electric notizbuch 1

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Nichts ist trauriger als mit seinem Witz allein gelassen zu werden. Da sitzen wir am Frühstückstisch und ich reiße spontan einen Gag, mache richtig auf Witzkerl und charmantem Larry, und dann hört die Puppe überhaupt nicht hin. Ist mit ihren Gedanken ganz woanders und krümelt den Teller voll! Ja, wofür ackere ich denn hier?!

Ausserdem unterstreicht sie mit diesem Verhalten nur eine Bemerkung unter ihrem Zeugnis, zweite Klasse, zweites Halbjahr 1971.

Die kleine S. ist aufgeweckt und intelligent, doch sie ist auch oft unaufmerksam. Statt dem Unterricht zu folgen, blickt sie lieber aus dem Fenster und beobachtet die kleinen Spatzen, wie sie auf dem Schulhof von Pfütze zu Pfütze springen.

Daran hat sich bis heute nichts geändert. Nicht die Bohne. Dabei hatte der Witz normale Chefqualität.

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Zum Frühstück studiere ich gern die Etiketten von Marmeladengläsern, während sie eine Wurfsendung aus dem Briefkasten in Arbeit hat, in der lauter guccigestylte 13jährige Mädels auf einer Location rumstehen und kühl zueinander sind.

„Dieses Anbeten von Markenklamotten ist so was von dämlich..“, sagt sie, „das ist fast so, als würde man dem Kommerz noch extra den Hintern küssen.“

Demnächst hole ich mir wieder die Erdbeermarmelade aus Holland, die ganz einfache, denk ich. Die schmeckt am besten. Aber jetzt greife ich erst mal zum Notizbuch.