Der Filmkuss

„Du…?“

Es ist spät am Abend. Wir liegen im Bett, ich bin schon fast weggeduselt, da wispert sie in mein Ohr…

„Du?“

„Mh..“

„Sag mal, können wir nicht endlich einen Film über mich drehen?“

„Wie.. . was fürn Film?“

„Weiß nicht. Egal. Irgendeinen… Aber ein Filmkuss muss drin sein. So was richtig  altmodisches, du weißt schon, wo die Schauspieler nur so tun, als ob sie sich küssen. Was meinst du? Kriegen wir das hin?“

„Warum nicht, aber… welchen Schauspieler willst du nehmen, für den Filmkuss? Wen willst du.. küssen? Doch nicht mich, oder?“

„Quatsch, ist doch ein Spielfilm! Na, jedenfalls keinen Schönling. Keinen Johnny Depp oder so. Dann schon lieber… sagen wir, Bukowski.“

„Der ist tot.“

„Nein, ich meine jemand, der Bukowski spielt. So einen möchte ich im Film küssen. Keinen Lackaffen.“

„Aha. Und wenn nun, sagen wir, Johnny Depp Bukowski spielt? Geht das?“

„Nein. Das geht nicht. Kein Schönling. Basta.“

„Gut. Weiter. Was ist mit Stuntmen? Brauchen wir Stuntmen für waghalsige Stunts, damit deine Schauspieler keine Rückenschmerzen kriegen, wenn sie aus deinem Film wieder rausklettern?“

„Stuntmen…?! Was redest du denn da! Mach doch nicht immer alles so kompliziert! Ich will doch nur einen Film über mich im Kino sehen, wo ich die beste, die schönste, die schillernste bin und einen süßen kleinen Filmkuss abkriege! Ist das denn so schwer? Das kann doch nicht so schwer sein! Herrgott noch mal!“

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Der Kuss, Susanne Eggert, 2012

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Der kleine Beitrag „Filmkuss“ stammt aus dem Jahr 2013. In den Kommentaren spricht auch der Kurt. Kurt ist der Mitsubishi Boy. Gelegentlich kommentierte er auch unter dem Namen Margot. Er war ein versierter Junge.

Das Bild „Kuss“ ist, wie immer, von der Gräfin.

Originalton Frühstück

„Weisst du, warum die Typen aus dem Maghreb glauben, sie könnten sich bei deutschen Frauen alles erlauben?“ fragt sie beim Frühstück, als wir davon lesen, dass auch dieses Jahr Silvester wieder 2000 Nordafrikaner im Zug nach Köln unterwegs waren. „Das kommt vom Sex-Tourismus in ihrer Heimat, von den deutschen Frauen, die jeden Sommer nach Marokko und Tunesien fliegen, um sich einen Lover zu organisieren. Und wenn die Jungs dann nach Deutschland kommen, denken sie natürlich, alle Frauen hier sind Flittchen, die nur Bumsen im Kopf haben.“

Während ich noch überlege, führt sie die Unterhaltung schon mal alleine weiter.

„Natürlich machen deutsche Männer das seit Jahrzehnten, nach Bangkok düsen, um zu bumsen. Aber umgekehrt machen sich noch lange nicht 2000 thailändische Frauen auf den Weg nach Köln, um den Männern hier am Sack rumzufummeln.“

Da muss ich mal drüber nachdenken.