Nothing from nothing

Er war der Afro-Look schlechthin und galt genau wie Klaus Voormann (Bass) als fünfter Beatle, womit wir insgesamt schon bei sechs Beatles gewesen wären – schöner Blödsinn. Er war nämlich der sechste Rolling Stone. Tatsächlich war er eine Weile informelles Mitglied bei den Beatles und bei den Stones, eine einmalige Karriere.

Billy Preston. Sein 1975er-Solo-Hit „Nothing from nothing leaves nothing“ gehört seit über 40 Jahren zu meinem Arsenal an Gassenhauern.

Nun gehöre ich NICHT UNBEDINGT zu der Fraktion der Ewiggestrigen, die glauben, früher sei alles besser gewesen, erst recht in der Rock- und Popmusik, doch die Vielfalt und Kraft der 70erjahre bleibt unerreicht. Das hat seinen Grund.

Stell dir Pop als Lebewesen vor. Geboren 1954, mit Schmalzlocke, als Rock’n Roll. Die wilden Teenagerjahre endeten mit Woodstock, und von nun an ging es 10 Jahre lang rund. Als jungem Erwachsenen kamen der Popmusik die besten Ideen, Disco, Funk, Punk, Reggae, Rap, Singer/Songwriter, früher Techno. Diese großartige Zeit ging bis Mitte der 80er, dann schwand der Elan. Die Rock- und Popmusik zitierte sich zunehmend selbst, eine logische Entwicklung. Ein 30jähriger hat nicht mehr die zwingenden Ideen eines zornigen 17jährigen. So ist es im Grunde geblieben bis heute. Die Kids hören weltweit Rap und Hip Hop und scheinen gar nicht zu ahnen, dass diese Musikrichtung bereits Mitte der 70erjahre in der Bronx ihren Anfang nahm.

Und weit und breit ist keine Erneuerung in Sicht. Wie denn auch. Im stolzen Alter von fast 70 Jahren sitzt die alte Schmalzlocke auf der Veranda und schaukelt der nächsten Rentenzahlung der Streaminganbieter entgegen, und die Jungen können froh sein, wenn Opa einen ausgibt.

That’s right, Baby.

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8 Gedanken zu „Nothing from nothing

  1. Rock- und Popmusik mit einem menschlichen Wesen zu vergleichen, das grenzt an Genialität.
    Und ich durfte dabeisein. Als Kind einem grösseren Kind zuhören. Wie einem älteren Geschwister. Was für eine Entwicklung. Der Kontakt ist ziemlich lose geworden. Aber verloren haben wir uns nie so ganz. Und dann die musikalischen Erinnerungen. Die bleibenden, die einem versichern, dass es immer weitergehen wird.

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      • Ich hatte zwar keine älteren Geschwister, aber das Gerüst wurde durch ältere Pfadfinderkollegen und (damals noch) taugliche Radiosender und deren Moderatoren standfest verankert…

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      • SWF3 Popshop. WDR2 Radiothek. BFBS Rodigans Rockers. Besonders die Stimmen von Frank Laufenberg und Bernd Mohrhoff vom Popshop hab ich noch im Ohr, unterlegt von der Erkennungsmelodie Okie von JJ Cale. Da war ich sofort elektrisiert.

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      • SWF3 Popshop. Mittwochs um 13:00 „Für wen ich singe“ – Liedermachersendung… Und trotz schlechtem Empfang SDR3 mit Peter Kreglinger…
        Sie haben recht, damals konnte Radio noch elektrisieren. Heute sinds allenfalls Stromschläge des schlechten Geschmacks.

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  2. Pingback: Sie hören: Billy Preston - Nothing From Nothing - DenkfabrikBlog

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