Der dünne heroinsüchtige Trompeter. Zum 30. Todestag von Chet Baker

„Wie hieß noch mal der dünne Trompeter, der auf Heroin war und der so wunderbar traurig und vorsichtig singen und Trompete spielen konnte?“

„Chet Baker. Du meinst Chet Baker. “

*

„Hörst du das..? Da ist so ein ganz eigener kleiner weicher Wind, wenn Chet Baker die ersten Töne anbläst…“

  • Die Gräfin

*

Vor 30 Jahren, am 13. Mai 1988, starb Chet Baker, der magischste aller Jazz-Trompeter in Amsterdam. (Halb)offiziell fiel er im Speedball-Rausch, einer Mixtur aus Heroin und Kokain, aus dem offenen Fenster des Prins Hendrik Hotels, als er um drei Uhr in der Nacht allein auf seinem Zimmer war. Der Schlüssel steckte von innen, es war abgeschlossen, Fremdverschulden scheidet aus. Chet Baker landete auf dem Pflaster des Gehwegs vor dem Hotel und war sofort tot.

Todesursache: Brain injury.

Nebulöser klingt die Aussage seines letzten Pianisten Graillier. Demzufolge soll Baker Stunden zuvor des Hotels verwiesen worden sein. Weil er aber sein Instrument vergessen hatte, sei er in der Nacht heimlich die Regenrinne hochgeklettert und dabei abgestürzt. Die Amsterdamer Polizei wies solche Vermutungen zurück. Wie auch immer, es handelte sich wohl um einen Unfall, (man fand Drogen in seinem Zimmer), und am folgenden Abend, so die Legende, verstummten alle Jazz-Clubs von Paris bis New York.

Weiterlesen

Werbeanzeigen