Drüben, bei Kollegin Wildgans

Die Wildgans hat einige ihrer Gedanken zu GEPLANT WAR EWIGKEIT aufgeschrieben, Glumm, schonma.

Ihr Fazit:

Ein Buch zum Lachbrüllen und Lebenstränen heulen. Einsame Spitze!


*

Schon auf Säuglingsfotos ist der Ansatz eines Leberflecks in ihrem kleinen Gesicht zu erkennen, unter dem rechten Nasenflügel. Zur Einschulung war das Muttermal fast schon ausgewachsen und verlieh ihr etwas Außergewöhnliches. Es wirkte ein wenig zu groß, zu dominant für ein noch nicht ausgewachsenes Gesicht.

Wenn die Familie in den Sommerferien Urlaub machte, lief die kleine Gräfin gern über den Strand und malte allen Fremden, (besonders gern den Männern, weil die alles mit sich machen ließen, was einem kleinen Mädchen in den Sinn kam), ebenfalls ein solches Muttermal ins Gesicht, zwischen Nase und Mund ungefähr, mit dem braunen Schminkstift ihrer Mutter.

„Sonst wären die Leute ja nicht vollständig gewesen.“

An das Gefühl, den Stift in der Hand zu halten und damit einen vertrauten, braunen Fleck in ein fremdes Gesicht zu pinseln, erinnert sie sich noch heute.

„Das war schon ein sehr befriedigendes Gefühl.“

*

„Geduld zahlt sich aus“, liest sie die Yogi-Tee-Weisheit des Tages vor, die am Teebeutel hängt, in meiner Teetasse.

„Na Gottseidank“, sag ich. „Da wäre ich aber auch ganz schön angeschissen, wenn das nicht so wäre.“

*

Nach ein paar Tagen Sonnenschein und Sprühregen ist das Grün draußen so saftig, man möchte am liebsten krachend reinbeißen und den Sabber am Kinn runterlaufen lassen.

*

„Wenn man nicht rechtzeitig was Neues macht in seinem Leben, muss man aufpassen, dass man das Alte nicht zu lieben verlernt“, sagt sie.

3 Gedanken zu „Drüben, bei Kollegin Wildgans

  1. Das mit dem Alten und dem Neuen: Genau das!

    Und auch sonst: Die Gräfin hat einen Blick auf die Welt, den ich immer wieder neu sehr mag. Und deinen eh auch.

    (Meine Rezi wird noch ein bisschen dauern. Das Buch ist bei mir eins von den Langsamen. Da kommt dann der Teebeutelspruch zum Einsatz, sozusagen.)

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