Kommentieren

Als ich vor 12 Jahren mit dem Bloggen begann und mich so langsam durch die Materie fräste, kommentierte ich gern bei anderen Bloggern. Ich war so ergriffen von den Möglichkeiten, die eine Kommentarspalte bietet, dass ich viel krankes Zeugs absonderte, hauptsächlich um auf mich aufmerksam zu machen, manchmal schnappte ich regelrecht über. (Ich bin exzessiv, wenn ich einmal etwas anpacke, dagegen lässt sich wenig tun, da kann man sich nur selbst begleiten und zuschauen, was der Kerl als nächstes tut, bis es vorbei ist.)

Meine Kommentare fand nicht jeder gut. Nicht mal ich. Es gab da diesen bekannten Multiuser-Blog, ich weiss nicht, ob es ihn heute noch gibt, die hatten irgendwann die Nase voll von mir. Man hörte die Redaktion quasi aufstöhnen, wenn wieder eine Anmerkung von 500beine einlief. Man sperrte die Kommentarfunktion für mich. Das war mir zwar egal, ich fand Die Riesenmaschine fade und hochnäsig und hatte ihr gerade deshalb einige der dümmsten Kommentare untergejubelt, zu denen ich fähig war, (und weiss Gott, ich bin zu dummen Dingen fähig), doch ich hatte den Bogen überspannt. Es liess nach mit dem Kommentieren. Ich langweilte mich. Ich stellte es ganz ein.

Das lag auch daran, dass ich nur noch selten andere Blogs las. Ich hatte keine Zeit zum lesen, weil ich das tat, was man als Schreiber tut, ich schrieb. Seit etwa zwei oder drei Jahren sieht die Sache wieder anders aus. Ich hab wieder einige Blogs auf dem Schirm, die ich gern lese, und wenn ich meine, ich hätte was zu sagen, kommentiere ich, aber es geht nicht mehr darum, möglichst krank rüberzukommen, sondern mich inspirieren zu lassen.

Das gesunde daran: seit ich nur noch sparsam kommentiere, entwickeln sich daraus bisweilen kleine Geschichten, die ich dann wiederum für meinem Blog brauche. So geschah es auch mit einem Kommentar von mir beim Blogger Alice Wunder in seinem lesenswerten Blog Meine Drogenpolitik, der nun daraus wiederum eine eigene kleine Geschichte gemacht hat:

Der Blogger Glumm…