Der Filmkuss

“Du..?” Spätabends, wir liegen im Bett, ich bin schon fast weggeduselt, wispert sie in mein Ohr. “Du..?”

“Mh..?”

“Sag mal, können wir nicht endlich einen Film über mich drehen?”

“Wie.. was fürn Film?”

“Weiss nicht. Egal. Nur ein Filmkuss muss dabei sein. Ein altmodischer Filmkuss, du weißt schon, wo man nur so tut, als ob. Was meinst du? Kriegen wir das hin?”

“Warum nicht, aber.. Welchen Schauspieler willst du nehmen, für den Filmkuss? Wen willst du.. küssen?”

“Na, jedenfalls keinen Schönling. Keinen Johnny Depp. Dann schon lieber.. Bukowski.”

“Der ist tot.”

“Nein, ich meine jemand, der Bukowski spielt. So einen möchte ich im Film küssen.”

“Aha. Und wenn, sagen wir, Johnny Depp Bukowski spielt? Geht das?”

“Nein. Kein Schönling. Basta.”

“Gut. Und was ist mit Stuntmen? Brauchen wir Stuntmen für waghalsige Stunts, damit deine Schauspieler keine Rückenschmerzen kriegen, wenn sie aus deinem Film wieder rausklettern?”

“Stuntmen..?! Was redest du da?! Mach doch nicht immer alles so kompliziert! Ich will doch nur einen Film über mich im Kino sehen, wo ich die Beste, die Schönste, die Schillerndste bin und einen kleinen Filmkuss abkriege! Das kann doch nicht so schwer sein! Herrgott noch mal!”

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