LSD war das Geheimnis dieses Sommers

Man liest von der Renaissance psychedelischer Drogen, oder wie der SPIEGEL schreibt: Können ausgerechnet diese Substanzen helfen, in verworrenen Zeiten den Wahnsinn ins uns und der Welt besser zu verstehen? Nein, ich meine nicht. Nicht nach meiner Erfahrung. LSD ist nämlich keine Droge, LSD ist so etwas wie die Wahrheit, mit der man nicht rechnet, wenn sich das Gehirn plötzlich aus der Normalposition löst und wie eine Flipperkugel durch den Schädel schießt. Da muss man schon sehr stabil sein, um daran Gefallen zu finden.

Andererseits hat mir LSD eines der schönsten Erlebnisse des Lebens geschenkt, als ich mit Pepe im Frühling 78 an einem Bachlauf saß und die Ruhe der Jahrtausende einatmete. Da man aber niemals genau weiß, wie der Wirkstoff auf den einzelnen wirkt, (bei dem Zeug vom Schwarzmarkt ohnehin nicht), ist jeder Trip ein Spiel mit dem Irrenhaus. Vielleicht sollte LSD tatsächlich nur unter ärztlicher Aufsicht und für therapeutische Zwecke eingesetzt werden. So wie es auch LSD-„Erfinder“ Albert Hoffmann bis zuletzt forderte. Der Mann wusste, wovon er sprach.

*

Wer LSD nimmt und auf den Horror kommt, (ein Gefühl, als würdest du dir selbst nachwinken, während du krachend in die Tiefe stürzt und alles mitreißt, was deine Seele einst ausmachte), hat zuletzt nur noch einen Wunsch: dass in Gottes Namen alles wieder so wird, wie es noch eine Stunde zuvor gewesen ist. So normal und vertraut, wie man es gekannt hat, bevor die Säure dein Bewusstsein kaperte und durchlöchert weiterreichte. Du möchtest wie früher mit deinen Freunden vorm TV-Apparat zusammensitzen und in eine Tüte Colorado greifen, du sehnst dich danach, stinknormal zu sein, ein Mensch, der TV-Serien schaut und LSD nur vom Hörensagen kennt. Dabei gibt es (vermutlich) auf Erden keine andere Substanz, die einen näher an die Ursprünge der eigenen Existenz führen kann. Ein guter Trip ist deine eigene Schöpfungsgeschichte, deine große Indianererfahrung, ein schlechter Trip dagegen klemmt wie ein schwarzer Schatten über deinem weiteren Leben. Er ist dein ganz persönlicher böser Zeppelin, der dich begleitet, deine ANGSTMASCHINE, und du hast nur einen Wunsch: Dass es in Gottes Namen endlich aufhört.

Ich erinnere mich an „Linsen-Konferenzen“ im Stonns Fuot, der Hardcore-Kneipe neben dem Tchibo. Im Stonns trafen wir uns nach der Schule und warfen Acid-Trips ein wie Smarties, Acid-Trips, die bei uns nur Linsen hießen. Uns war die Gefahr überhaupt nicht bewusst, in die wir uns begaben, im Gegenteil, Linsen galten als Könige unter den Drogen, sie herrschten unangefochten und bildeten die letzte Bastion der großen Brüder, die uns stets einen Schritt voraus waren. Gegen gutes LSD stand jede andere Droge auf verlorenem Posten. Ob Marihuana, Heroin, Kokain oder Speed, jedem Stoff fehlte das gewisse Etwas der Linse, der dunkle Zauber des Unwägbaren, das Einzigartige.

Wenn man Acid einwirft, bleibt etwas Zeit, bis die Wirkung eintritt. Das war die Zeitspanne, um eine Konferenz einzuberufen. LINSEN-KONFERENZ! schallte es durchs enge und kleine Stonns, das aber immerhin zweistöckig war, auch wenn die obere Etage lediglich Platz für drei kleine Tische bot und eine Balustrade. Wie auf Kommando trippelte die ganze Bande eine Etage höher, wo man seine Ruhe hatte und besprechen konnte, was auf Trip geplant war. Manchmal saßen wir zu zehnt da oben, alle auf Pille und wie blöd am Kichern. (Das waren aber von Speed dominierte Trips, die mehr in die Beine gingen als in den Kopf.) Bis James, der Wirt, irgendwann Lunte roch. Irgendwer hatte ihm gesteckt, was Linse überhaupt bedeutete. James hatte keine Ahnung von illegalen Drogen. Er war ein gestandener, über 100 Kilo schwerer Whiskey Cola-Trinker mit Vollbart und finsterem Blick, der am liebsten Hardrock und „Dust in the wind“ hörte, „all we are is dust in the wind“, den Klassiker von Kansas. Wegen Acidfresserei kassierten einige von uns Hausverbot, damit wollte James nichts zu tun haben, er hatte Schiss, dass man ihm den Laden dichtmachen könnte. Dass längst Heroin Einzug gehalten hatte in seinen heiligen Wänden, davon ahnte er nichts.

*

LSD war das Geheimnis dieses Sommers. Das Geheimnis der großen Brüder. Wir hörten so viel davon, sie erzählten so wenig, sie gaben sich so lässig. Es war ihr letzter Trumpf. Pepes großen Bruder mussten wir lange bearbeiten, bis er endlich nachgab und uns eine Yellow Sunshine besorgte. Eine funkelnde kleine gelbe Sonne. Wir hatten regelrecht betteln müssen, bis wir sie endlich in den Händen hielten.

Die Yellow Sunshine war nicht nur die erste, es war auch die bei weitem beste Linse, die ich jemals eingeworfen habe. Eine Yellow Sunshine ist die Kraft der Sonne. Eine kleine Pille, entworfen, um das Licht zu ehren. Gestatten, Eure solare Bleichheit. Danach hätte ich meine LSD-Experimente eigentlich einstellen können.

Eine Yellow Sunshine hat einen gutwilligen Charakter, ist eine saubere und korrekte Sache, im Gegensatz zu vielen anderen Linsen, wo schon ein paar Atome mehr oder weniger darüber entscheiden, ob du dich ganz idyllisch am Lagerfeuer wiederfindest oder ob du dich im Verfolgungswahn selbst entzündest und verbrennst. (Beachte: für einen schieflaufenden LSD-Trip gibt es da draußen kaum einen Löschzug, ja, die Brandwehr rückt erst gar nicht aus, die Substanz legt dich innerlich in Schutt und Asche. Oder wie Albert Hofmann, Entdecker des LSD, im Alter erschüttert meinte: „Ich glaubte nie, dass ein Stoff mit dieser Kraft auf der Strasse landen könnte..“ Nein, das hatte er nicht gewollt. Das konnte er gar nicht gewollt haben.)

*

Wir waren seit Monaten hinter einer Yellow Sunshine her, doch Pepes großer Bruder hielt uns hin.

„Acid ist nicht wie Kiffen, Jungs, das kann schwer ins Auge gehen. Man muss das mit jemand zusammen machen, dem man blind vertrauen kann. Wartet noch ein bisschen. Wenn ich eine Yellow Sunshine in die Finger kriege, denke ich an euch. Versprochen.“

Yellow Sunshines hatten einen legendären Ruf in der Szene. Sanft und lang anhaltend in der Wirkung, wenig Halluzinationen, kaum Speed.

“Was denn, was denn, keine Hallus..!?” sagten wir verstört, doch Pepes großer Bruder lachte nur.

“Wartet einfach ab.“

Was blieb uns anderes übrig.

Pepe trug die coolsten Blue Jeans der Stadt, immer die neueste Exportware aus den USA. Sein von Selbstbräunern maskierter Vater, Inhaber mehrerer Herrenmodegeschäfte und Jeansläden, versuchte Pepe frühzeitig zum Junior-Chef aufzubauen. Seinen älteren Sohn hatte er schon abgeschrieben, er wurde hauptsächlich als Fahrer eingesetzt. Ab und zu durfte er im Zentrallager kommissionieren, aber auch nur, wenn die Bestellung nicht über ein Dutzend Rifle-Jeans hinausging. Er war ein lieber Kerl, nicht der gescheiteste, etwas weich in der Birne. Er war ständig auf Pille und bekifft und kicherte und verrechnete sich auf der Arbeit, er brachte alles durcheinander und wenn die Bestellscheine aus den anderen Filialen mit Fragezeichen verziert retour kamen, machte er den nächsten Tag blau, schmiss Pillen ein, kiffte und kicherte.

Sein jüngerer Bruder Pepe war anders, er machte etwas her, er hatte vom Vater die Durchsetzungskraft geerbt. Hätte Pepe nur länger gelebt und wäre nicht mit 25 in München an einer Überdosis Heroin verreckt, aus ihm wäre noch ein richtig strammer Kapitalist geworden. (Seltsam nur, dass der Herrgott ausgerechnet dies zu verhindern wusste.)

An diesem Frühlingstag 1978 war es endlich soweit.

Eine Lieferung Yellow Sunshine war angekommen. Wir zahlten Pepes Bruder 15 Mark für die kleine orangefarbene Tablette, die wir uns teilen wollten.

“Bleibt auf jeden Fall zusammen, egal was passiert, und geht raus ins Grüne”, gab er uns mit auf den Weg. “Bleibt bloß nicht auf dem Zimmer hocken.” Er kicherte und wünschte uns einen angenehmen Flug.

Jedes Mal, wenn ich eine neue Droge ausprobierte, war Pepe mit an Bord, das war schon Gesetz. Der erste Acid-Trip, das erste Mal Heroin, das erste Mal Koks, selbst beim ersten Mal Kiffen war Pepe an meiner Seite gewesen. Es war spätabends in der Nordstadt, vor der Kirche Unter St. Clemens. Nach der zweiten Purpfeife Roten Libanesen (die erste ging wirkungslos an uns vorüber) hockten Pepe und ich auf den Treppenstufen der katholischen Kirche und staunten in den Straßenverkehr. Wir ergötzten uns an den warmen Wechselfarben der Ampelschaltungen, an den Rücklichtern der Mopeds und dem Sound dahinjagender Ambulanzwagen. So homogen schien alles, so perfekt, als hätte jemand zu unseren Füßen die große Elektrische aufgebaut, und zwar in lebensecht: Direkt vor uns präsentierte der Herrgott seine private Märklin- und Carrera-Show. Und Pepe und ich saßen bekifft am Trafo und ließen es laufen. Mit Pepe konnte man die Dinge ganz wunderbar laufen lassen. Die Dinge laufen lassen war unsere ganz besondere Spezialität.

Unsere erste Linse, die Yellow Sunshine, genehmigten wir uns am Theegarten, dem Landschaftsschutzgebiet, in dessen Nähe ich heute noch wohne. Und ab und zu, wenn ich den nahen Klauberger Bach passiere, sehe ich uns beide noch vor mir, Pepe und mich, wie wir die Linse brüderlich in zwei Hälften teilen und ganz entspannt durch den Wald spazieren, Seite an Seite. Es dauerte über eine Stunde, nichts geschah. Als wir uns schon beinah verschaukelt fühlten, vom Geheimnis entkoppelt, ging es doch noch los, ein erster sachter Einschlag. Wer LSD nicht kennt, wer es nie ausprobiert hat, der erwartet alles mögliche, Krimi, Totschlag, Fünffach-Sensationen, (oder wenigstens Explosionen in blau und ein Orchester), aber eines bestimmt nicht – sich zu fühlen wie ein unaufdringlicher Gast an einem milden Märztag. Ja, man weiß anfangs nicht einmal, bin ich schon auf Acid? Ist das schon die Linse?

Angenehm, das Licht.

Und dies organische Federn erst…

Und schon ist man mittendrin. Ohne viel Worte. Wie immer, wenn es wichtig wird im Leben, wenn es wirklich drauf ankommt, sind Worte nichts als tapsige Urlauber, die im falschen Augenblick durchs Bild rennen. Man kann auf sie verzichten. Man kommt ohne sie besser klar. Niemand braucht so was.

(Das irrste Erlebnis auf LSD, wenn auch auf einem späteren, mehr von Speed dominierten Trip: Wie der Bruder vom dicken Hansen und ich nebeneinander auf dem Scheißhaus hocken und uns eine Klobrille teilen. Es war, als wollte der Stuhlgang überhaupt nicht aufhören, es war, als würden wir ganze Planeten ausscheiden.

“Boah…”, grunzte der Bruder vom dicken Hansen.)

Am Klauberger Bach ließen wir uns im Gras nieder, Pepe und ich, lang ausgestreckt, die Ohren nah am Bachlauf. So mächtig und unmittelbar kam das Wasser, als senkten sich gewaltige Tonarme in die Rille einer Geräuscheplatte. Wie von Ping Pong-Schlägern geschmettert, pfiffen und giggelten uns Wassertropfen um die Ohren. Wir beobachteten geweihte Finger, wie sie durchs schäumende Wasser schlenderten; aprilrote Hände.

Sie kamen von Norden.

(Wenn die Lichtgeschwindigkeit eine Milliarde Stundenkilometer beträgt, ist die LSD-Innengeschwindigkeit genau Null, aber man bleibt nicht stehen. Man wandert einfach weiter, in die Geborgenheit hinein.)

Höhepunkt: Wie Pepe und ich Schulter an Schulter auf der Kuhweide stehen und zur Sonne hinaufblicken. Wir schieben den blassen Bombenkopf am Himmel entlang, platzieren ihn neu am Firmament, fixieren ihn, lassen ihn kopfüber abtropfen, lassen ihn purzeln, tanzen, glühen – mit der bloßen Kraft des Hinschauens… Die imaginäre Diktatur zweier LSD-Potentaten.

Egal, was der eine (ich) auch vor hatte, der andere (Pepe) folgte und machte es nach. Und dann andersrum. Wir spielten großes Sonneverschieben. Blickte Pepe nach links, rückte die Sonne nach links, blickte ich nach rechts, rutschte der gesamte Himmel nach rechts. Ein Wimpernschlag reichte..

“.. und meine Sonne schlägt Rad”, rief ich.

“Kuselkopp”, schäumte Pepe. “Meine macht Kuselkopp.”

Mit einer Genickstarre wie im Kino, erste Reihe, Hauptfilm, schlenderten wir weiter; die Eidechsen am Straßenrand, in tiefer Aufmerksamkeit,

grüßend.

Es wartete die entspannteste Stunde meines Lebens. Dieses Gefühl des Einsseins mit der Natur habe ich nie wieder so empfunden wie an diesem Nachmittag. Es war, als spazierten wir durch das Ölbild eines alten Meisters, doch die Gegenstände darin, die Bäume, die Hecken, meine viel zu großen Hände, es war alles lustige Pop-Art. Gezwitscher ging auf uns nieder, wie Landregen.

„Vögel sind freundliche Menschen“, sagte jemand.

Wir verfolgten ein Eichhörnchen, das von Baum zu Baum unterwegs war und die überhängenden Zweige als Zubringer nutzte, es war ein Rascheln im Wald, das Gehuste alter Hexen. Der Forst, eine dunkle und unheimliche Truhe voller Silberlinge. Wir entdeckten einen verwunschenen illegalen Grillplatz und rückten dem Grün tiefer auf die Pelle: über den alten Postweg. Nur allmählich leierte das chemisches Band aus und wir erreichten eine Hofschaft, wo uns Sonnenblumen ihre Köpfchen entgegenstreckten wie Richtmikrofone, die alles aufzeichneten für die Ewigkeit.

(Kann gar nicht sein, sagte einer.)

Auf dem Rückweg bröselte Pepe einige Cracker, die er in der Hosentasche hatte, in den Klauberger Bach, und wir schauten versonnen den Krümeln hinterher.

*

Spätere Trips, mit Speed gepanscht, gingen hauptsächlich in die Beine, stifteten Unruhe. Einmal steppten wir zu fünft die Wupperstrasse hoch, den schläfrigen Basslauf von Ian Durys „Clever Trever” noch in den Oberschenkeln, eine Nummer, die wir zuvor zehnmal hintereinander gehört hatten mit gleichbleibender Begeisterung, eine Prozession dynamisch-bekloppter Beine. Nicht übel, aber flüchtig. Speedig. Kein Vergleich mit der inspirierten Ruhe einer Yellow Sunshine.

*

Es wurde Ostern.

Ostern 1978. Die große Patti Smith gastierte in Düsseldorf. Sie war so populär geworden, dass wir die Karten im Vorverkauf besorgen mussten. Zwar war das neue Album nicht so gut wie Horses oder Radio Ethopia, aber es enthielt Because the Night, ihren ersten echten Single-Hit.

Horses, das Debüt, war eins meiner absoluten Lieblingsalben. Das Stück Birdland, eine sechsminütige Landschaft aus Baum und Bass, sowie ihre rauh und sexy hingerotzte Einleitung zu Gloria, “Jesus died for somebody’s sins but not mine”, hatte ich so oft gespielt, dass die LP an diesen Stellen knisterte wie ein Scheiterhaufen. Eine verdammte Jesusverbrennung. Patti Smith war meine erklärte Heldin, ihrer fiebrige weisse Energie war ansteckend. Sie war eine Druidin, und ihr Zaubertrank wurde auf Vinyl ausgeschenkt. (Dummerweise ist ihr Name für mich bis heute mit meinem grössten nervlichen Desaster verbunden.) (Auch wenn ich andererseits vermute, dass ich schon immer mit einem Nervenscharren durch die Welt ging.)

Einen Tag vorm Konzert rief Pepe an und meinte, er könne für Patti Smith etwas Acid klar machen.

“Ein Konzert auf Linse..?! Bist du übergeschnappt?”

“Keine normale Linse“, meinte Pepe fröhlich, „eine Yellow Sunshine..”

Das war was anderes, auch wenn man sich nie sicher sein konnte, was man da schluckte. Weil der Markt illegal war, konnte jeder alles mögliche zusammenrühren und unter Phantasienamen verkaufen. Niemand garantierte einem, dass in einer Yellow Sunshine das drin war, was man von einer früheren Yellow Sunshine kannte und erwartete. Ich hatte kein gutes Gefühl an diesem Tag, von Anfang nicht. Zumal eine Linse definitiv nicht in die Konzerthalle gehört, sie gehört in die Natur, nach Faustregel Nummer 1: Keine Wände! Nichts, was dich irgendwie einkesseln und beschränken könnte! Ich beging einen Riesenfehler damals: Ich hatte eine Befürchtung, eine begründete Befürchtung, und ich ignorierte sie.

Eine fatale Entscheidung.

*

Wir waren vorm Mumms verabredet an diesem Samstag, Pepe und ich sowie andere Leute, die ihre Karte für Patti Smith schon in der Tasche hatten. Pepe nahm mich beiseite.

“Yellow Sunshine hat sich erledigt”, sagte er, und ich war schon fast erleichtert, “aber mein Bruder hat eine Red Star abgedrückt.”

Am liebsten hätte ich die Sache auf der Stelle abgeblasen, doch Pepe wollte das Konzert unbedingt auf Linse erleben, das brachte mich in einen Konflikt. Es war nicht nur ungeschriebenes Gesetz, einen Trip draußen in der Natur zu schmeißen, man ließ auch einen Freund nicht allein auf Linse. Soweit nachvollziehbar. Warum wir den Red Star aber, einen gezackten roten Acid-Stern, der wie ein mit Zuckerglasur überzogener winziger Kirmesapfel funkelte und keinen guten Ruf hatte, in zwei Hälften aufteilten und einwarfen, anstatt ihn vielleicht erst mal zu vierteln und eine Weile abzuwarten, wie er anlandet, dafür gibt es im Nachhinein nur eine einzige Erklärung: wir waren 17.

Ich sehe uns noch vorm Mumms stehen, an den Parkscheinautomaten gelehnt. Wie Pepe den Stern in der hohlen Hand entzweibricht und jeder seine Hälfte schluckt, Schluck Bier hinterher, und wie der dicke Hansen Wind von der Sache kriegt und neugierig angeschlichen kommt, von hinten.

“He! Was pfeift ihr beide euch denn ein? Ne Linse?”

“Was? Nee”, sagte Pepe.

Auch ich schüttelte nur den Kopf. Der dicke Hansen auf Drogen, das bedeutete bloß  Scherereien. Und was man auf Acid partout nicht gebrauchen kann, sind Scherereien. Dafür ist LSD nicht gebaut.

*

Wir fuhren mit zwei Wagen nach Düsseldorf. Ich stieg vorn beim Schuh ein, im roten Kasten-R4, Pepe im Wagen dahinter. Schuh war ein charmanter langer Schlaks, der skeptisch in die Welt blickte und mich stets mit “He, du Spezialist!” zu grüßen pflegte. Schuh war nicht nur ein paar Jahre älter, er fiel schon von der ganzen Ausstrahlung in die Kategorie Großer Bruder, auch wenn er Einzelkind war.

Nach nicht mal einer halben Stunde setzte die Wirkung ein – mitten auf der Autobahn, kurz vor Oberbilk. So rasch hatte es mich noch nie erwischt. Ich konnte kaum stillhalten, die Füße drängelten unterm Sitz hervor wie Flöze. Ich war heilfroh, als wir endlich in den Parkplatz vor der Philipshalle einbogen. Kaum war ich ausgestiegen, stürzte Pepe aus dem anderen Wagen auf mich zu.

“Alter, was.. ist das denn..?!” zischte er, unterfüttert von einem in die Breite blubbernden Grienen, das ich so noch nie gesehen hatte, weder bei Pepe noch bei irgendwem sonst, doch ich konnte nichts erwidern. In meiner an Strommomenten nicht gerade armen Drogenkarriere steckte ich im funkelndsten aller Strommomente fest – und fand keine Worte dafür. (Zumal LSD keine Droge ist. Es ist eine Form von Wahrheit.) Im gleißenden Flutlicht der Laternenmasten marschierten Pepe und ich Seite an Seite über den riesigen Parkplatz vor der Philipshalle, wie Stars auf schwarz geteerten glänzenden Bühnenbrettern, ein rot glitzernder Aufgalopp der Sterne in unserem Kopf.

Als in meiner Nähe jemand versehentlich den Schlüsselbund fallen ließ, schepperte es in meinen Ohren, als stürzten riesige Stahlträger in einer leeren Fabrikhalle zu Boden. Ich duckte mich erschrocken, während Pepe einfach weiterstolzierte, hin zum Gemurmel der Philipshalle, zum Gelächter der In-Crowd, die, zurecht gemacht fürs Konzert, den Eingang und den Kassenbereich ansteuerte. Umtost vom Hupen ankommender Autos und dem Club-Sound schwerer Motorräder verschmolz alles zu einem einzigen großen pulsierenden Super-Ereignis. Willkommen auf dem Acid-Trip, mach’s gut, Kamerad, verlier mich nicht. (Das Universum erklärt sich stets dort, wo du dich aufhältst. Dort entfaltet es sämtlichen Glitzer.) Pepe blickte mich an, halb irre schon, (Innerlich noch am wegducken, ich.)

“Shit, ist das hell hier”, hörte ich seine Stimme, während ich mich sorgte, was denn erst drinnen werden sollte, in der Philipshalle. Zusammengepfercht, unter Tausenden Leuten. Und richtig mulmig wurde mir, nachdem ein muskelbepackter Ordner unsere Eintrittskarten abgerissen hatte und wir die Vorhalle betraten, das Reich der Bierstände, der T-Shirt-Verkäufer, und wo mir schlagartig bewusst wurde, dass ich für die nächsten Stunden hier gefangen sein würde. Dass es kein Entrinnen geben würde aus diesem Betonquader. Dass ich auf den Horror kommen könnte. Jeder Acidhead kannte einen Acidhead, der einen Acidhead kannte, der hängen geblieben war auf Acid, nicht mehr zurückgekehrt war, der es nicht mehr geschafft hatte. Der in der Klapse gelandet war.

*

Bernie Wester hatte sich im Übermut eine Handvoll Trips in den Mund werfen lassen, wie verdammte M&M’s. Einige spuckte er wieder aus, andere nicht, sie rollten in sein Hirn. Es hieß, seine Augen wären damals fast geplatzt, vor lauter Innendruck, die Ärzte hatten ihre liebe Mühe, sein Augenlicht zu retten. Er blieb zwölf Monate im Landeskrankenhaus.

Der nette Bernie Wester.

*

Bedrängt von Fans in speziell punkigen Patti Smith-Capes, die sich nach vorne kämpften, um die besten Plätze zu ergattern, schoben wir uns in den Innenraum. Aus Bühnen-Boxen, zu Türmen übereinandergestapelt, dröhnte Miss you von den Stones. Miss you mit dem rollenden Disco-Basslauf und der fröhlichen Mundharmonika, Miss you, gerade überall Nummer 1 – und dieses eine Mal noch grinsten wir uns verschwörerisch an, Pepe und ich, ein letztes Mal, bevor wir uns für den Rest des Abends aus den Augen verlieren sollten.

Unterhalb der Tribüne bildete sich eine Gasse, in der das Publikum hin und her strömte, hin zu den Bierständen, zurück zu den teuer erkauften Plätzen. In diesen Gesichtern begann der Horror. Fratzen, breit wie Brotkästen, das Maul eingekleistert, bebuttert, mit blutig geratschten Augen. Ich blickte in Schlachthof-Visagen, teigige Fleischwunden. Als mampfte alle Welt plötzlich aufgeweichtes Krepp. Ich hatte auf Acid Halluzinationen gehabt, doch dieses Fratzenhafte, Zerstörte sprengte alles bislang Gesehenes und war eine Dimension näher am Irrsinn, ich bewegte mich auf Stromschnellen und das Schlimmste: Es würde anhalten, so schnell würde es keine Erlösung geben, mein Zustand der LSD-Vollvergiftung würde noch eine ganze Weile anhalten, (und niemand gab mir die Gewähr, dass es nicht noch schlimmer kommen könnte): Das Weiterschwappen der Acidsäure durch alle Schichten war längst durchprogrammiert, da kam ich nicht mehr heraus – es WAR ZU SPÄT ZUR RÜCKKEHR.

Eine Angst, wie ich noch nie Angst verspürt hatte, umfing mich. Ich suchte Pepe, fand ihn nicht. Ich fand niemand von meinen Leuten.

Ich schloss die Augen, versuchte mich dem Schwarz anzufreunden, doch da war ja noch das Speed in den Beinen, das mir keine Ruhe liess. Säure schoss die Beine hoch, ich lief wie auf aussuppenden Batterien umher, mit Augen, die sich nicht trauten, in entgegenkommende Gesichter zu blicken, weil dort Fratzen warteten, grotesk verzerrte Grimassen. Unmöglich, irgendwo den Blick anzuhalten. Luft zu holen. Zu überlegen.

Ich

fand niemanden von meinen Leuten; ich mied Gesichter – inmitten siebentausend Gesichtern.

*

Einmal stand der dicke Hansen plötzlich neben mir und brüllte etwas in mein Ohr, ich verstand ihn nicht, ich starrte nur zu Boden, um seiner Fratze zu entgehen.

“Keine Vorgruppe..”, wiederholte Hansen, und ich floh aus seiner Nähe.

Als ich die Gasse unterhalb der Tribüne erreichte, wo noch etwas Platz war, blickte ich hinauf zu den Rängen, und jetzt geriet meine Wahrnehmung komplett durcheinander. Die Bewegungen der Menschen, die auf der Tribüne ihre Plätze einnahmen, deutete ich falsch: Ich glaubte, das Publikum sei in Panik. Ich sah Menschen fliehen und über die Sitze stolpern, es war ein einziges großes Gewimmel, das sich dort oben abspielte. Und das schlimmste – es schien niemanden zu interessieren. Um mich herum war alles wie zuvor. Leute kamen mit Bier, Leute gingen Bier holen, da war keiner, der meine Furcht teilte. Ich war allein mit meiner Furcht, mit meinem LSD-Trip.

Meine Furcht war, dass auf der Tribüne Feuer ausgebrochen war und jetzt kletterte da oben alles wild durcheinander und stürzte Richtung Notausgang. Nur merkwürdig. Nirgends war ein Schrei dieser fliehenden Meute zu hören, keine Hilfe-Rufe, es war eine lautlose Panik, die die Halle ergriffen hatte. Selbst die über die Hallenboxen eingespielte Musik war beendet. Und was zum Teufel war los mit den Leuten um mich herum, wieso gaben sich alle so unberührt? Sah denn wirklich niemand außer mir, was dort oben vor sich ging!?

JA, MERKT DAS DENN NIEMAND?????

Erst als das Hallenlicht unter Gejohle erlosch und schrille Pfiffe den Beginn des Konzerts forderten, verschwand jäh das Gespenst einer Massenpanik. Die Dunkelheit beruhigte, jedenfalls kurzfristig, und ich versuchte mir klarzumachen, dass es Halluzinationen gewesen sein mussten.

Nur Hallus, dachte ich.

Komm runter. Da musst du jetzt dadurch… Es waren nur Hallus… Dumm nur, dass auf LSD definitiv kein nur existiert. Alles ist gleichsam wichtig, man bewegt sich wie in tausendfacher Vergrößerung unterm Elektronenmikroskop, schwimmt auf der Pipette. Das Selbst ist gleichsam monströs groß und winzig klein und wie enthauptet. Es gibt kein Ich mehr. Nur noch zehntausende davon – zehntausende Ichs. Auf Resten einer entglittenen Seele, niedergedrückte Versuche, mir zu entkommen, Abgrund überall, Wege fort vom Abgrund –

hier entlang!

Ich versuchte, Vorsprung zu gewinnen, Vorsprung vor mir selbst inmitten rempelnder Körper, inmitten eines brutalen MASKENGEMURMELS, ooo Herr – hätte ich es doch nur ungeschehen machen können, hätte ich den Red Star doch nur auskotzen können, doch ich blieb wie zugeschnürt, randvoll LSD, pulsierend.

Auf der Bühne erschien Patti Smith, die sich feiern ließ für ein erbärmliches Gitarren-Solo. Eine Leinwand wurde runtergefahren, auf der ein schwarz-weißer Undergroundfilm gezeigt wurde, ein Film voller Ratten, unterlegt von monotonem Maschinengewitter, es gab mir den Rest. Wohin ich meine Augen auch lenkte, der Anblick war unerträglich. Ich tigerte durch die Vorhalle, vorbei an den Ständen und Fressbuden, versuchte mir zu entkommen, dem Trip, den Visagen, ich irrte hin und her, ohne ruhige Sekunde. Ich versuchte es mit einem Bier, das ich irgendwie bestellt bekam am Bierstand, doch was da an meine Lippen schwappte war nicht fluid, es war wie Stoff, wie ganze Stoffbahnen. Ich trank einen Mantel. Und ließ es sein. Den Becher stehen. Weiter. Wohin? Einfach verschwinden, in die S-Bahn setzen, mit der S7 nach Hause fahren, alles, was im cleanen Kopf ein Kinderspiel gewesen wäre, schien jetzt unmöglich, ich würde es nicht packen. Tief in meinem Körper riefen sie schon nach Selbstmord, nach Schluss damit, komm, hörte ich sie rufen, komm und spring.

SPRING!

Aber da war nichts zu springen. Da war keine Schlucht, nirgends. Nur Flachbau. Müder Beifall. Der Vor-Film war zu Ende. Leinwand hochgezogen, die Patti Smith Group enterte die Bühne. Ich verzog mich hinters Mischpult, wo nur wenig Publikum stand. Wo ich etwas Platz hatte. Während Patti Smith Ask the angels spielte, versuchte ich zu tanzen, mich in die Musik einzugraben, einen Schutzmantel aus Klängen um mich herum zu ziehen, doch ich fand mich nicht ein, konnte die Musik nicht spüren, es blieb ein fernes Hampeln, ich blieb auf der Pipette. Schief, verdreht, verwickelt. Gebet;

Herr!

Runterstürzen, irgendwo: Doch die Philipshalle, ein Flachbau ohne Treppengänge, ohne jedes Oben und Unten, nur flaches Geschoss, das keinen Sprung zuließ. Hängengeblieben, wickelte sich eine Schleife durch meinen Kopf, hängengeblieben hängengeblieben, DU BIST HÄN-GEN-GE-BLIE-BEN.

Schuh stand an der Garderobe. Einer der großen Glücksfälle meines Lebens. Wäre ich in diesem Moment nicht Schuh begegnet und hätte er sich nicht eingelassen auf mich, auf mein nach außen kaum spürbares, verdruckstes LSD-Ich, wie hätte ich aus dem Schlammassel rausgefunden? Wir waren nicht gerade das, was man Freunde nannte. Was sagt man einem Bekannten, wenn einem die Seele gerade von zu starkem LSD zerschossen wird?

“Schuh.. ich bin auf Trip.. ich pack das nicht mehr..”, versuchte ich, mehr brachte ich nicht heraus. Ich sprach so leise, ich hörte die eigenen Worte nicht. Schuh zögerte keinen Moment.

“Lass uns hier verschwinden. Mir gefällt das Konzert eh nicht. Und ich hab einen dicken Brösel im Wagen.”.

„Nicht kiffen”, sagte ich, “bloß nicht.”

Ich hatte Angst, dass mit Haschisch alles nur noch schlimmer werden würde, (ich hatte davon gehört), doch Schuh ließ sich nicht beirren.

“Auf Horror hilft nur viel kiffen, so viel wie möglich.”

In seinem R4 holte er ein Piece aus dem Handschuhfach, groß wie ein Hühnerei. Wir rauchten fünf oder sechs Joints, bis Schuh nicht mehr konnte und nur noch für mich drehte. Es war, als drückte das THC allmählich die Säure aus meinen Beinen und aus dem Schädel, es war, als würde sich mit jedem Zug aus der Haschischzigarette eine weitere leichte Decke über meine rohen Sinne legen, in der kühlen Stille des Renault. Wir sprachen kein Wort. Ich hatte keins, Schuh wollte nicht. Als der Brösel fast ganz aufgeraucht war, gaben die Dämonen allmählich Ruhe.

Schuh gähnte ausgiebig.

“Du Spezialist.”

*

Es dauerte, bis ich wieder einigermaßen auf dem Damm war. Nicht nur der Schlaf, auch die Tage fühlten sich dünn an, ich bewegte mich wie unter Folie. Einmal wagte ich einen Spaziergang durchs Bärenloch, eine Parkanlage, die neu angelegt worden war, entsprechend mager war noch die Flora. Die Bäumchen mickrig, der Teich ein kahles Mondgewässer, und mittendrin ich mit meinem Patti Smith Trip. Eine Mondgestalt.

Gestatten oh Herr, Eure lunare Bleichheit.

 

Jesus Christus, Susanne Eggert

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19 Gedanken zu „LSD war das Geheimnis dieses Sommers

  1. So nah liegen Erleuchtung und Zerstörung beieinander -, eine Binse, eigentlich.

    Wieder einmal klasse geschrieben, nah dran und doch mit Abstand. Die Worte reichen weder hin noch aus, und doch sind Sie es, die Deinen Trip für uns im Medium der Erzählung erfahrbar machen.

    Ach, Jugend: Alles ist leichter vorstellbar, selbst der eigene Tod, als die Person, zu der einen all die Entscheidungen und Lasten des Erwachsenseins machen können.

    Gruß Uwe

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  2. Wie so oft bei deinen Texten sitze ich schon bald in einem Erinnerungskarussel und bewundere, dass du die Worte findest!
    Was mir aber auch auffällt, dass all das nicht (be-)schreibbar wäre, wenn es auf diesem Trip nicht eine Instanz in dir gegeben hätte, die zum einem „mitgeschnitten“ hat und letztlich auch dafür sorgte, dass du eben nicht durchgeknallt/hängengeblieben bist. Und dann noch „Schuh“, in bestimmten Momenten kam immer einer/eine und reichte eine Hand, du hast sie genommen, ich auch, gut so.
    Herzlichst, Ulli

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  3. Pingback: Über das Leben im knisternden Scheiterhaufen | Der Dilettant

  4. obwohl ich ging hatte ich das Gefühl stehenzubleiben
    Mischung von Speed und irgendsom Trip keene Ahnung
    war etwas betrunken und dachte nicht nach
    ich hatte Scheisse gebaut soviel war klar
    und ob das nochmal besser werden könnte war hier die Frage
    sagte einer damaligen Freundin noch Bescheid
    falls ich durchdreh ……
    das schlimmste bei so miesen Trips ist echt der Gedanke wann hört die Scheisse auf oder bin ich schon verloren
    auf der anderen Seite…..
    war bestimmt deine letzte LSD Pille,?

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    • nee. ein paar Wochen später hatte ich die nächste linse drin. (Als wir jung waren, konnten wir noch mehr vertragen.) Und 1984 rum hab ich mit dem dicken Py und Karlos Pilze gefressen, da ging der Scheiß-Horror von vorn los, aber zum glück viel kürzer als bei patti smith. Aber danach war wirklich Schluss.

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  5. Yellow Sunshine, Blue Cheer & Purple Haze – – „Dabei gibt es (vermutlich) auf Erden keine andere Substanz, die einen näher an die Ursprünge der eigenen Existenz führen kann.“
    Ein feiner Bericht. Haben Sie den danach aufgeschrieben oder jetzt aus der Erinnerung?
    Ich bedaure, nie zeitnah notiert zu haben. Heute, aus der Erinnerung traue ich ihr hinsichtlich meiner damaligen Erlebnissen nicht mehr so recht.

    Vielen Dank für Ihren Text

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      • Ja, es ist interessant, wie man die Vorgänge, die sich klaren Datzen & Fakten entziehen erinnert. Was mir an Ihrem Bericht gefällt, dass da auch keine scharfe Grenze auszumachen ist, wo das Eine beginnt und das Andere endet.

        Bei mir überwiegen selige Erinnerungen. Leiden gesehen habe ich damals nur andere Giftköppe (wie sie bei uns hiessen)…

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  6. Sehr schöner Text. Ich weiß noch wie eine gute Freundin aus Oakland mir welche von da mitgebracht hatte.
    Da hatte ich die dritte Regel gebrochen „lege nie einen Trip nach“. Ich war wohl zu gierig oder das Zeux war zu gut (in den 1990er ließ die Qualität sehr nach und man bekam mehr dieses Zappelgedöns), aller beste Staatenqualität.
    Nun ja, ich war solche Einschübe nicht mehr gewohnt und fühlte auch nur das Verlangen „mach das es wieder aufhört“.
    Danach war Sense und habe mich bis heute daran gehalten.

    PS: Zu Solingen und Trips habe ich nur gute Erinnerungen weil die begnadete Solinger Band S.Y.P.H. noch mit den besten Soundtrack zu einem Triperlebnis geliefert hat.

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      • Das wird die „Wieleicht“ sein, dass Cover ist zwar weiß, aber dies ist die einzige DoLP von der ich weiß.
        Genau die war mein Soundtrack und die „Harbeitslose“.
        Wobei ich ihre erste am besten finde, die passt aber nicht richtig zu LSD.
        Auf jeden Fall ist S.Y.P.H. das intelligenteste und beste was es an deutschsprachige Musik gibt.
        Auf die kannst Du als Solinger dir tatsächlich einen drauf einbinden.

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