schon froh, wenn man mal einen Deich sieht. Oder einen großen Mann. Nee, da bleib ich lieber hier. Hier ist schön, so direkt am Wald. Aus der Wohnung kriegen mich keine zehn Pferde raus.“

„Und was ist, wenn die mit elf Gäulen kommen?“

„Na, dann sag ich: da habt ihr aber Glück gehabt! Dass ihr zu elft gekommen seid! Mit zehn Pferden hättet ihr mich nicht hier rausgekriegt!“

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„Und, wie gehts?“

„Gut“, sag ich. „Glaub ich.“

„Mh, wie jetzt..? Glaubst du nur, dass es dir gut geht, oder geht’s dir wirklich gut?“

He, der Blödmann will es aber ganz genau wissen.

„Na klar, mir geht’s gut“, sag ich, schon leicht sickig. „Keine Ahnung.“

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„Liebst du mich auch noch, wenn ich berühmt bin? Und Brokat trage?“

  • Sanne

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„Meine Oma hätte dich gemocht. Bestimmt. Sie mochte alle Männer, die man füttern kann.“

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„Weißt du, was ich gerne wissen möchte?“

„Nein.“

„Wie Buschmänner wohl riechen, die ihr Leben lang draußen an der frischen Luft sind und nie irgendwelche Klamotten am Leib tragen… Das gehört noch auf meinen Wunschzettel, der Geruch von Buschmännern und Buschfrauen.“

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„So. Ich glaub, ich muss jetzt mal eben die Klappe halten. Sonst wird mir noch schlecht von mir selbst.“

  • Ich, Glumm

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Schreiben ist, was am nächsten Tag übrigbleibt.

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Ein echter Nerd braucht kein Handy, kein PC, kein Elektronik-Irgendwas. Ein echter Nerd ist vermutterkabelt.

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„Frauen.. Da blickst du nicht durch.. Auch als Frau nicht. Das ist die wichtigste Erkenntnis meines Lebens.“

5 Gedanken zu „mit der gräfin unterwegs im Grossraum Bonmot

  1. Heute war ich mies drauf.
    Jetzt, nach der Lektüre dieses Eintrags, bin ich drauf und dran, es mir für den Rest des Abends besser gehen zu lassen: Prost!

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