Zeitvertreib

Manch ein Zeitvertreib verliert auch über die Jahre nicht an Reiz. Ich spaziere an diesem Bolzplatz vorbei, wo gegen Ende der großen Sommerferien richtig Betrieb ist. Ich bleib neugierig stehen und ziehe mein Notizbuch hervor, mit dieser schnellen Bewegung, die sofort den Professionellen verrät. Ich beobachte das Spielgeschehen, mache ein paar Notizen, irgendein Gekritzel, ganz egal, Hauptsache, die Kids halten mich für den Talentspäher, der für die umliegenden Bundesligavereine unterwegs ist und Informationen einholt. Im Radius von 50 Kilometern spielen die Fortuna, der FC Köln, Bayer Leverkusen, der BVB, Mönchengladbach… Je länger ich am Spielfeldrand stehe und Notizen mache, desto mehr legen sich die Jungs ins Zeugs, sie flüstern aufgeregt, werfen mir Blicke zu, der eine scheu, der andere offensiv. Nur die Flaschen und die echten Talente, die kleinen Maradonas, bemerken mich nicht. Es sind die Angeber, die sich um Kopf und Kragen tricksen und sich selbst die Tour vermasseln. Selbst ihre großen Brüder, die auf dem Bike umhergondeln, werden auf mich aufmerksam und telefonieren. Ich pflege bald das Notizbuch zuzuklappen, laut und herzhaft zu gähnen und gemütlich davonzuschlendern.

Ihr Penner.

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