Manchmal sitz ich wie ein Bauer

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Manchmal sitz ich wie ein Bauer nach getaner Feldarbeit auf dem Scheißhaus, die Ellbogen auf den Knien, und denke nach. Was das alles soll, der ganze Blödsinn hier, all die Tage, die Nächte, und der Mond.

Und was sie eigentlich damit meinte, als ich sie fragte, was sie vermissen werde, wenn sie eines Tages tot ist. Vermutlich alles, antwortete sie rasch. Alles werde ich vermissen – alles, und den Geruch von Regen.

Darüber muss ich nachdenken.

Oder warum ich mir keine schwarzen Business-Schuhe kaufe und ein Sakko, und jedes Mal, wenn ich in die Taschen greife, ist da Geld drin. Und zwar nicht zu knapp. Könnte man doch machen. Machen doch alle. Warum ich nicht. Man könnte doch Druckluftpuppen mit langen Flatterarmen verleihen oder Pepita-Hüte entwerfen. Aber nein. Ich tu es nicht. Ich hocke lieber auf dem Klo. Und denke darüber nach, warum es noch kein Buch von mir zu kaufen gibt – obwohl. Da weiß ich Bescheid. Ich warte immer ab, ob ich es demnächst nicht vielleicht noch besser kann. Deshalb. Nämlich.

Ist doch logisch.

Es gibt so vieles, was einem auf dem Lokus durch den Kopf geht. Etwa, warum unsere deutschen Mütter bis heute darauf achten, saubere Unterhosen zu tragen, damit sie reinen Gewissens in einen Unfall verwickelt und in ein Klinikum eingeliefert werden können. Ein Gedanke, auf dem sich leicht herumreiten lässt, schließlich kann so ein Schlüpfer nicht blütenweiß genug sein für die Herren Doktoren. Apropos Herren: Was ist eigentlich mit den Kerlen und ihren Unterhosen? Die geraten doch auch nicht gern in Schwulitäten. Aber alle sechs Stunde ne frische Buxe, nur weil einem der Blinddarm platzen könnte und dann ist ohnehin alles eingesaut… Ich weiß nicht.

Worüber ich noch nachdenke, wenn ich auf dem Pott sitze, was ich nicht kapiere:  warum jeder Höhepunkt unerbittlich das Ende einläutet, die Leute dieses Makel aber nicht wahrhaben wollen, jedes Mal aufs Neue.

Und warum bei allem, was wir tun, stets die Möglichkeit präsent ist, dass man mit-ten-drin abkratzt. Dass alles vergeblich ist, ein letztes Mal. Nie wieder. Allez..! Das ist doch.. Na ja. Schon gut. Ist eben so. Wir versuchen doch alle nur, nicht so schnell zu sterben.

Wir versuchen doch alle nur, nicht zu sterben.

gehirnjoggingAuch warum einem ganz schummrig wird, wenn einem die Wucht der Zukunft in den Sinn kommt, ist mir einen Gedanken wert. Warum wir, wie die Gräfin meint, niemals erfahren werden, was das alles soll mit dem Universum. Wer das erfunden hat. Gezeichnet. Bezahlt. Und gebaut. Und warum König Saul von den Philistern als Brautpreis hundert Vorhäute verlangte. (Eine hübsche Schnittmenge, sicher.)

Und warum ich wieder mal in Hundescheiße getreten bin, obwohl der Haufen doch klar und ersichtlich vor mir lag – ein dicker fetter Kackhaufen, ich mein, ich hätte es doch sehen müssen, aber ich hab es nicht gesehen. Ich hab es nicht mal gerochen, ach wo – immer volle Lotte rein mit den Sandalen. Vielleicht, um hinterher sagen zu können: Wusst ich’s doch! Beim Abgang. Voll reingesemmelt.

Zu spät - allerhand zu spät.., Susanne Eggert, 2013

Es ist ein Hybrid aus Denker und Bauer, der auf dem Klo sitzt und sich fragt, warum wir Menschen, die auch nur aus Wasser und einem Haufen chaotischer Chemie bestehen, genauso wie Pinselohrschweine oder Gorillas, sich so viel toller fühlen als die Pinselohrschweine oder Gorillas, nur weil wir nach getaner Arbeit noch auf dem WC kauern und schwere Sachen denken.

Zum Beispiel, warum die Vorstellung, dass es eine Matrix gibt, in der alles Weltgeschehen gespeichert ist, jedes Tun, jeder Gedanke, den je ein Mensch getan oder gedacht hat, warum diese Matrix nichts anderes ist als der übliche Gottesgedanke; und warum die Gräfin noch nie mit Gott gelacht, noch nie mit Gott geschäkert hat, wie sie behauptet.

“Ich hab noch nie zu Gott gesagt, na, hör mal, du bist mir ja vielleicht einer..”

Zuletzt frag ich mich, warum mir ein an sich bedeutungsloses Bild partout nicht aus dem Kopf will.

Sommerferien 1992. Wir fuhren durch das belgische Örtchen Nazareth, als uns ein Mofa-Fahrer begegnete, ohne Helm, seine ausgebeulte und viel zu große adidas-Hose flatterte im Wind wie ein großes zerrissenes Segel. Ein wunderbares, jäh auftauchendes Bild, das mich bis heute begleitet. Auch wenn es, isoliert betrachtet, keinerlei Bedeutung hat. Was soll das also? Warum denk ich solche Dinge? Warum spukt dieses Bild regelmäßig durch mein Bewusstsein, als hätte es ein Aktenzeichen? Wer hat etwas davon?

Und, vor allem: Wer zum Teufel bestimmt, was passiert, wenn ich die Augen schließe?

Wer regiert mich?

“Sag mal, was treibst du da eigentlich so lange auf dem Pott?” ruft die Gräfin besorgt.

“Nix.”

“Wie, nix?”

“Na, nix eben.”

“Für nix muss man doch nicht ne halbe Stunde auf dem Scheißhaus sitzen, mein lieber Schwan.”

“Doch, ich schon.”

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Showaddywaddy! Hatten die überhaupt einen Hit?

Es gibt kuriose Mensch-Hund-Konstellationen. Beim Morgenspaziergang mit Frau Moll begegnet mir schon mal eine junge Frau, die vergnügt “frohe Weihnachten” wünscht, auch zu Ostern. Sie hat zwei Hunde, einen großen an der Leine und einen kleinen ohne Leine.

Hundebesitzer lassen sich grob in zwei Gruppen einteilen. Da sind die Besitzansprüchler, die ihre Hunde ausnahmslos angeleint und nah am Mann führen, wie eine Aktentasche, meins! meins! meins!, und da sind die Free Jazzer, die ihren Tieren Auslauf gönnen und freie Entscheidung bei der Wegfindung. Eine grobe Einteilung, wie gesagt, und für die Innenstadt untauglich.

Der große an der Leine ist ein grauhaariger Wolfshund, ein gealterter Studienrat, der ein bisschen tollpatschig, aber würdevoll daherschreitet. Ewa zwei Meter dahinter folgt der kleinere, ebenso alte und graue Dackelmix, der nie ohne Ball in der Schnauze aus dem Haus geht. Ein Ball, mit dem er nie spielt, er trägt ihn bloß spazieren, Stunde um Stunde, mit dem stoischen Gesichtsausdruck des weißen Clowns.

Beide Hunde sind, auf ihre Weise, vollkommen autark. Sie reagieren niemals auf andere Hunde, die ihnen entgegenkommen, sie lasse jede Provokation ins Leere laufen und gehen ihres Weges. Es sind alte unabhängige Figuren, einsame Klasse, wie ihr Frauchen auch, das “frohe Weihnachten” wünscht, zu Ostern, eine mächtige Ostblockbrille auf der Nase.

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Nein, sagte ich zur neuen Sachbearbeiterin des Job-Centers. Nein. Ich hab keine anderen Fertigkeiten vorzuweisen. Tut mir irgendwie leid.

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“Wir beide sind zu nichts zu gebrauchen. Gott sei Dank.”

– Die Gräfin –

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Mein neuer Zahnarzt lacht, sobald ich ihm in seiner Praxis über den Weg laufe. (Voll in den Stuhl rein. Bah.)

“Heute brauchen Sie keine Angst zu haben, Her Glumm, wir machen nur einen Abdruck.”

“Ist wahr? Sie haben doch bestimmt noch eine Überraschung für mich parat. Irgendwas linkes”, halte ich dagegen.

Er hat freundliche blaue Augen. Ein Blau, das frappierend genau mit dem Bildschirmschoner-Blau des Monitors über dem Zahnarztstuhl übereinstimmt. Das gehört richtig zusammen. Dazu kommt noch das mannshohe Triptychon an der Wand, eine Strandszene in der Südsee, ebenfalls in diesem satten Augenfarben-Hellblau des Zahnarzts. Hier greift ein Rädchen ins andere. Ich war vom ersten Moment an entspannt in seiner Praxis. Selbst die Stuhlassistenz tut es mir an: drei blonde Schnepfen, eine davon rothaarig.

“Ihr habt einen guten Chef”, sage ich. Nur eins stört: sein ungemein luschiger Händedruck. Was ihn entlastet: es scheint unter Ärzten weit verbreitet zu sein, das Händchen hinzuhalten wie einen kleinen feuchten Wedel. Vielleicht handelt es sich unbewusst um Bakterienabwehr, am liebsten würde der Doc gar nicht die Hand geben. (Muss er ja nicht. Aber er fängt ja immer damit an. Reicht die Flosse als erster. Ich bin da nicht scharf drauf. Kann in der Tasche bleiben, das Händchen. Die Bakterienkolonie.)

Die Termine vorher waren durch die Bank nicht so locker wie heute. Es musste gebohrt werden. Ich hab mich mal gefragt, woher das kommt, meine Angst vorm Zahnarzt. Ich geh den Dingen ja gern auf den Grund. Das heißt, ich nehme gern Witterung auf, nur stinken darf es nicht. Nicht zu sehr jedenfalls. Dann bin ich weg. Das Fenster auf, und ab durch die Mitte.

Angst vorm Zahnarzt, weil:

Sitze ich einmal im Stuhl und hab den Zahnarzt im Maul, komm ich nicht mehr raus aus der Nummer. Ich kann vielleicht schon noch weg, aber die Flucht macht keinen Sinn, weil ich den Schmerz, wegen dem ich gekommen bin, dann immer noch am Hals habe. Ich bin also dem Wohl und wehe einer fremden Person ausgeliefert. Wenn die will, macht die Eisbein aus mir.

Ich stieg benommen in den Bus.

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“Du lässt dein Dopekästchen verschmutzen und verstauben, das ich dir früher mal geschenkt habe, aus echtem Silber. Dann glänzt auch dein Leben nicht.”

– Die Gräfin –

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*

“Du bist mir zu laut heute”, beschwert sie sich, als ich beim Rausgehen auf die Mülltonne klopfe mit der geballten Faust, einfach so, aus Jux und Dollerey. Einfach mal der Mülltonne guten Tag sagen, mein Gott, das kann doch mal eine Spur brutaler ausfallen!

“Na ja, warum nicht”, sagt sie, “aber nicht unbedingt dann, wenn ich neben dir stehe, und überhaupt: Du bist mir ein zu munteres Kerlchen heute. Ich will lieber meine Ruhe haben. Also, psst..”

Trotz Ruhebedürfnis begleitet sie Frau Moll und mich beim Spaziergang, sie hat die Luftlust. An Tagen wie heute, wo wir uns nicht entscheiden können, welchen Weg wir einschlagen sollen, folgen wir einfach dem Hund.

Immer dem Hund hinterher, der frisch gebürstet wie ein großes verdaddeltes Stofftier aussieht. Aus lauter Freude am Dasein, und weil es für unsere kleine Frau Moll in der Welt nichts schöneres gibt, als im Trio unterwegs zu sein, mit Frauchen und Herrchen, wirft sie sich auf den Rücken und streckt die xbeinigen Läufe in die Luft. Sie zappelt sich einen ab, schwer schnaufend – ein Schnauf- und Stofftier, das uns erst aus ihrer Shownummer entlässt, wenn sie meint, nun ist gut. Nun könnt ihr klatschen.

Ich frag die Gräfin, ob sie sich zufällig noch an SHOWADDYWADDY erinnere. Doch statt einer Antwort hält sie sich nur die Ohren zu.

“Sei doch nicht so laut, Mann..!”

Ich weiß gar nicht mehr, was die für einen Hit hatten. Hatten die überhaupt einen Hit, Showaddywaddy?! Ich hab sie oft mit den Rubettes verwechselt, die liefen in ähnlich albernen Bühnenanzügen herum und machten auf 50er Jahre Teddyboy mit Schmalzlocke. Sie trugen Creepers, Schuhe mit dezimeterdicker Kreppsohle und Hochwasserhosen, an denen die Ratten noch nagten. Bands wie Mud, Geordie, die Rubettes und Showaddywaddy hielten diese Art Rock’n Roll Aufguss-Kacke am dampfen.

Am besten fand ich, 14jährig, I CAN DO IT von den Rubettes. Die Nummer war wirklich wild. FROM MY HEAD RIGHT DOWN TO MY BLUE SUEDE SHOES, YEAH! I CAN DO IT! schoss es mir schon morgens auf dem Schulweg durch den Kopf. Wir brauchten kein iphone, uns brummte auch so der Schädel.

“Ist ja gut, ist ja schon gut”, murmelt sie entnervt, die Hände auf den Ohren. “Showwaddyywaddy.. klar.”

*

Ach so! Jetzt weiß ich auch, warum sich alle Männer, die mir an diesem Montagmorgen begegnen, so klein machen und an mir vorüberschleichen. Ich hab nicht nur meinen ausgeruhten No.1-Gang aufgelegt, ich trage auch noch mein militärgrünes Blouson und darunter die Kapuzenjacke, was mich insgesamt aufgepumpt und muskulös wirken lässt. Obwohl alles bloß Luft und Stoffpolster ist. Aber darauf kommt es ja nicht an, wie wir untern Männern wissen, oder doch nur in zweiter Linie. Am wichtigsten ist der Gang. Ob du auf den Gehwegen und Trottoirs dieser Welt als Mann unter Männern bestehst, darüber entscheidet allein dein Gang.

Die Beine.

Besonders, wenn du dich als Mann auf fremden Terrain befindest, ist es wichtig, wie du dich bewegt. Zu derb auf dicke Hose machen kann einem ähnlich schlecht bekommen wie schissriges Umherscharwenzeln. Die Typen kriegen immer zuerst die Schnauze poliert. Ist klar.

Ansonsten ist es nicht verkehrt im richtigen Moment einen Gang zurück zu schalten und sich zurückzuziehen. Wie es ja überhaupt in der ganzen Testosteron-Show darauf ankommt, im richtigen Moment einen Gang zurück zu schalten und sich zurückzuziehen.

Aber manchmal führt kein Weg daran vorbei. Manchmal muss man als Mann den Lauten machen, muss man die breiten Schultern mal richtig aussingen lassen, muss man die Trompete mit allem Schmutz befüllen, dem man habhaft werden kann, nur um die Anderen zu blenden und ein Solo zu braten – kurz, prägnant, pam pam pam!

Hau ab, du.

Es ist Montagmorgen, neun Uhr, und ich schiebe mich übers Trottoir wie ein Brecher durchs Packeis, man hört Schiffsplanken knirschen in wilder See, doch ich halte Kurs. Feuer in den jungen Augen, die Arme abgewinkelt gehts Richtung Tankstelle. Ein Meisterringer, der vorm Training die Turnmatten in die Halle trägt, zwei links, zwei rechts. Wehe, ein Kerl hat mir wieder den letzten SPIEGEL weggeschnappt!

Einen SPIEGEL, bitte.

*

Wer von uns beiden mitten in der Nacht aufs Klo muss und dabei zufällig dem Hund in die Arme läuft, der in ebendiesem Moment von einem seiner diversen Schlafplätze zum nächsten rotiert, den übermannt schon mal ein Gefühl, als würde man in der Finsternis auf eine einsame Spaziergängerin treffen.

Man beäugt sich kurz, und gähnt seines Weges.

*

Garrincha, die brasilianische Fußball-Legende der 50er und 60er Jahre, war ein seltener Urwaldvogel (“Garrincha”) und leidenschaftlich naiver Mensch. Das Geld, das er bei seinem Verein Botafogo verdiente, vertraute er keiner Bank an, er versteckte es lieber zu Hause im Kleiderschrank. In seinen besten Jahren musste sich schon die ganze Familie vor dem Schrank versammeln, um die Tür zuzukriegen. Und ohne die Nachbarn ging gar nichts.

Garrincha hatte ein O- und ein X-Bein. Er war eigentlich ein Behinderter, mit verkrüppelten Beinen und deformiertem Rückgrat. Rein rechnerisch hätte er nach jedem Schritt umfallen müssen. Stattdessen wagte er die verrücktesten Dribblings, tanzte die Gegner aus und belästigte sie, er liess sie hinter sich stehen wie gründelnde Enten. Manch einer wurde so übel, dass sie sich an der Eckfahne übergeben musste.

Garrincha fiedelte alles und jeden um den Verstand.

Er starb besoffen.

– Hier ruht Garrincha, der die Freude der Menschen war – so stehts auf seinem Grabstein geschrieben.

Live am Bahnhof

Vor der perfekt ausgeleuchteten Frische-Theke des Bahnhof-Cafes stapft ein großer alter Mann wütend auf und ab. Er erregt sich darüber, dass er das Käsebrötchen erst umständlich mit der Greifzange aufs Tellerchen packen, das Tellerchen aufs Tablett stellen, das Tablett auf der meterlangen Roll-Leiste bis zur Kasse durchschieben muß, bis er endlich, ENDLICH! zahlen dürfe.

Und dann essen.

“DAS IST.. ALSO, ICH WILL DOCH NUR EIN KÄSEBRÖTCHEN ESSEN, WO IST DENN DA DAS PROBLEM, JUNGE FRAU??! KÖNNEN SIE MIR DOCH SO IN DIE HAND GEBEN! STÖRT MICH NICHT!”

Er dreht sich zum Publikum um.

“ODER STÖRT DAS WEN?!”

Die Mitarbeiterin macht den Alten wiederholt darauf aufmerksam, dass er sich nun mal in einem SB-Restaurant befindet, wo gewisse hygienische Auflagen zum Standard gehören, was den Mann erst recht zornig werden lässt.

“ES-BE, ES-BE..! WAS WOLLEN SIE MIT ES-BE? WAS IST DAS ÜBERHAUPT?”

“Na ja.. Selbstbedienung?”

“JUNGE FRAU! ICH WILL NUR EIN KÄSEBRÖTCHEN AUF DIE FAUST, MEINETWEGEN AUCH AM TISCH DAHINTEN, WENN DAS SO.. WICHTIG IST. WARUM MACHEN SIE EIN PROBLEM DARAUS??! HIER IST MEINE HAND, DA IST EIN BRÖTCHEN, ALSO..!?”

Das gesamte Bahnhofs-Cafe lauscht mittlerweile der Auseinandersetzung, es steht spitz auf Knopf, auch was die Sympathien betrifft. Der Alte ist zu laut, die Mitarbeiterin zu unbeteiligt.

Erst als die Chefin, alarmiert vom Lärm, aus ihrem Euroscheinchen-Zählbüro tritt, kommt Bewegung in die Sache. Sie zitiert die Mitarbeiterin heran und verkündet gut vernehmbar für die vorderen Sitzreihen des Cafes, “na, dann lass dem ollen Kacker in Gottes Namen sein Gnadenbrötchen.”

Es wird ihm direkt zwischen die Zähne serviert, ausnahmsweise.